Blackstone kauft den Casino-Giganten Crown Resorts für 6,3 Millionen Australische Dollar. Das ist ein spektakulärer Deal, der sich allerdings zu einem guten Geschäft für den Privat-Equity-Spezialisten Blackstone entwickeln könnte. Auch wenn der Kaufpreis eine beeindruckende Höhe hat, liegt er doch unter dem Börsenwert im Jahr 2019, also vor der Gesundheitskrise. Ein großartiges Geschäft für den Verkäufer sieht anders aus. Aber eine Rolle spielte beim aktuellen Deal, dass James Packer, der wichtigste Investor von Crown Resorts, aus dem Geschäft aussteigen will. Nach diversen Skandalen und Rückschlägen war das Maß wohl voll, sodass Packer das Casino-Geschäft hinter sich lassen will.

Blackstone übernimmt Crown Resorts für 6,3 Milliarden Australische Dollar

Crown Resorts Casino

Mit Casinos lässt sich viel Geld verdienen. Das wird deutlich am aktuellen Kaufpreis für Crown Resorts. Wenn ein Geschäft 6,3 Milliarden Australische Dollar wert ist, ist das für sich genommen bereits eine starke Aussage. Für James Packer, den Gründer und größten Investor von Crown Resorts endet nach anderthalb Jahrzehnten eine Ära. Packer stammt aus einer der reichsten Familien Australiens und hatte den Plan, mit dem Casino-Geschäft das zuvor bestehende Medien-Imperium komplett umzubauen. Teilweise ist dies gelungen, aber mit dem Verkauf von Crown Resorts bleibt dieses Projekt letztlich unvollendet. Für die Aktionäre ist die Übernahme durch Blackstone allerdings eine positive Sache. Der Aktienkurs stieg unmittelbar nach der Bekanntgabe der Entscheidung um zwei Prozent.

Die meisten Analysten bewerten den Kaufpreis als fair, auch weil es einige Unsicherheiten im Casino-Geschäft in Australien gibt. Blackstone hatte bereits vor der aktuellen Übernahme einen Anteil von zehn Prozent an Crown Resorts. In der nahen Zukunft wird es vor allem darum gehen, das Geschäft neu aufzustellen und ein besseres Verhältnis zu den zuständigen Regulierungsbehörden aufzubauen. Nicht zuletzt wird es darum gehen, diverse Ermittlungen, die derzeit laufen, durch proaktives Handeln zu einem positiven Abschluss zu bringen. Crown Resorts wird vorgeworfen, mit kriminellen Organisationen zusammengearbeitet haben. In der Folge seien falsche Angaben zu den Geschäften gemacht worden. Das sind schlimme Vorwürfe, die wahrscheinlich auch nicht durch den Eigentümerwechsel einfach aus der Welt geschafft werden können.

Kein einfaches Geschäft für Blackstone

Ob sich der Kauf von Crown Resorts für Blackstone lohnt, wird nicht zuletzt davon abhängen, ob Blackstone es schafft, die Lizenz für die wichtigste Spielbank des Unternehmens in Sydney zurückzubekommen. Derzeit ist die Lizenz ausgesetzt aufgrund der diversen juristischen Probleme. Im Moment verdient Crown Resorts vor allem mit einer Spielbank in Melbourne viel Geld. Allerdings steht auch dieses Casino unter Druck, denn ein staatlich bestellter Supervisor kontrolliert zwei Jahre lang, dass alles mit rechten Dingen zugeht. In den nächsten Monaten wird es vor allem darum gehen, im direkten Gespräch mit den Behörden einen Ausweg aus der schwierigen Gesamtsituation zu finden. Nach dem Eigentümerwechsel sollte es deutlich einfacher sein darzulegen, dass die Geschäfte in Zukunft seriöser und korrekter abgewickelt werden.

Für James Packer könnte sich der Aufbau von Crown Resorts am Ende als gute Investition darstellen. Wenn alles wie geplant läuft, erhält der Firmengründer 3,3 Milliarden Australische Dollar. Das ist eine Summe, mit der James Packer das nächste Geschäft aufbauen oder den Rest seines Lebens in der Hängematte bleiben kann. Aktuelle Presseberichte deuten an, dass die Hängematten-Option vielleicht nicht ganz abwegig is. Nach dem Stress der letzten Jahre kann es gut sein, dass James Packer ein etwas ruhigeres Leben außerhalb der Öffentlichkeit bevorzugt. Die großen Pläne, aus Crown Resorts einen internationalen Glücksspielanbieter zu machen mit Standorten in Las Vegas, Macau und Australien, sind gescheitert. Aber wer am Ende des Scheiterns 3,3 Milliarden Australische Dollar erhält, muss sich nicht allzu sehr grämen.

Glücksspielgeschäft ist keine einfache Sache

Das Glücksspielgeschäft zieht viele Gründer und Investoren an, da es viel Geld zu verdienen gibt. Aber es gibt auch große Geschichten des Scheiterns in der Glücksspielbranche. Die meisten Probleme für Glücksspielanbieter entstehen durch Regulierungen. Oder etwas genauer formuliert:  durch Verstöße gegen Regulierungen. Es ist eine besondere Kunst, in einem streng regulierten Glücksspielmarkt ohne juristische Schwierigkeiten ein lukratives Geschäft zu betreiben. Auch in Deutschland sehen sich die Glücksspielanbieter immer wieder neuen Herausforderungen durch die sich häufig ändernde Regulierung ausgesetzt. Das gilt neuerdings auch für die Betreiber der Online Casinos, die sich an die Regeln des neuen Glücksspielstaatsvertrags halten müssen.