Ulrich Mäurer, der Innensenator von Bremen, hat sich beim Deutschen Presserat über Sportwetten-Artikel in der „Bild“ beschwert. In der Beschwerde legt Mäurer auf 233 Seiten dar, warum er das Angebot von BildBet, eine Kooperation zwischen „Bild“ und einem maltesischen Buchmacher, problematisch bewertet. Im Kern geht es darum, dass Ulrich Mäurer der Ansicht ist, dass „Bild“ nicht klar zwischen Werbung und redaktionellen Inhalten unterscheide. In vielen Artikeln fehle eine kritische Bewertung der Sportwetten. Die Kombination einer eigenen Sportwetten-Marke und Artikeln, die auf einer journalistischen Plattform erscheinen, sieht nicht nur Ulrich Mäurer kritisch.

Springer widerspricht Beschwerde von Bremer Innensenator

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Für den Springer-Verlag, der sich zur Beschwerde von Ulrich Mäurer geäußert hat, sind die Vorwürfe nicht haltbar. Vielmehr finde eine klare Trennung zwischen den redaktionellen Inhalten und der Werbung statt. Die Berichterstattung über Sportwetten sei „anspruchsvoll“, sodass journalistischen Ansprüchen Genüge getan werde. Ob diese Replik Ulrich Mäurer besänftigt, darf bezweifelt werden. Der Bremer Innensenator ist schon seit einiger Zeit ein großer Kritiker der Werbung für Sportwetten und Glücksspiele. Am liebsten würde Ulrich Mäurer die Werbung komplett verbieten. Allerdings geht es bei der Beschwerde über „Bild“ nicht darum, dass überhaupt Werbung stattfindet. Vielmehr vertritt Mäurer die Auffassung, dass die Werbung nicht ausreichend gekennzeichnet sei.

Eine klare Trennung zwischen redaktionellen Inhalten und Werbung ist im Journalismus Standard. Allerdings ist auch nicht immer einfach zu entscheiden, wo redaktionelle Inhalte enden und wo Werbung anfängt. Ulrich Mäurer stört sich daran, dass in erster Linie positiv über Sportwetten berichtet werde. Der Deutsche Presserat wird sich genau anschauen, ob das tatsächlich der Fall ist. Aber selbst eine positive Berichterstattung muss nicht zwingend bedeuten, dass es sich um Werbung handelt. Allerdings liegt der Verdacht nahe, dass „Bild“ durch BildBet eigene Interessen hat, die sich unter Umständen auch in der Berichterstattung über Sportwetten niederschlagen könnten. Genau dies bestreitet der Springer-Verlag allerdings vehement.

Werden Sportwetten zu positiv dargestellt?

Ulrich Mäurer stört sich daran, dass in der „Bild“ Sportwetten oftmals so dargestellt würden, als ob es möglich sei, mit geeigneten Strategien sichere Gewinne zu erzielen. Der Glücksfaktor werde relativiert und die strategische Planbarkeit von Sportwetten betont. Das ist ein heftiger Vorwurf, der, falls er zuträfe, eine Rüge des Deutschen Presserats aller Voraussicht nach begünstigen würde. Allerdings muss erst geklärt werden, ob dieser Vorwurf überhaupt stimmt. Es ist wohl nicht völlig falsch anzunehmen, dass Ulrich Mäurer nicht völlig neutral auf die Berichterstattung über Sportwetten schaut. Der Bremer Innensenator positioniert sich schon sehr lange als vehementer Gegner von Sportwetten und Glücksspielen in den Medien.

Eine Sache ist klar: Es ist nicht möglich, mit Sportwetten sichere Gewinne zu erzielen. Auch wenn es immer wieder Geschichten von Sportwetten-Profis gibt, die angeblich seit vielen Jahren von Sportwetten leben, ist die Realität doch, dass der Glücksfaktor bei Sportwetten entscheidend ist. Es gibt viele kleine und große Gründe, bei Sportwetten davon auszugehen, dass in erster Linie der Glücksfaktor maßgeblich ist. Wäre es anders, könnte jedenfalls kein Buchmacher überleben. Das bedeutet nicht, dass es nicht Strategien geben kann, mit denen es möglich ist, die Sportwetten-Gewinne zu optimieren. Aber eine Strategie, mit der es möglich wäre, ständig jeden Buchmacher zu schlagen, ist nicht verfügbar.

Sportwetten und Glücksspiele dienen der Unterhaltung

Sowohl bei „Bild“ als auch im Bremer Senat wäre man gut beraten, den Unterhaltungswert der Sportwetten und Glücksspiele anzuerkennen und zu betonen. Wer Sportwetten und Glücksspiele als Möglichkeit betrachtet, Geld zu verdienen, ist auf einem gefährlichen Pfad unterwegs. Kurzfristig ist es durchaus möglich, mit Sportwetten oder Spielautomaten lukrative Gewinne zu erzielen. Langfristig sind diese Angebote jedoch so ausgerichtet, dass immer der Anbieter einen Vorteil hat. Andernfalls gäbe es weder Sportwetten noch Casino-Spiele. Mit der richtigen Einstellung können Sportwetten und Casino-Spiele allerdings viel Spaß machen.

Für viele Glücksspiel- und Sportwetten-Fans geht es nicht darum, einen sicheren Gewinn zu kassieren. Viele Fußballfans tippen beispielsweise auf die Spiele ihrer Lieblingsmannschaft, um die Spannung zu erhöhen. Glücksspiel-Fans möchten sich vielleicht von einem harten Arbeitstag entspannen, indem sie ein paar Runden an einem Online-Slot zocken. Es gibt viele gute Gründe, mit Sportwetten und Glücksspielen Spaß zu haben. Wenn allerdings an irgendeiner Stelle der Eindruck erweckt werden sollte, dass es möglich wäre, mit Sportwetten und Glücksspielen planbare Gewinne zu erzielen, wäre das einigermaßen verwerflich.