In den Augen der Gesetzeshüter und auch in denen von so manchen Aktivisten sollen die bisher existierenden Vorschläge deutlich härter ausfallen, die das Ziel verfolgen, nun auch noch das Online Wetten mit Kreditkarte zu verbieten. Durch solche Maßnahmen soll in Zukunft verhindert werden, dass Personen, die der Spielsucht verfallen sind, einen hohen Schuldenberg auftürmen. Zahlreiche Online Casinos waren diesem Druck ebenfalls ausgesetzt. Allerdings gilt in Deutschland bereits seit geraumer Zeit für das Spielen in diesen Online Spielstätten ein generelles Verbot, Kreditkarten als Zahlungsmittel einzusetzen.

Visa, Mastercard und Co sind für Online Casinos tabu

Lizenz Online Casino

Für die Anbieter von Online Glücksspielen ist die BRD ein äußerst lukrativer Ort, um ihren Geschäften nachzugehen. Allerdings kam es in der Vergangenheit auch sehr häufig zu Rechtsverletzungen, zu denen einige Betreiber ohne Lizenz einen nicht unwesentlichen Beitrag geleistet haben. Mit verschiedenen Mitteln und sehr unterschiedlichem Erfolg haben sowohl die Regierung als auch die Behörden sehr viel unternommen, um diese Betreiber ohne Lizenz vom deutschen Markt zu verdrängen. Dazu gehören diverse Maßnahmen, wie beispielsweise die Tatsache, dass deutsche Spielerinnen und Spieler seit einem guten Jahr Mastercard, Visa und Co nicht mehr als Zahlungsmittel in einer Online Spielbank verwenden dürfen. Bestätigt wurde diese Maßnahme allein dadurch, dass die entsprechenden Kreditkarteninstitute ihre Partnerbanken angewiesen haben, Zahlungen an Online Casinos, die u.a. auch Freispiele ohne Einzahlung anbieten, zu unterlassen. Bevor die Regierung und die Behörden Druck auf die Kreditkarteninstitute ausgeübt hatten, stand bereits der Bezahlservice PayPal im Fokus der Aufmerksamkeit, bis dieser sich vom deutschen Online Glücksspielmarkt entfernte.

Im April letzten Jahres meldete das Innenministerium Niedersachsens ohne konkrete Namen zu nennen oder weiter ins Detail zu gehen, dass es „... wieder einmal einem internationalen Zahlungsanbieter verboten hat, Zahlungen in Deutschland in Verbindung mit illegalem Glücksspiel durchzuführen.“ Darüber hinaus wurde angekündigt, dass es zu weiteren Verboten kommen würde, sofern die jeweiligen Zahlungsanbieter nicht „freiwillig“ ihre Dienste für illegale Online Casinos einstellen. Initiiert wurde dieses harte Durchgreifen der Regierung gegen Finanzdienstleister, um auf diesem Weg das illegale Glücksspiel bestmöglich zu bekämpfen. Trotz vieler und weitreichender Restriktionen ist die Einführung des Kreditkartenverbots jedoch noch nicht in jedem Bereich des Online Glücksspiels vollzogen worden. Bei den Veranstaltern von Online Sportwetten können nach wie vor Visa und Mastercard verwendet werden. Auch PayPal ist hier noch aktiv und konnte sich in der BRD zumindest diesen Geschäftsbereich erhalten.

Für die Fans von Casino-Spielen und diejenigen, die ständig auf der Suche nach dem besten Online Casino Bonus sind, tun sich mittlerweile noch ganz andere Zahlungsmöglichkeiten auf, so dass sie nicht mehr gezwungen sind, sich einzig und allein auf ihre Kreditkarten zu verlassen. Auf dem Markt tummeln sich inzwischen vollkommen legal Zahlungsanbieter wie Klarna oder PaysafeCard. Auch Unternehmen wie Skrill, Neteller oder ecoCard gehören dazu, die zum Teil E-Wallets anbieten sowie Einzahlungen mit diversen Kryptowährungen, und all diese Zahlungswege sind ebenfalls absolut sicher. Dass PayPal, Mastercard und Co mehr oder weniger bereitwillig den bundesdeutschen Online Glücksspielmarkt verlassen haben, liegt u.a. anderem auch den zahlreichen Zivilklagen. Da sich Online Casinos in der Bundesrepublik Deutschland noch bis Anfang Juli dieses Jahres in einer rechtlichen Grauzone befanden, kam eine Reihe von cleveren Anwälten auf die Idee, ihre Klienten dazu zu veranlassen, verlorene Einsätze von den Betreibern einzuklagen.

Auch in anderen Ländern gelten Kreditkartenverbote

Nicht nur in der BRD ist die Nutzung von Kreditkarten für Online Spielbanken verboten. Auch andere Länder haben ähnliche Restriktionen beschlossen und entsprechende Verordnungen durchgesetzt. So ist zum Beispiel auch in Großbritannien die Kreditkartennutzung beim Online Glücksspiel seit Mitte April vorigen Jahres untersagt. Dieser Schritt resultierte aus einer Reihe von Untersuchungen, die die britische Glücksspielkommission UKGC vorgenommen hatte, wie u.a. das Verfolgen von Kreditkartentransaktionen. Festgestellt wurde hierbei, dass mehr als 20 Prozent der Online Zocker als auffällige Spieler eingestuft werden mussten, die ihre Kreditkarten für Einzahlungen in Online Casinos einsetzten. Die UK Finance schätzte darüber hinaus, dass knapp eine Million User ihre Kreditkarten dafür verwendeten, um im Internet zu zocken. Daher riet die Finanzbehörde dringend dazu, entsprechende Maßnahmen einzuleiten, um dem Suchtrisiko vorzubeugen und diese gefährdeten Spieler zu schützen. Das Verbot gilt in Großbritannien übrigens auch für landbasierte Spielstätten sowie für E-Wallets.

Auch in Australien droht ein baldiges Kreditkartenverbot für das Online Glücksspiel. Die Australian Banking Association (ABA) hat in Kooperation mit YouGov, einem britischen Meinungsforschungsinstitut, vor wenigen Monaten eine Studie durchgeführt, bei der es um die Frage nach der „... Rolle der Banken und der Nutzung von Kreditkarten bei der Bekämpfung problematischen Spielverhaltens“ ging. Befragt wurden Privatpersonen, aber auch der Responsible Wagering Australia (RWA), verschiedene Verbraucher-Vertreter, Behörden der Regierung, Akademiker, Online Buchmacher und Berater von Glücksspielunternehmen. Außerdem wurden auch noch etwas mehr als 800 Antworten berücksichtigt, die aufgrund einer Kurzumfrage im Netz eingegangen waren. Heraus kam dabei, dass sich die Mehrheit der Befragten ganz eindeutig für ein „Verbot von Glücksspielen mit Kreditkarten“ ausgesprochen hatte, da „... die damit verbundenen Risiken insbesondere für schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen erheblich überwägen.“ Insgesamt 54 Prozent sprachen sich für ein entsprechendes Verbot aus, 27 Prozent stimmten für eine tägliche Obergrenze bei den Einzahlungen, 7 Prozent waren gegen jegliche Einschränkungen und die restlichen 12 Prozent hatten zu dieser Frage überhaupt gar keine Meinung.