Die Aktien der Glücksspielanbieter sind im aktuellen Jahr eine Enttäuschung für viele Investoren. Viele andere Branchen sind deutlich besser gelaufen an den Börsen. Doch woran liegt es, dass gerade die Glücksspielbranche an den Aktienmärkten nicht funktioniert? Auch die Aktien der Videospiel-Unternehmen laufen im Jahr 2021 nicht ganz so gut wie zuvor. Es gibt viele Gründe, warum andere Branchen eine bessere Performance hingelegt haben. Aber langfristig dürften sowohl die Glücksspielanbieter als auch die Videospiel-Unternehmen gut aufgestellt sein. Die Nachfrage nach Glücksspielen und Videospielen ist nicht nur stabil, sondern auf Wachstumskurs. Dieser Trend dürfte noch viele Jahre anhalten.

Glücksspielanbieter leiden unter Gesundheitskrise

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Angesichts der starken Performance vieler Online-Glücksspielanbieter während der Gesundheitskrise wird mitunter übersehen, dass das Rückgrat der gesamten Branche das stationäre Glücksspiel ist. Doch das stationäre Glücksspiel ist nach wie vor beeinträchtigt von der Gesundheitskrise. Obwohl fast überall auf der Welt die Spielbanken und Spielhallen wieder geöffnet haben, gibt es kaum einen Ort, an dem es keine Einschränkungen aufgrund der Gesundheitskrise gibt. Letztlich führt dies dazu, dass die Anzahl der Kunden nicht so hoch ist wie vor der Krise. Es spricht einiges dafür, dass sich die Situation in den nächsten Monaten weiter verbessern wird. Aber eine völlige Entspannung im stationären Glücksspiel wird es wohl kaum vor dem Jahr 2022 geben. Viele Glücksspielanbieter mussten im Laufe der letzten anderthalb Jahre erhebliche Verluste hinnehmen, da die Einnahmen aus dem stationären Glücksspiel deutlich zurückgegangen sind. Langfristig könnte sich das aber durchaus als positive Entwicklung erweisen, und zwar insofern, dass die Gesundheitskrise dazu geführt hat, dass die Investitionen im Bereich Online-Glücksspiel deutlich nach oben gegangen sind.

Ein gutes Beispiel dafür sind die Glücksspielanbieter in der Schweiz. Die Betreiber der Spielbanken haben die Möglichkeit, eine Lizenz für Online-Glücksspiele zu bekommen. Doch erst in der Krise ist vielen Betreibern von Spielbanken in der Schweiz klar geworden, wie wichtig das Online-Glücksspiel ist. Die schweizerischen Online-Casinos sind so gut gelaufen, dass es mittlerweile sogar Debatten darüber gibt, die Regulierung zu verschärfen. Die deutsche Glücksspielbranche war für die Gesundheitskrise insgesamt nicht besonders gut aufgestellt, vor allem im eigenen Land. Die großen Glücksspielanbieter hatten zwar die Möglichkeit, in anderen Ländern Einnahmen aus dem Online-Glücksspiel zu generieren. Aber in Deutschland gibt es erst seit Mitte 2021 die Möglichkeit, Online-Casinos mit deutscher Lizenz zu betreiben. Die Glücksspielbranche wird nach der Gesundheitskrise deutlich besser aufgestellt sein als vorher. Aber aktuell sehen die Investoren vor allem, dass immense Investitionen notwendig sind, um die nötigen Anpassungen vorzunehmen. Das führt letztlich auch dazu, dass viele Glücksspielanbieter die Gewinnerwartungen senken mussten. Vielleicht ist gerade deswegen aktuell ein guter Zeitpunkt, um in diverse Aktien von Glücksspielanbieter zu investieren.

Videospiel-Branche an den Börsen unter Druck

Im letzten Jahr gab es einen riesigen Boom im Bereich der Videospiele. Als das Homeoffice plötzlich zum Standard wurde und fast alle Optionen für die Freizeitgestaltung außerhalb der eigenen vier Wände wegfielen, lag es nahe, dass die Nachfrage nach Videospielen steigen würde. Tatsächlich hat die Branche im Netz einen riesigen Aufschwung erlebt und das Wachstum deutlich vergrößert. Aber in diesem Jahr ist die Situation anders, denn viele Menschen können ihre Arbeit wieder ganz normal nachgehen. Auch viele Optionen zur Freizeitbeschäftigung außerhalb der eigenen vier Wände sind wieder verfügbar. Deswegen erlebt die Videospiel-Branche gerade eine Normalisierung. Das führt auch dazu, dass die Aktienkurse nicht mehr so schnell wachsen wie im letzten Jahr oder sogar sinken. Vielleicht haben einige Investoren zu optimistisch in die Zukunft geschaut, als die Gesundheitskrise begann. Fakt ist aber, dass die Videospiel-Branche insgesamt sehr gut aufgestellt ist.

Für die nächsten Jahre ist ein weiteres Wachstum im Bereich der Videospiele sehr wahrscheinlich. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass die Unternehmen in der Videospiel-Branche insgesamt weiter in einem hohen Tempo wachsen werden. Die Anzahl der Spieler wird steigen, da junge Generationen folgen und die älteren Generationen in Zukunft mehr spielen werden. Das ist eine ganz normale Entwicklung, die letztlich dazu führen wird, dass die Videospiel-Branche sehr gesund bei. Es gibt allerdings auch Risiken. Die Chip-Herstellung wird zumindest kurzfristig noch ein Problem darstellen für viele Unternehmen, auch in der Videospiel-Branche. Wenn zum Beispiel Firmen wie NVIDIA und AMD nicht mehr dazu in der Lage sind, Grafikkarten zu bauen, weil die nötigen Bauteile fehlen, wirkt sich das negativ auf das Wachstum aus.

Nachfrage nach Glücksspielen und Videospielen bleibt hoch

Bei Börsenkursen geht es auch immer darum, dass Erwartungen mit den Kursen verbunden sind, die dann erfüllt oder enttäuscht werden können. Bei der Gaming-Branche sieht es im Moment ein bisschen so aus, als wären die Erwartungen vieler Analysten und Investoren zu hoch gewesen. Das ungewöhnliche Umfeld im Jahr 2020 hat an der einen oder anderen Stelle vielleicht dazu geführt, dass die Erwartung überzogen waren. Im letzten Jahr sind viele Gaming-Aktien großartig gelaufen. Derzeit findet auch in der Glücksspielbranche eine Konsolidierung statt. All das ändert aber nichts daran, dass Glücksspielanbieter und Videospiel-Unternehmen auch in Zukunft einen riesigen Markt bedienen können. Für langfristige Investoren bleibt die Gaming-Branche nach Einschätzung vieler Analysten deswegen trotz der aktuellen Delle in den Aktienkursen interessant.