Der britische Glücksspielanbieter 888 hat eine Kapitalerhöhung durchgeführt, um zusätzliche Ressourcen für den Kauf von William Hill zu generieren. Bei der Ausgabe der neuen Aktien wurden insgesamt 192 Millionen Euro an der Londoner Börse eingenommen. Die gesamte Aktion wurde innerhalb eines Tages abgewickelt. 70,8 Millionen neue Aktien wurden ausgegeben. Die Kapitalerhöhung wurde von den Investmentbanken Morgan Stanley und JP Morgan betreut. Für die Aktionäre von 888 hatte die Kapitalerhöhung einen sehr positiven Effekt. Da die neuen Aktien mit einem Aufschlag von 19,8 Prozent ausgegeben wurden, stiegen die Aktien von 888 unmittelbar nach der Kapitalerhöhung deutlich. 888 will den größten Teil des erlösten Kapitals einsetzen, um die Übernahme von William Hill zu finanzieren.

888 mit Kapitalerhöhung erfolgreich

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Die Kapitalerhöhung ist bei einem börsennotierten Unternehmen technisch eine sehr einfache Sache. Wenn ein Unternehmen wie 888 mehr Geld haben möchte, werden zusätzliche Aktien ausgegeben. Die Erlöse gehen direkt an das Unternehmen. Allerdings setzt eine Kapitalerhöhung voraus, dass ein entsprechendes Interesse vorhanden ist auf dem Kapitalmarkt. Ansonsten kann eine Kapitalerhöhung auch dazu führen, dass der Aktienkurs deutlich unter Druck gerät. Bei 888 war das aber nicht der Fall. Die moderate Kapitalerhöhung wurde sehr positiv aufgenommen von Investoren. Dazu beigetragen haben dürfte auch, dass sich der Vorstand von 888 vor der Kapitalerhöhung intensiv mit den größten Aktionären auseinandergesetzt hat, um die nötige Rückendeckung für diesen Schritt zu haben.

Es ist durchaus denkbar, dass einige der großen Aktionäre die neuen Aktien gekauft haben im Zuge der Kapitalerhöhung. Das wäre in jedem Fall nötig, um die Anteile auf dem alten Niveau zu halten, da die Gesamtanzahl der Aktien gestiegen ist. Die Kapitalerhöhung ist insofern moderat ausgefallen, dass der Kauf von William Hill insgesamt ein Volumen von 2,6 Milliarden Euro hat. Aber wahrscheinlich geht es bei der Kapitalerhöhung vor allem darum, die Liquidität von William Hill auf einem hohen Niveau zu halten. Die Liquidität ist ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, zeitnah weitere Investitionen in den Ausbau des Geschäfts zu tätigen. Insbesondere William Hill dürfte einige Investitionen erfordern, denn das terrestrische Geschäft ist in den letzten Jahren nicht überragend gelaufen.

888 will Übernahme von William Hill erfolgreich gestalten

Die Übernahme von William Hill, genauer von William Hill ohne den US-Anteil des Geschäfts, ist eine Herkulesaufgabe. 888 ist einer der größten europäischen Glücksspielanbieter, aber trotzdem dürfte es nicht ganz einfach werden, einen riesigen Glücksspielanbieter wie William Hill in den Konzern zu integrieren. William Hill hat den großen Vorteil, dass das Geschäft online und offline sehr breit aufgestellt ist. Vor allem in Großbritannien ist William Hill mit einem riesigen Filialnetz vertreten. Aber das terrestrische Glücksspiel und die terrestrischen Sportwetten sind in den letzten Jahren in Großbritannien durch neue Regulierungsmaßnahmen unter Druck geraten. Es muss sich zeigen, ob 888 dazu in der Lage ist, William Hill zu neuen Höhen zu führen.

Aktuell gibt es ein besonderes Spannungspotential, denn die UK Gambling Commission überprüft die Lizenz von William Hill. Sollte die britische Glücksspielbehörde zu der Einschätzung kommen, dass William Hill gegen die Regulierung verstoßen hat, könnte sogar ein Lizenzentzug erfolgen. Allerdings gibt es zumindest bei 888 die Einschätzung, dass nicht zuletzt durch den Eigentümerwechsel eine Lösung möglich sein wird, bei der die Lizenz erhalten bleibt. Aber für den ungünstigsten Fall hat 888 eine Klausel in den Kaufvertrag mit Caesars Entertainment geschrieben, die bei einem Lizenzentzug zu einer deutlichen Reduzierung des Kaufpreises führen würde.

Europäische Glücksspielmarkt wird neu geordnet

Nicht nur in Großbritannien, sondern insgesamt in Europa findet in den letzten Jahren eine komplette Neuordnung statt. Aus auf der einen Seite kaufen die großen Glücksspielanbieter die kleinen. Und manchmal, so wie im Fall von 888 und William Hill, kauft auch ein großer Glücksspielanbieter einen großen Konkurrenten. Darüber hinaus führen die Anstrengungen zahlreicher Staaten, neue Glücksspielregulierungen einzuführen, dazu, dass das Umfeld für die Glücksspielanbieter anspruchsvoller wird. Es bleibt angesichts der nicht ganz einfachen Ausgangslage abzuwarten, ob die Übernahme von William Hill durch 888 auch noch in zehn Jahren als Erfolg gewertet wird.