Der Bundesverband Automatenunternehmer e.V. (BA) hat in Zukunft eine Doppelspitze. Auf der Jahreshauptversammlung des renommierten Glücksspielverbands wurden Andy Meindl und Thomas Breitkopf in das Präsidentenamt gewählt. Darüber hinaus gibt es vier Vizepräsidenten, sodass der Vorstand nun aus sechs Personen besteht. Das wichtigste Ziel des Bundesverbands Automatenunternehmer e.V. ist es, das gewerbliche Glücksspiel in Deutschland zu fördern. Dazu gehört explizit auch, die Interessen der Industrie gegenüber der Politik zu vertreten. Die Glücksspielbranche besteht in Deutschland zu großen Teilen aus mittelständischen Unternehmen, die zahlreiche Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Doch es gibt immer wieder politischen Druck auf die Glücksspielbranche, sodass Lobbyarbeit wichtig ist.

BA setzt sich für legales Spiel mit Top-Spielerschutz ein

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Es versteht sich wohl von selbst, dass der Bundesverband Automatenunternehmer e.V. das legale Spiel fördern möchte. Was bedeutet das? Neben dem legalen Glücksspielmarkt gibt es auch in Deutschland einen Schwarzmarkt, nicht nur beim Online-Glücksspiel. Auch im stationären Glücksspiel findet die Polizei immer wieder Anbieter von nicht lizenzierten Glücksspielen. Der Bundesverband Automatenunternehmer e.V. setzt sich dafür ein, dass das legale Glücksspiel so reguliert wird, dass der Anreiz, auf dem Schwarzmarkt zu spielen, gering ist. Wie gelingt das? Vor allem ist es wichtig, attraktive Spielhallen und Spielbanken zur Verfügung zu stellen. Für viele Glücksspiel-Fans ist es wichtig, dass es passende Angebote gibt, die attraktiv und unterhaltsam sind. Grundsätzlich ist die deutsche Glücksspielbranche diesbezüglich sehr gut aufgestellt, denn es gibt viele kleine und große Unternehmen in der Automatenbranche, die seit Jahrzehnten im Geschäft sind. Gerade beim Geschäft mit den stationären Glücksspielen gibt es in Deutschland eine breite Basis. Aber es gibt auch Herausforderungen. Insbesondere ist es wichtig, dass ein hochwertiger Spielerschutz vorhanden ist. Kein Spieler soll finanzielle Probleme bekommen durch Glücksspiele. Auch dieses Ziel ist wichtig für den Bundesverband Automatenunternehmer e.V.

Für die neue Führungsspitze des BA geht es zum einen darum, wichtige Impulse für die Branche zu liefern, um bei großen Themen wie Spielerschutz und Legalität proaktiv zu bleiben. Das Ziel ist es, die gesamte Branche möglichst so aufzustellen, dass die Politik keinen Handlungsbedarf hat. Wenn der Spielerschutz top ist, gibt es beispielsweise keinen Anlass für die Politik, die Regeln zu verschärfen. Auf der anderen Seite möchten die Glücksspielanbieter und die Automatenaufsteller Geld verdienen. Dadurch entsteht ein Spannungsverhältnis, dass immer wieder neu austariert werden muss. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich der Blick auf das Glücksspiel deutlich verändert. Vor einigen Jahrzehnten hat sich kaum jemand darum gekümmert, wie es um den Spielerschutz in Spielhallen bestellt war. Doch heute gibt es bei diesem Thema eine große Sensibilität. Das führt dazu, dass die Regeln immer strenger werden. Aber an dieser Stelle entsteht ein Problem, denn wenn die Regeln zu streng sind, werden die Spiele irgendwann so unattraktiv, dass die Glücksspiel-Fans auf den Schwarzmarkt ausweichen. Deswegen ist es wichtig, den Spielerschutz so zu gestalten, dass die Attraktivität der Spiele nicht leidet. Wer könnte dieses Ziel besser erreichen als die Automatenaufsteller und die Spielehersteller, die sich täglich mit den Spielen beschäftigen?

Glücksspielverband setzt sich für Verlässlichkeit ein

Der Bundesverband Automatenunternehmer e.V. setzt sich schon seit Jahrzehnten für verlässliche Rahmenbedingungen ein. Gerade beim Glücksspiel passiert es mitunter, dass ambitionierte Politiker über das Ziel hinausschießen und Regeln beschließen, die am Ende dazu führen, dass zahlreiche Arbeitsplätze verloren gehen. Im Moment findet das beispielsweise in Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern statt, falls nicht noch eine überraschende Wende kommen sollte. Im neuen Glücksspielstaatsvertrag wird ein Mindestabstand zwischen Spielhallen definiert, der dazu führt, dass viele Spielhallen in Deutschland geschlossen werden müssen. Das gilt allerdings nur dann, wenn die Bundesländer nicht ihrerseits beschließen, dass der Mindestabstand reduziert oder anderweitig angepasst wird. Doch was ist das Ergebnis von Spielhallen-Schließungen? In erster Linie verlieren die Mitarbeiter in den betroffenen Spielhallen ihren Arbeitsplatz. In vielen Fällen müssen Unternehmer komplett aufgeben, denn längst nicht jede Spielhalle gehört zu einer großen Kette. Auf der anderen Seite ist völlig umstritten, ob es überhaupt sinnvoll ist, einen Mindestabstand zwischen Spielhallen zu definieren. Wird damit der Spielerschutz wirklich verbessert?

Auch beim BA sieht man die aktuelle Glücksspielregulierung für die stationären Anbieter kritisch. Grundsätzlich setzt man sich da dafür ein, einen hochwertigen Spielerschutz umzusetzen. Aber wenn der Spielerschutz darin besteht, Spielhallen komplett von der Bildfläche verschwinden zu lassen, ist das nicht im Sinne des renommierten Glücksspielverbands. Das sollte auch niemanden überraschen, denn die Mitglieder des Verbandes sind Automatenaufsteller und Spielehersteller. Aber es ist wichtig, über die Sachargumente zu diskutieren. Wie kann es sein, dass Online-Glücksspiele rund um die Uhr zulässig sind, während bei Spielhallen ein paar Meter darüber entscheiden können, ob ein Anbieter sein Geschäft weiter betreiben darf oder nicht? Es ist wichtig, dass es Glücksspielverbände gibt, die sich für die Interessen der stationären Glücksspielbranche einsetzen. Aber bei den Verhandlungen zum Glücksspielstaatsvertrag und auch bei den Debatten um die Landesglücksspielgesetze ist doch oft deutlich geworden, dass der Einfluss der Glücksspielverbände nicht riesig ist. Ob das gut oder schlecht ist, muss sich in den nächsten Monaten und Jahren in der Praxis zeigen, wenn die neue deutsche Glücksspielregulierung ihre ganze Wirkung entfaltet.