Für den Glücksspielverband Die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW) ist die Sache klar: Das Glücksspiel hat nichts am Rand der Gesellschaft zu suchen. Georg Stecker, der Vorsitzende des Verbands DAW sieht eine große Gefahr darin, dass das Glücksspiel immer mehr ausgegrenzt wird. Auf diese Weise werde nur das illegale Glücksspiel gestärkt. Das Ziel müsse es sein, das Glücksspiel aus dem Schatten zu holen und dafür zu sorgen, dass ein breites legales Angebot vorhanden sei. Nur auf diese Weise sei es möglich, einen vernünftigen Spielerschutz zu gewährleisten. Das gilt auch für das Online-Glücksspiel, das in Deutschland mittlerweile legalisiert ist.

DAW setzt sich für Anerkennung des Glücksspiels ein

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Es gibt sehr viele Menschen, die regelmäßig an Glücksspielen teilnehmen. Besonders populär ist Lotto. Einen Lottoschein haben schon viele Menschen irgendwann einmal in ihrem Leben gekauft. Zudem gibt es sehr viele Lottospieler, die seit Jahren, teilweise sogar seit Jahrzehnten, Lotto spielen. Lotto ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein Glücksspiel in der Mitte der Gesellschaft gut angesiedelt ist. Die Nachfrage nach Glücksspiel ist gewaltig und deswegen ist es wichtig, dass ein gutes legales Angebot vorhanden ist. Aber Lotto ist ein Glücksspiel, das nicht allen Glücksspiel-Fans reicht. Deswegen ist es wichtig, dass es in Deutschland auch Spielbanken, Spielhallen und Buchmacher gibt.

Obwohl es ein riesiges legales Angebot gibt, fristet gerade das klassische Glücksspiel doch mitunter ein Schattendasein. Viele Politiker gefallen sich darin, Glücksspielverbote zu fordern. Doch die Realität ist, dass mit jedem verbotenen Glücksspielangebot ein illegales Glücksspielangebot ermöglicht wird. Diese grundlegende Erkenntnis ist bei Fachleuten schon seit Jahrzehnten vorhanden. Aber gerade beim Glücksspiel geht es nicht immer darum, auf der Basis von Fakten zu entscheiden. Zu oft spielen Ideologien eine Rolle, die nicht viel mit der Realität zu tun haben. Selbst Glücksspielgegner sollten anerkennen, dass es wichtig ist, eine vernünftige Kanalisierung herzustellen. Ohne einen gut geordneten legalen Markt ist es schwierig, die Nachfrage nach Glücksspiel zu kontrollieren.

Restriktive Glücksspielregulierung führt nicht zum Ziel

Für den Branchenverband Die Deutsche Automatenwirtschaft ist es schon lange ein Herzensanliegen, die Glücksspielregulierung so zu gestalten, dass Qualität wichtiger ist als Quantität. Was bedeutet das in der Praxis? Aus Sicht vieler Experten ist es nicht sinnvoll, die Anzahl der Spielhallen erheblich zu reduzieren. Viel sinnvoller sei es, die Qualität der Spielhallen insgesamt zu erhöhen. Zudem sollten Spielhallen-Betreiber, die einen erstklassigen Spielerschutz bieten, Vorteile haben. Aktuell ist das aber nicht oder nur in einem sehr begrenzten Umfang punktuell der Fall. Dabei hat die Glücksspielbranche in den letzten Jahrzehnten erhebliche Investitionen getätigt, um den Spielerschutz auf ein hohes Niveau zu bringen.

Mit der neuen Glücksspielregulierung, die in Deutschland eingeführt worden ist mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021, wird der Spielerschutz insgesamt noch einmal deutlich verbessert. Beispielsweise wird ein Spielersperrsystem umgesetzt, sodass sich Spieler ganz gezielt aus allen Spielhallen, Spielbanken und Online-Casinos aussperren können. Für die Problemspieler, die sich nicht unter Kontrolle haben, ist das viel wichtiger, als die Anzahl der Spielhallen zu reduzieren. Aber das Grundproblem bleibt: Glücksspiel wird nach wie vor von der Politik stiefmütterlich behandelt. Ein Blick nach Großbritannien könnte der deutschen Politik zeigen, dass es durchaus sinnvoll ist, das Glücksspiel wie jede andere Branche zu behandeln. In Großbritannien hat das Glücksspiel in der Gesellschaft einen deutlich höheren Stellenwert als in Deutschland.

Realität wichtiger als Ideologie beim Glücksspiel

Mit einem pragmatischen Ansatz könnte die deutsche Glücksspielregulierung deutlich verbessert werden. Aktuell ist vor allem das Online-Glücksspiel so streng reguliert, dass es schwer ist, eine gute Kanalisierung zu erreichen. Wenn die Kanalisierung schlecht ist, spielen viele Glücksspiel-Fans bei nicht zugelassenen Anbietern. Allerdings steht das deutsche Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat, das von vielen Experten und von der Glücksspielbranche heftig kritisiert wird, bereits juristisch unter Druck. Sollte das Einzahlungslimit kippen, könnte dies dazu führen, dass die gesamte Regulierung des Online-Glücksspiels in der aktuellen Form infrage gestellt würde. Für Die Deutsche Automatenwirtschaft wäre das wohl eine gute Nachricht.