In Niedersachsen benötigt jede Spielhalle in Zukunft eine Zertifizierung. Das ist eine der wichtigsten Neuerungen, die das neue Spielhallengesetz in Niedersachsen mit sich bringt. Demnach müssen bis Ende März alle Betriebe die Sachkundeprüfung abschließen. Für die Zertifizierung, die mit dem neuen Spielhallengesetz geschaffen wurde, gilt hingegen eine Frist bis Ende Juni 2024. Somit bleibt noch ein wenig Zeit, um die nötigen Schritte einzuleiten. Allzu lang sollten die Spielhallen-Betreiber aber nicht zögern, denn es müssen einige wichtige Entscheidungen getroffen werden. Aktuell gibt es zwei Standards, die in Niedersachsen anerkannt werden. Für eine der beiden Varianten muss sich jeder Spielhallen-Betreiber entscheiden.

Neue Zertifizierung von Spielhallen in Niedersachsen

Spielhalle

In Niedersachsen sollen die Spielhallen noch besser und seriöser werden. Deswegen hat die Landesregierung mit dem neuen Spielhallengesetz eine Zertifizierung eingeführt, die alle Betriebe durchlaufen müssen. Die Zertifizierung soll sicherstellen, dass ein Mindestniveau erreicht wird. Grundsätzlich ist dies der richtige Weg, denn Qualität sollte wichtiger sein als Quantität. Qualität lässt sich aber in erster Linie über Zertifizierungen erreichen. Wenn ein Spielhallen-Betreiber bestimmte Vorgaben erfüllen muss, um eine Zertifizierung zu bekommen, hebt dies insgesamt das Qualitätsniveau. Schon jetzt gibt es zahlreiche Spielhallen in Niedersachsen, die bestens vorbereitet sind auf die Zertifizierung. Aber es gibt auch Spielotheken-Betreiber, die einiges investieren müssen, um die Zertifizierung zu schaffen.

Der Bundesverband Automatenunternehmer (BA) unterstützt die betroffenen Unternehmerinnen und Unternehmer in Niedersachsen bei der Zertifizierung. Im Februar wird eine umfassende Informationsveranstaltung stattfinden. Dabei wird auch erklärt, warum es aktuell zwei verschiedene Standards gibt, die zulässig sind. Die niedersächsischen Spielhallen-Betreiber können sich nach dem DAW-Standard und dem GZQG-Standard zertifizieren lassen. Bei der Informationsveranstaltung wird umfassend erklärt, wo die Vorteile und Nachteile der beiden Varianten sind. Wichtig ist, dass alle Spielhallen-Betreiber das Thema auf dem Schirm haben, denn ohne Zertifizierung geht ab Mitte 2024 nichts mehr. Auch wenn bis dahin noch viel Zeit auf dem Kalender ist, sollten schon jetzt die notwendigen Maßnahmen eingeleitet werden.

Qualität wichtiger als Quantität beim Glücksspiel

In Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren in der Politik in weiten Teilen die Überzeugung durchgesetzt, dass alles besser würde, wenn die Anzahl der Glücksspielanbieter im terrestrischen Bereich reduziert würde. Weniger Spielhallen würden automatisch zu besserem Spielerschutz führen. Diese Überzeugung hat aber nicht viel mit der Realität zu tun. Wenn es keine Spielhalle in der näheren Umgebung gibt, nehmen Glücksspiel-Fans auch weite Wege auf sich. Zudem gibt es schon seit Jahren Online-Casinos, die als einfache Alternativen zur Verfügung stehen. Lange Zeit wurden die Online-Casinos überhaupt nicht kontrolliert. Mittlerweile gibt es wenigstens einige legale Online-Casinos in Deutschland. Trotzdem gibt es in vielen Bundesländern das Bestreben, die Anzahl der Spielhallen weiter zu reduzieren. In Niedersachsen hat man nun mit der Zertifizierung zumindest eine Basis geschaffen, mit der die Spielhallen-Betreiber nachweisen können, dass sie einen hohen Standard haben.

Es gibt wenige Branchen, die so abhängig sind von der Politik wie die Glücksspielbranche. Wenn die Regulierung liberal ist, floriert die Branche. Wird die Regulierung hingegen verschärft, gehen die Umsätze nach unten. Bei Spielhallen-Betreibern geht es nur begrenzt um unternehmerisches Können oder Talent. Aber die Bereitschaft, juristische Themen zu verstehen und umzusetzen, sollte vorhanden sein. Ständig gibt es neue Verordnungen und Gesetze, mit denen sich die Spielotheken-Betreiber auseinandersetzen müssen. Solange am Ende eine konstruktive Lösung herauskommt, mag dies noch akzeptabel sein. Aber wenn man, so wie in einigen Bundesländern, den Eindruck bekommen kann, es geht nur darum, die Spielhallen-Branche zu zerstören, ist das schwierig.

Glücksspielbranche immer professioneller aufgestellt

Es ist kein Zufall, dass die Automatenbranche nicht den besten Ruf genießt. Früher wurden Spielhallen mitunter von zwielichtigen Personen betrieben. Aber die Branche hat sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt. Mittlerweile müssen Spielhallen-Betreiber umsichtige Unternehmer sein, die in jeder Hinsicht seriös arbeiten. Der entscheidende Faktor ist und bleibt: Die Nachfrage nach Glücksspiel ist hoch. Wenn Spielhallen und Online-Casinos nicht legal verfügbar sind, entstehen auf dem Schwarzmarkt riesige Angebote. Das lässt sich in Deutschland, aber auch in vielen anderen Ländern immer wieder beobachten. Umso wichtiger ist, dass vernünftige rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, nicht nur für Online-Spielautomaten, sondern auch für die klassischen Spielautomaten im terrestrischen Spiel.