Das amerikanische Investment-Unternehmen Blackstone hat „The Cosmopolitan“ in Las Vegas für 5,7 Milliarden Dollar verkauft. Der Casino-Komplex war sieben Jahre lang im Besitz von Blackstone. Damals hatte Blackstone „The Cosmopolitan“ für 1,7 Milliarden Dollar gekauft. Somit ergibt sich zumindest nominal ein Gewinn von 4 Milliarden Dollar. Aber selbstständig muss berücksichtigt werden, dass Blackstone im Laufe der Jahre diverse Investitionen getätigt hat, um den Casino-Komplex zu modernisieren. Trotzdem dürfte sich das Geschäft für Blackstone erheblich gelohnt haben. Ein Grund, warum es möglich war, das Luxus-Casino zu einem hohen Preis zu verkaufen, ist, dass Las Vegas wieder im Aufschwung ist.

Blackstone verkauft Top-Casino zu Top-Preis

Las Vegas | Cosmopolitan

„The Cosmopolitan“ ist einer der interessantesten Casino-Komplexe in Las Vegas. Das Casino existiert seit 2010 und gehört seit der Öffnung zu den größten Glücksspielanbietern in Las Vegas. Über 3.000 Zimmer sind verfügbar in dem Hotel-Casino. Allein das Casino hat eine Grundfläche von 10.000 Quadratmetern. Zu „The Cosmopolitan“ gehören zahlreiche Spas, Ladengeschäfte, Restaurants, Bars, Pools und noch andere Einrichtungen, die den Gästen das Leben versüßen. Es gibt sogar ein großes Theater mit einer Kapazität von 3.200 Plätzen. In diesem Theater finden regelmäßig Konzerte und andere Events statt. Das Ende der Gesundheitskrise ist eingeläutet und deswegen ist davon auszugehen, dass „The Cosmopolitan“ bald wieder Umsätze wie vor der Krise erwirtschaften wird. Das dürfte ein wichtiger Faktor für den Käufer gewesen sein. In jedem Fall ist es aber bemerkenswert, dass Blackstone dazu in der Lage ist, einen Mega-Deal abzuwickeln, obwohl Las Vegas eine der schwierigsten Phasen der Geschichte hinter sich hat. Durch die Gesundheitskrise musste in Las Vegas zeitweise alle Casinos schließen. Aber für Investoren zählen die langfristigen Aussichten. Trotzdem ist es bemerkenswert, dass „The Cosmopolitan“ für einen derart hohen Preis verkauft werden konnte.

Blackstone hat in einer Mitteilung an die eigenen Investoren betont, dass der Verkauf von „The Cosmopolitan“ das erfolgreichste Immobiliengeschäft in der Geschichte von Blackstone markiere. Auch daran wird deutlich, dass es sich um eine ungewöhnliche Verkaufsleistung handelt, die Blackstone auf die Beine gestellt hat. In den Besitz von „The Cosmopolitan“ war Blackstone gelangt, weil die Deutsche Bank im Jahr 2014 dringend einen Käufer suchte. Der ursprüngliche Besitzer Ian Bruce Eichner konnte aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten die Immobilie nicht halten und die Deutsche Bank stand plötzlich mit einer riesigen Immobilie in Las Vegas da, die zum damaligen Zeitpunkt vor allem mit hohen Kosten verbunden war. Deswegen konnte Blackstone „The Cosmopolitan“ für 1,7 Milliarden Euro erwerben. Aus heutiger Sicht war das ein Schnäppchenpreis. Auch das muss bedacht werden bei der Bewertung des aktuellen Verkaufspreises. Unter normalen Bedingungen hätte Blackstone wahrscheinlich im Jahr 2014 mehr bezahlen müssen und dementsprechend wäre der Profit im Jahr 2021 niedriger ausgefallen. Aber Blackstone war damals wohl der einzige Interessent und konnte deswegen einen sehr günstigen Kaufpreis aushandeln.

MGM Resorts International übernimmt „The Cosmopolitan“

Es gibt nicht viele Glücksspielkonzerne, die sich einen Casino-Komplex wie „The Cosmopolitan“ leisten können. Auch das ist ein Grund, warum es viele Experten gibt, die durchaus verwundert sind, warum ein derart hoher Kaufpreis beim aktuellen Geschäft erzielt werden konnte. Aber MGM Resorts International ist dazu bereit, einen Preis von 5,7 Milliarden Dollar zu bezahlen. Einige führende Mitarbeiter bei der Deutsche Bank, die damals am Geschäft mit „The Cosmopolitan“ beteiligt waren, dürften die aktuellen Nachrichten alte Wunden aufreißen. Die Deutsche Bank hat damals nach dem Kauf von „The Cosmopolitan“ viel Geld investiert und beim Verkauf wahrscheinlich einen dreistelligen Millionenbetrag verloren. Dass der damalige Käufer nun ein Milliardengeschäft vermeldet mit einem riesigen Profit, wird so manchem der damals beteiligten Bankmanager nicht besonders gut gefallen.

Blackstone hat insgesamt eine halbe Milliarde in „The Cosmopolitan“ investiert. Angesichts des beeindruckenden Kaufpreises hat sich die Investition in jedem Fall gelohnt. Mittlerweile ist „The Cosmopolitan“ sehr gut aufgestellt und es spricht einiges dafür, dass MGM Resorts International mit dem Casino-Komplex in den nächsten Jahren viel Geld verdienen wird. Der Casino-Spezialist betreibt bereits mehrere große Casinos in Las Vegas. Darüber hinaus ist MGM Resorts International auch an anderen Standorten aktiv, nicht nur in den USA. Unter anderem betreibt MGM Resorts International auch in Macau Casinos. Investmentfirmen haben nicht immer den besten Ruf, aber letztlich profitieren auch die zahlreichen Mitarbeiter von „The Cosmopolitan“ im Moment davon, dass Blackstone ein gutes Geschäft gemacht hat, denn derzeit deutet alles darauf hin, dass die vorhandenen Arbeitsplätze über viele Jahre erhalten bleiben. Vielleicht werden sogar noch einige neue Arbeitsplätze hinzukommen.

Glücksspiel ist und bleibt Milliardengeschäft

Es ist immer wieder beeindruckend, mit welchen Summen in der Glücksspielbranche hantiert wird. Das stationäre Glücksspiel ist und bleibt dabei die Basis für die gesamte Branche, auch wenn dies während der Gesundheitskrise aufgrund der besonderen Rahmenbedingungen zeitweise anders war. Aber generell gilt wohl, dass die Casinos in Las Vegas noch sehr lange deutlich mehr Geld umsetzen werden als alle Online Casinos in den USA zusammen. Vielleicht ändert sich das irgendwann einmal, aber einstweilen gilt, dass die meisten Glücksspiel-Fans doch das „echte“ Erlebnis in einer Spielbank, eine Spielhalle oder einem großen Casino in Las Vegas dem digitalen Erlebnis vorziehen.