Wenn eine Bank eine Zahlung an ein Online-Casino autorisiert, kann der Kunde das Geld nicht von der Bank zurückverlangen. Das klingt einleuchtend, oder? In einem aktuellen Fall hat sich der Bundesgerichtshof genau zu dieser Frage geäußert, aber es ging um ein Online-Casino ohne Lizenz in Deutschland. Das zuständige Landgericht hatte eine Revision zugelassen, nachdem es gegen den Kläger entschieden hatte. Doch der Bundesgerichtshof wies die Revision ab und erklärte, dass die Rechtslage eindeutig sei. Eine Bank müsse auch dann keine Rückerstattung leisten, wenn der Online-Glücksspielanbieter nicht legal ist. Für Juristen ist die Stellungnahme des Bundesgerichtshofs keine Überraschung.

Im Online-Casino Geld verlieren und Bank zahlt zurück?

Glücksspiel Image

Das Geschäftsmodell klingt großartig: Ein Spieler zahlt in einem Online-Casino ohne Lizenz ein und beginnt, nach Lust und Laune zu spielen. Bei einem großen Gewinn beschwert sich der Spieler selbstverständlich nicht, sondern zahlt das Geld aus. Wenn hingegen ein Verlust entsteht, wird die Bank verklagt und die Bank muss das Geld zurückerstatten. Würde dies funktionieren, wäre das so etwas wie der Heilige Gral für Glücksspiel-Fans. Aber der Bundesgerichtshof hat mit seiner aktuellen Stellungnahme klargemacht, dass dieses Geschäftsmodell in Deutschland nicht funktioniert. Im aktuellen Fall ging es um Transaktionen aus dem Jahr 2015 und 2016. Aber da sich bezüglich der juristischen Basis hinsichtlich der Online-Casinos ohne Lizenz nicht viel geändert haben dürfte, funktioniert das Geschäftsmodell auch unter dem neuen Glücksspielstaatsvertrag nicht.

Es ist völlig normal, dass Spieler Geld verlieren. Genauso wie beim Lotto und bei jedem anderen Glücksspiel kann es auch bei Online-Spielautomaten und anderen Glücksspielen passieren, dass der gesamte Einsatz verloren geht. Jeder klar denkende Glücksspiel-Fan weiß das und betreibt entsprechendes Geldmanagement. Etwas vereinfacht ausgedrückt: Spieler sollten immer nur das Geld einsetzen, das sie verlieren können, ohne in der folgenden Nacht schlecht zu schlafen. Wer sich daran hält, verliert nie zu viel Geld. Aber manchmal werden Spieler übermütig oder haben sich nicht gut unter Kontrolle. Und dann kann es passieren, dass der Verlust plötzlich zu hoch wird. Doch ist es wirklich fair, die Bank zu verklagen, die nur als Mittler funktioniert hat? Hätte der Spieler vielleicht sogar die Bank verklagt, wenn sie die Transaktion nicht autorisiert hätte?

Kluge Spieler wählen lizenzierte Online-Casinos

In der Zeit, als der Spieler, der im aktuellen Fall als Kläger auftrat, sein Geld verloren hat, gab es in Deutschland noch keine lizenzierten Online-Casinos. Aber das hat sich grundlegend geändert. Mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 ist ein Lizenzierungssystem geschaffen worden, das es den Spielern in Deutschland ermöglicht, legal und sicher in Online-Casinos zu spielen. Wer trotzdem in Online-Casinos ohne Lizenz spielt, muss am Ende auch die Konsequenzen seines Handelns tragen. Die Spieler, die sich ausschließlich in Online-Casinos mit Lizenz bewegen, haben den großen Vorteil, dass ein hochwertiger Spielerschutz umgesetzt wird.

In den deutschen Online-Casinos ist es etwa nicht möglich, mehr als 1000 Euro pro Monat zu verlieren. Zwar sind höhere Einzahlungslimits geplant, aber nur gegen entsprechende Belege, dass die finanziellen Möglichkeiten für höhere Limits gegeben sind. Zudem gibt es ein Spielersperrsystem (OASIS), das alle Spieler in Deutschland nutzen können, um sich selbst von den legalen Glücksspielangeboten ausschließen zu lassen. Neben den Online-Casinos werden auch noch die Spielhallen und die Spielbanken in Deutschland von diesem neuen System erfasst. Perfekt ist die neue Glücksspielregulierung nicht, aber der Spielerschutz ist an vielen Stellen deutlich besser geworden, zumindest auf dem legalen Glücksspielmarkt.

Problemspieler müssen individuell geschützt werden

Die Erfahrungen mit Problemspielern der letzten Jahrzehnte zeigen, dass es sehr schwierig ist, über allgemeine Schutzregeln wie Einzahlungslimits und Einsatzlimits diesen Spielerkreis zu erreichen. Das gilt insbesondere beim Online-Glücksspiel, denn es gibt nach wie vor einen potenten Schwarzmarkt. Der sichere und legale Online-Glücksspielmarkt ist in Deutschland deswegen nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite der Medaille muss ein vehementer Kampf gegen den Schwarzmarkt sein. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat den Kampf bereits aufgenommen. Spötter meinen zwar, dass die Erfolgsaussichten ähnlich aussichtsreich seien wie für Don Quichotte beim Kampf gegen die Windmühlen. Aber vielleicht wird die neue Glücksspielbehörde in Deutschland auch unterschätzt.