Bremen wird zunehmend zu einem schlecht Pflaster für Glücksspiel-Fans und Spielhallen-Betreiber. Die Landesregierung will mit neuen Regelungen dafür sorgen, dass zahlreiche Spielhallen geschlossen werden müssen. Darüber hinaus sollen die Spielhallen aber auch attraktiver gemacht werden, damit die Angebote, die bestehen bleiben, möglichst wenig Umsatz machen. Gleichzeitig betreibt das Land Bremen aber über die Bremer Toto und Lotto GmbH eine Spielbank, in der die neuen Regelungen nicht gelten werden. Gibt es vielleicht einen Interessenkonflikt, der öffentlich thematisiert werden sollte? Für die Spielhallen-Betreiber in Bremen wird die Luft jedenfalls immer dünner.

Viele Spielhallen in Bremen vor dem Aus

Spielbanken und Spielhallen

In Bremen soll der Mindestabstand zwischen Spielhallen von 250 auf 500 Meter erhöht werden. Diesem Mindestabstand müssen die Spielhallen auch zu sensiblen Einrichtungen und Wettanbietern einhalten. Sollte diese Regelung ohne Härtefallregelung oder Ausnahmen kommen, dürften etwa 80 Prozent der Spielhallen in Bremen vor dem Aus stehen. Genau das scheint der Wunsch der Bremer Landesregierung zu sein. Aber führt die Schließung von zahlreichen Spielhallen am Ende wirklich dazu, dass weniger gespielt wird? Das ist das Kalkül der Landesregierung. Aber es gibt zumindest einige Argumente, die dagegen sprechen. Ein wichtiges Argument ist, dass Bremen letztlich eine kleine Stadt ist und die Wege so kurz sein, dass die Glücksspiel-Fans alternativ auch die Spielhallen, die nicht geschlossen werden, in Zukunft aufsuchen können.

Darüber hinaus gibt es mittlerweile Online Casinos mit deutscher Lizenz. Die seriösen Online Casinos können nach Lust und Laune Kunden aus Bremen akzeptieren, natürlich immer innerhalb der geltenden gesetzlichen Regeln. Es gibt aber zum Beispiel keine Öffnungszeiten. Mehr als ein Smartphone ist nicht nötig, um online zu spielen. Wenn die Landesregierung Bremen den Plan hat, das Online-Glücksspiel populär zu machen, ist sie auf einem guten Weg. Viele Glücksspiel-Fans werden sich nach Alternativen umschauen, wenn Spielhallen geschlossen werden. Wenn keine passende Spielhalle in der Nähe ist, kann es gut sein, dass der eine oder andere Spieler in einem Online-Casino mit deutscher Lizenz landet. Und dagegen kann die Landesregierung Bremen nichts machen.

Absurde Regeln für Bremer Spielhallen geplant

Wenn es um Spielhallen geht, sind Glücksspielgegner erstaunlich kreativ, vor allem in der Politik. Aber was sich die Landesregierung Bremen nun ausgedacht hat, ist doch eine besondere Glanzleistung. In Bremen soll es in Zukunft nicht nur verboten sein, in Spielhallen Getränke und Speisen zu verkaufen. Das gilt in vielen Bundesländern. In Bremen soll es aber zusätzlich auch noch verboten sein, Getränke und Speisen mit in die Spielhallen zu bringen. Nicht einmal eine Flasche Wasser dürfen die Spieler mitbringen, wenn sie an den Automaten spielen möchten. Die Zielrichtung ist klar: Wer Hunger oder Durst hat, soll die Spielhalle verlassen müssen. Glücksspiel-Fans werden durch diese Regelung in einer Art und Weise bevormundet, die schlichtweg skandalös ist.

Nach der gleichen Logik könnte man in Kneipen verbieten, Speisen anzubieten, damit die Gäste zum Essen das Lokal verlassen müssten. Völlig zu Recht gebe es einen riesigen Aufstand, obwohl das gesellschaftliche Gefahrenpotenzial in einer Kneipe nüchtern (!) betrachtet wahrscheinlich deutlich höher ist als in einer Spielhalle. Aber von solchen Spitzfindigkeiten lassen sich die Glücksspielgegner in der Bremer Landespolitik nicht aufhalten. Gleichzeitig betreibt das Land Bremen aber eine Spielbank, in der es selbstverständlich auch Getränke und Speisen gibt. Warum das möglich ist, aber warum den Gästen in Spielhallen verboten werden soll, eine Flasche Wasser mitzubringen, ist schwer nachzuvollziehen.

Sachkundenachweis für Spielhallen geplant

In Zukunft sollen alle Spielhallen in Bremen einen Sachkundenachweis erbringen. Das ist grundsätzlich eine gute Idee, denn alles, was dazu beiträgt, die Spielhallen qualitativ besser zu machen, hilft den Glücksspiel-Fans. Aber zuerst einen Kahlschlag zu betreiben und anschließend die Qualität zu erhöhen, ist vielleicht nicht die sinnvollste Vorgehensweise. In anderen Bundesländern, unter anderem auch in Sachsen-Anhalt, versucht man einen pragmatischen Weg zu gehen. Durch hohe Ansprüche an die bestehenden Spielhallen soll die Qualität verbessert werden. Viele Experten befürworten diesen Weg, auch weil es über die Spielhallen vergleichsweise einfach ist, das legale Glücksspiel zu kontrollieren. In Bremen läuft man Gefahr, dass viele Glücksspiel-Fans in die Illegalität getrieben werden, wenn die geplanten Regelungen umgesetzt werden.