iGaming und eGaming sind zwei Begriffe, unter denen sich noch vor ein paar Jahren kaum jemand etwas vorstellen konnte. Allerdings sind diese beiden Bereiche eng miteinander verbunden und keinesfalls neu. Unter eGaming versteht man alles, was mit Video- und Computerspielen zu tun hat, insbesondere mit dem vernetzten Spiel am Computer. In der Regel handelt es sich dabei um jede Form des Online Spiels, das vom Ego-Shooter bis zum cleveren Strategiespiel reichen kann. Beim iGaming hat man es hingegen mit Online Casinos zu tun und ihrem reichhaltigen Angebot an Online Glücksspielen.

Experten fordern Regulierung von eGaming

Igaming

Es besteht kein Zweifel daran, dass sowohl das eGaming wie das iGaming in den letzten Jahren einen enormen Zulauf erfahren hat. Beides gehört mittlerweile zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Seitdem der neue Glücksspielstaatsvertrag Anfang Juli dieses Jahres in Kraft getreten ist, bewegt sich nun endlich auch in Deutschland das iGaming auf legalen Pfaden. Laut der Meinung zahlreicher Experten war dieser Schritt längst überfällig. Allerdings mahnen sie auch, dass der Bereich des eGamings deutlich weniger reguliert und beobachtet sei und weisen darauf hin, dass auch hier ein großes Suchtpotenzial schlummert. Besonders suchtgefährdet gelten männliche Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren. Diese Erkenntnis ist nicht neu, denn bereits in den 1980er Jahren hockten zahlreiche Teenager jede freie Minute vor Computerspielen. Ein Jahrzehnt später waren es dann die LAN-Partys, die einen weiteren Boom auslösten. Dass man, wie in den 1990er Jahren, seine Computer in einem Zimmer miteinander vernetzen muss, ist heutzutage - Internet und WLAN sei Dank - nicht mehr notwendig. Studien zufolge sorgen sich viele Eltern wegen dieses Trends.

Gerade in den Zeiten der weltweiten Gesundheitskrise verbrachten zahlreiche Jugendliche viel Zeit vor ihren PCs und Konsolen und vertrieben sich die Langeweile mit dem Zocken, anstatt für die Schule zu lernen. Doch das ist noch längst nicht alles, was die Ängste der Erziehungsberechtigten schürt. Eine ganze Reihe von Games bergen zusätzliche Gefahren, da sie sich nur oberflächlich betrachtet auch wirklich kostenlos spielen lassen. Für viele junge Menschen erscheinen diese Games als ausgesprochen verlockend und sie übersehen, dass im Verlauf des Spielens diverse Hilfsmittel und add-ons notwendig werden, für die gezahlt werden muss. Man liest immer häufiger, dass gefährdete Spieler enorme Beträge beim Zocken investiert und sich möglicherweise sogar verschuldet haben. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollen rund vier Prozent der eGamer spielsüchtig und daher professionelle Hilfe notwendig sein. Fatal ist zudem, dass es von wenigen Ausnahmen abgesehen, beim eGaming nicht möglich ist, sein einmal investiertes Geld wieder zurück zu gewinnen.

Monetäre und zeitliche Grenzen definieren

Es ist allseits bekannt, dass beim iGaming die Gefahr der Spielsucht zu verfallen, für gefährdete Spieler sehr hoch sein kann. Das zeigte sich bereits kurz nachdem die ersten Online Casinos auf dem internationalen Markt aufgetaucht waren. Die bundesdeutsche Gesetzgebung schien lange die Augen vor diesem Phänomen zu verschließen. Zwar war das Online Glücksspiel, mit Ausnahme von Schleswig-Holstein, das an diesem Punkt einen Sonderweg ging, in Deutschland verboten, doch eindämmen ließ es sich dennoch nicht. Immer mehr Glücksspiel-Betreiber aus Übersee scherten sich wenig um die deutsche Gesetzgebung und boten ihr Portfolio und ihre Freispiele auch in deutscher Sprache an. Das hatte zur Folge, dass insbesondere den suchtgefährdeten Spielern keinerlei Rechtsschutz zur Seite stand. Im Klartext hieß das: Wer sich beispielsweise bei einer Online Spielbank aus einem Südsee-Staat registrierte, dort zockte und um seine Gewinne geprellt wurde, der konnte seinen Anspruch vor Gericht nicht geltend machen.

Seit dem Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags ist auch in der BRD das Spielen in Online Glücksspielstätten legal, sofern sich die Anbieter an die geltenden Gesetze und Vorschriften halten. Im Gegensatz zum eGaming gibt es für diesen Bereich eine staatliche Regulierung, die u.a. die Nutzung dieser Online Angebote durch Minderjährige verbietet. Das Spielen in einem seriösen Online Casino ist ausschließlich Personen gestattet, die mindestens 18 Jahre alt sind. Ihre persönlichen Daten werden in einer Zentraldatei archiviert. Zudem wurde ein Einsatzlimit von 1.000,- Euro monatlich eingeführt, um eine Verschuldung gefährdeter Spieler zu vermeiden. Dieses Limit bezieht sich nicht nur auf einen einzigen Online Glücksspielanbieter, bei dem sich ein Spieler angemeldet hat, sondern auf alle Spielerkonten, die von einem User innerhalb eines Monats genutzt werden.

All diese Regulierungen, die mittlerweile zum Tragen kommen, sind allerdings für gefährdete Spieler nicht mehr als eine kleine staatliche Hilfe. Zahlreiche Experten sind der Ansicht, dass die Gamer sich selbst Grenzen setzen müssen – sowohl monetär, als auch zeitlich. Und diese Grenzen sollten keinesfalls überschritten werden, damit den Nutzern auch noch ausreichend Zeit für andere Freizeitbeschäftigungen bleibt. Von enormer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang natürlich ein verantwortungsbewusstes Spielen. Dazu gehört die Analyse des individuellen Spielverhaltens sowie eine disziplinierte Selbstkontrolle. Wer täglich zu viele Stunden mit dem Zocken in einer Online Spielbank verbringt, sollte sich überlegen, ob er nicht ein professionelles Beratungsgespräch bei einer Suchthilfeorganisation in Anspruch nimmt. Entsprechende Adressen findet man u.a. auch auf den Seiten seriöser Online Casinos.