Der Streit über die Verteilung der Glücksspieleinnahmen in Italien und Südtirol hat lange Zeit für Schlagzeilen gesorgt. Doch die italienische Regierung hat sich mit den autonomen Provinzen auf einen Kompromiss geeinigt. Demnach erhält Trient 90 Millionen Euro und Bozen 100 Millionen Euro von den Einnahmen, die über Glücksspiele in den Provinzen erwirtschaftet werden. Im Grunde genommen ging es bei dem Streit darum zu klären, an welcher Stelle die Einnahmen in die Staatskasse fließen. Da in Südtirol durch die Gesundheitskrise erhebliche Einnahmeausfälle zu verzeichnen waren, ist es nachvollziehbar, dass der Kampf um die zusätzlichen Einnahmen aus dem Glücksspiel mit großer Vehemenz geführt wurde.

Glücksspiel wichtiger Wirtschaftsfaktor für Südtirol

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Südtirol ist in vielerlei Hinsicht eine besondere Gegend. Die italienische Provinz ist autonom, aber trotzdem nicht völlig unabhängig von den Entscheidungen der italienischen Regierung. Deswegen ist es wichtig, dass nun ein vernünftiger Kompromiss erzielt worden ist, bei dem die Interessen der Provinzen Südtirol und Trient berücksichtigt werden. Vor allem in Südtirol haben die Ausfälle im Tourismus zu erheblichen Finanzierungslücken geführt. Auch wenn sich zuletzt wieder einiges normalisiert hat, wird es wohl noch eine Weile dauern, bis sich Südtirol von den finanziellen Problemen, die durch die Gesundheitskrise entstanden sind, komplett erholen wird. Deswegen ist es wichtig, dass die Einnahmen aus dem Glücksspiel nicht vollständig an den italienischen Staat abschließen.

Auch in Südtirol gibt es viele Glücksspiel-Fans, die gelegentlich oder regelmäßig spielen. Der Staat verdient an den Glücksspielen, aber die Steuereinnahmen fließen zum größten Teil nicht direkt in die Kassen der Südtiroler Gemeinden. Deswegen ist Südtirol auch davon abhängig, dass die Regierung in Rom gute Entscheidungen trifft. Die aktuellen Äußerungen der zuständigen Politiker in Bozen deuten darauf hin, dass ein zufriedenstellender Kompromiss erzielt worden ist. Lange Zeit hatte man in Südtirol befürchtet, dass ein zu niedriger Anteil an den Glücksspieleinnahmen in die Provinzkasse fließen würde. Daraus wären wiederum diverse neue Probleme entstanden, denn ohne die Glücksspieleinnahmen sähe die finanzielle Situation noch schlechter aus als ohnehin schon.

Glücksspiele sind wichtig für Staatseinnahmen

Nicht nur in Südtirol ist es Glücksspiel wichtig für den Staat. Dabei gibt es vor allem zwei Aspekte, die berücksichtigt werden müssen. Zum einen ist die Glücksspielbranche ein wichtiger Arbeitgeber. Für Spielautomaten werden nicht nur Betreiber gebraucht, sondern auch Automatenaufsteller. Dazu muss es Spielehersteller geben, die dafür sorgen, dass immer wieder attraktive Spielautomaten auf den Markt kommen. Wenn Glücksspiele in einer Spielhalle oder eine Spielbank angeboten werden, hängen zahlreiche Arbeitsplätze von diesem Glücksspielangebot ab. Aber auch in der Gastronomie ist das Glücksspiel vielerorts ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, da die Attraktivität des Angebots insgesamt gesteigert wird.

Für den Staat ist es gut, wenn es eine leistungsstarke Glücksspielbranche gibt, die viele Arbeitsplätze schafft und ordentliche Gehälter bezahlt. Darüber hinaus profitiert der Staat von Steuern und Abgaben. In Deutschland ist es so, dass die Abgaben in der Regel direkt in die Kommunen fließen, während die Steuern üblicherweise an das Land oder den Bund fließen. Von der Vergnügungssteuer bis zur neu eingeführten Glücksspielsteuer für Online-Casinos kassiert der Staat an vielen Stellen in der Glücksspielbranche mit. Am aktuellen Beispiel Südtirol lässt sich sehr schön zeigen, wie wichtig der Wirtschaftsfaktor Glücksspiel mitunter sein kann. In Deutschland ist die Glücksspielbranche ein Milliardengeschäft.

Nachfrage nach Glücksspiel muss kanalisiert werden

Unter Experten ist es einhellige Meinung, dass es nicht möglich ist, Glücksspiele komplett zu verbieten. Vielmehr vertreten die meisten Experten die Auffassung, dass ein attraktiver legaler Glücksspielmarkt, der mit einem vernünftigen Spielerschutz ausgestattet ist, die beste Lösung darstellt, um mit Glücksspielen umzugehen. Angesichts der finanziellen Vorteile, die der Staat durch das Glücksspiel hat, liegt es nahe, das Glücksspiel ordentlich zu besteuern und Abgaben zu kassieren. Aber auf der anderen Seite müssen die Belastungen für die Glücksspielanbieter in einem vernünftigen Rahmen bleiben, damit die Angebote attraktiv bleiben können. Ansonsten tritt ein Effekt ein, der am Ende den Spielern und dem Staat schadet: Die Spieler nutzen die Glücksspielanbieter auf dem Schwarzmarkt, die weder kontrolliert werden noch Steuern und Abgaben zahlen.