Die UK Gambling Commission sieht den Schwarzmarkt als Gefahr. Der Executive Director der britischen Glücksspielbehörde, Tim Miller, hat in einer aktuellen Stellungnahme darauf hingewiesen, dass die UK Gambling Commission mehr Möglichkeiten haben müsse, um gegen den Schwarzmarkt vorzugehen. Nicht nur in Großbritannien gibt es das grundsätzliche Problem, dass neben dem legalen Glücksspielmarkt auch noch ein Schwarzmarkt vorhanden ist. Je größer der Schwarzmarkt ist, desto schlechter wirkt die Glücksspielregulierung. Besonders problematisch sei aber, dass ein großer Schwarzmarkt dazu führe, dass der Spielerschutz insgesamt nicht gut funktioniere. Deswegen sei es wichtig, dass die UK Gambling Commission gegen die Anbieter auf dem Schwarzmarkt vorgehe.

Die UK Gambling Commission und das Spielerschutz-Paradoxon

UK Gambling Comission

In Großbritannien wird im Moment ein Thema diskutiert, das über der gesamten Online-Glücksspielregulierung wie ein Damoklesschwert schwebt. Tim Miller, der Executive Director der UK Gambling Commission, hat öffentlich darauf hingewiesen, wie wichtig der Kampf gegen illegale Glücksspielanbieter sei. Es genüge nicht, eine gute Glücksspielregulierung auf den Weg zu bringen, die dafür sorge, dass die lizenzierten Glücksspielanbieter sich vernünftig und korrekt verhielten. Noch wichtiger sei am Ende des Tages, dass der Schwarzmarkt eingedämmt werde. Tim Miller weist auf ein grundlegendes Problem hin, das überall zu finden ist, wo Online-Glücksspiele reguliert werden. Die regulierten Anbieter halten sich an strenge Regeln und gleichzeitig gibt es illegale Anbieter, die sich nicht an die Regeln halten und deswegen attraktivere Angebote zur Verfügung stellen können. Das wäre alles kein Problem, wenn Glücksspiel-Fans sich grundsätzlich vernünftig und korrekt verhalten würden. Doch wer daran glaubt, hat sich mit den menschlichen Stärken und Schwächen vermutlich noch nicht genug auseinandersetzt.

In Großbritannien gibt es genauso wie in Deutschland und vielen anderen Ländern mit einer relativ strengen Glücksspielregulierung das Problem, dass es außerhalb des regulierten Marktes viele Glücksspielanbieter gibt, die bereitwillig Kunden aus dem jeweiligen Land annehmen. In Großbritannien spielen beispielsweise asiatische Glücksspielanbieter eine große Rolle. Bei diesen Glücksspielanbietern ist es möglich, Spiele ohne die Begrenzungen der britischen Glücksspielregulierung zu finden. Das ist reizvoll für viele Glücksspiel-Fans, sodass die illegalen Anbieter einen großen Sog entwickeln. Deswegen verlangt Tim Miller nun, dass die UK Gambling Commission deutlich besser ausgerüstet wird, um gegen den Schwarzmarkt vorzugehen. Neben dem personellen Aufwand, der betrieben werden muss, um die Anbieter auf dem Schwarzmarkt zu bekämpfen, gehe es auch darum, der UK Gambling Commission umfassende Sanktionsmöglichkeiten zu geben. Die britische Glücksspielbehörde war nach Einschätzung vieler Experten den letzten Jahren nicht immer dazu in der Lage, den Schwarzmarkt effektiv zu bekämpfen. Dieses Problem hat sich wohl durch den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union wohl noch verschärft.

Schutz der regulierten Glücksspielanbieter wichtig

Auf einem regulierten Glücksspielmarkt müssen die Glücksspielanbieter mit Lizenz dazu in die Lage versetzt werden, vernünftige Geschäfte zu machen. Wenn es aber einen riesigen Schwarzmarkt gibt, der nicht unter Kontrolle ist, führt das dazu, dass die seriösen Glücksspielanbieter in Mitleidenschaft gezogen werden. Ohne eine vernünftige Bekämpfung des Schwarzmarkts entsteht ein Ungleichgewicht, das am Ende für alle Marktteilnehmer schlecht ist. Grundsätzlich haben die seriösen Glücksspielanbieter, die sich minutiös an alle Regeln halten, einen Anspruch darauf, dass die Regulierungsbehörde dafür sorgt, dass der Schwarzmarkt effektiv bekämpft wird. Auch in Großbritannien beklagen im Moment viele lizenzierten Glücksspielanbieter, dass zu wenig gegen den Schwarzmarkt unternommen werde. Die Folge sei, dass viele Kunden zu den illegalen Glücksspielanbietern abwanderten. Das kann weder im Sinne der seriösen Glücksspielanbieter noch im Sinne der britischen Glücksspielbehörde sein. Letztlich muss sich aber auch die britische Regierung fragen, ob genug getan wird gegen das illegale Glücksspiel im Internet. Bei den Diskussionen um Spielerschutz geht es nach Einschätzung vieler Experten viel zu oft um die seriösen Glücksspielanbieter, die mittlerweile sehr viel Aufwand betreiben, um den Spielerschutz auf einem hohen Niveau zu halten. Viel zu selten werde hingegen darüber diskutiert, dass jeder Glücksspiel-Fan in Großbritannien die Möglichkeit habe, bei einem unregulierten Glücksspielanbieter ohne nennenswerten Spielerschutz aktiv zu werden.

Auch in Deutschland gibt es durch die neue Online-Glücksspielregulierung das Problem, dass es auf der einen Seite die seriösen und korrekt regulierten Glücksspielanbieter gibt, während auf der anderen Seite die illegalen Glücksspielanbieter ohne Regeln und Limits aktiv sind. Der regulierte Online-Glücksspielmarkt in Deutschland existiert erst seit wenigen Monaten. Aber es zeichnet sich schon ab, dass ähnliche Probleme wie in Großbritannien entstehen werden. Vielleicht werden die Probleme in Deutschland sogar noch größer, denn anders als in Großbritannien gibt es noch keine leistungsfähige Glücksspielbehörde. Erst ab 2023 wird in Deutschland eine neue Glücksspielbehörde die Regulierung der Online Casinos übernehmen. Bis dahin sind mehrere Landesbehörden für die Regulierung übergangsweise zuständig. Das sei ein problematischer Zustand, denn die seriösen Glücksspielanbieter halten sich schon jetzt an Regeln, unter anderem ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde. Aber nach wie vor gibt es zahlreiche Glücksspielanbieter, die sich nicht um diese Limits kümmern. Diese Glücksspielanbieter sind derzeit besonders attraktiv für Glücksspiel-Fans, die sich nicht an die neuen Regeln halten wollen. Vielleicht sollten die deutschen Politiker, die sich mit der Glücksspielregulierung befassen, die Entwicklungen in Großbritannien genau beobachten.