Bet-at-home ist nicht nur ein Glücksspielanbieter, sondern auch ein börsennotiertes Unternehmen. Aus diesem Grund hat Bet-at-home nun eine Warnung aussprechen müssen, dass die Wirtschaftsdaten im zweiten Halbjahr 2022 deutlich nach unten gehen könnten. Konkret werden die neu eingeführten Limits in Deutschland als Ursache angeführt. Es gibt auf der Basis der neuen Glücksspielregulierung zwei Limits: Ein Einzahlungslimit und ein Einsatzlimit. Das Einzahlungslimit liegt bei 1.000 Euro pro Monat. Das Einsatzlimit beträgt 1 Euro pro Spielrunde. Das sind vergleichsweise niedrige Limits, die deutlich unter dem liegen, was High Roller Einzahlung einsetzen möchten. Genau an dieser Stelle entsteht ein Problem für Bet-at-home und viele andere Online-Glücksspielanbieter.

Bet-at-home sieht Limits in Deutschland als Problem

Umsatz rückgängig

Wie verdient ein Online-Glücksspielanbieter Geld? Die Kunden machen Einzahlungen und setzen das eingezahlte Geld. Ein großer Teil des Gelds wird in Online-Casinos ausgeschüttet als Gewinn. Bei Spielautomaten liegen die Auszahlungsquoten typischerweise zwischen 94 und 98 Prozent. Aber auch, wenn das hohe Werte sind, liegen die Werte doch immer unter 100 Prozent, denn der Glücksspielanbieter muss Geld verdienen. Ein kleiner Teil des Geldes bleibt im Casino. Das ist das klassische Prinzip, das bei allen Glücksspielanbietern zu finden ist. Die Bank muss am Ende nur einen kleinen Vorteil haben, um einen ordentlichen Verdienst zu erzielen.

Ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat ist ein Problem für viele Online-Glücksspielanbieter, denn es gibt eine Kundengruppe, die regelmäßig oder gelegentlich deutlich mehr einzahlt. Diese Kunden fallen vorerst in Deutschland komplett weg. Es ist zwar vorgesehen, dass irgendwann spezielle Limits in Höhe von 10.000 Euro und 30.000 Euro für diese Kundengruppe geschaffen werden. Aber ob und wann dieses Vorhaben umgesetzt wird, ist bislang völlig unklar. Einstweilen haben die High Roller wohl nur die Möglichkeit, auf dem illegalen Glücksspielmarkt im Internet aktiv zu werden. Das ist ein riesiges Problem für seriöse Glücksspielanbieter wie Bet-at-home, die sich an die Regeln halten.

Sportwettenanbieter klagen bereits gegen Einzahlungslimit

Das Einsatzlimit von 1 Euro stört auch viele Glücksspiel-Fans. Aber vermutlich könnten sich die meisten Spieler mit diesem Limit noch in irgendeiner Form arrangieren. Das Einzahlungslimit ist allerdings ein Problem, an dem kein Weg vorbei führt für High Roller. Alle Online-Buchmacher, die in Deutschland eine Lizenz auf der Basis der neuen Glücksspielregulierung bekommen haben, versuchen im Moment auf dem juristischen Weg das Einzahlungslimit aus der Welt zu schaffen. Es ist unklar, ob dieses Vorhaben gelingt. Aber es ist bemerkenswert, dass alle Lizenzinhaber im Sportwetten-Bereich gegen das Einzahlungslimit klagen. Sollten diese Klagen erfolgreich sein, hätte das wohl auch direkte Auswirkungen auf das Einzahlungslimit in Online-Casinos.

Aber aktuell muss sich Bet-at-home genauso wie alle anderen seriösen Online-Casinos damit auseinandersetzen, dass es das Einzahlungslimit von 1.000 Euro gibt. Entsprechend müssen die Aktionäre gewarnt werden, dass der Umsatz und der Gewinn sinken könnten. Ob es dazu wirklich kommt, muss sich in der Praxis zeigen. Aber die meisten Glücksspielexperten gehen davon aus, dass die legalen Glücksspielanbieter in Deutschland sinkende Umsätze und Gewinne registrieren werden. Gleichzeitig könnte der Umsatz auf dem Schwarzmarkt deutlich steigen, denn es ist nicht davon auszugehen, dass gerade die High Roller ihr geliebtes Hobby aufgeben werden, nur weil ein paar Politiker in Deutschland ein Einzahlungslimit beschlossen haben.

Neue Limits müssen schon bald umgesetzt werden

Nach Auskunft von Bet-at-home müssen die Glücksspielanbieter in Deutschland die neu eingeführten Limits spätestens bis zum 1. Juli 2022 umsetzen. Aktuell gibt es bereits diverse Glücksspielanbieter, die das Einzahlungslimit und das Einsatzlimit beachten. Aber es gibt wohl noch diverse Lücken, die zum 1. Juli 2022 geschlossen werden sollen. Insgesamt wirkt die Einführung der neuen Glücksspielregulierung in Deutschland nicht besonders professionell. Alle möglichen Regeln werden beschlossen und die Glücksspielanbieter werden dazu aufgefordert, diese Regeln umzusetzen. Aber auf der anderen Seite schafft es die zuständige Glücksspielbehörde, das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, aktuell nicht, mehr als eine Lizenz (Erlaubnis) zu vergeben. Vielleicht wäre es sinnvoll, zuerst einmal an dieser Stellschraube zu drehen, denn die Umsetzung der neuen Glücksspielregulierung wäre wohl einfacher, wenn die Glücksspielbehörde sich direkt mit Lizenzinhabern auseinandersetzen könnte und nicht nur in den Wald hineinrufen müsste, um auf die Einhaltung der Regeln zu pochen.