Die UK Gambling Commission hat angekündigt, das Lizenzierungsverfahren zu vereinfachen. Für die Glücksspielanbieter, die darauf angewiesen sind, eine Lizenz in Großbritannien zu bekommen, ist das eine gute Nachricht. Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine Regulierungsbehörde im Laufe der Zeit ihr Verfahren ändert. Zum einen ändern sich mitunter die Spielregeln. Zum anderen befindet sich das Lizenzierungsverfahren aber auch in einem kontinuierlichen Anpassungsprozess. Vor allem beim Ablauf lässt sich in der Regel einiges optimieren, nachdem eine Behörde Erfahrungen gesammelt hat. Bei den aktuellen Anpassungen geht es vor allem darum, die Abläufe zu vereinfachen. Das hilft nicht nur den Glücksspielanbietern, sondern auch der UK Gambling Commission.

Effizientes Lizenzmanagement für bessere Regulierung

UK Gambling Comission

Die UK Gambling Commission ist eine staatliche Glücksspielbehörde, die mit begrenzten Personalressourcen umgehen muss. Deswegen ist es wichtig, dass der Lizenzierungsprozess so effizient wie möglich abgewickelt wird. Die aktuelle Ankündigung muss auch in dem Lichte gesehen werden, dass es für die gesamte Regulierung besser ist, wenn möglichst wenig Zeit dafür aufgebracht werden muss, Lizenzen zu verlängern und neue Lizenzanträge zu prüfen. Selbstverständlich darf dabei aber die Qualität der Prüfungen nicht leiden. Ein einfaches Beispiel für den aktuellen Verschlankungsprozess: In Zukunft wird es eine Webseite geben, die Lizenznehmer nutzen können, um unterschiedliche Anträge einzureichen. Bislang gab es mehrere Webseiten, die entsprechend auch betreut und gepflegt werden mussten. Diese Vereinfachung wird nicht zu einer riesigen Entlassung führen, aber gerade bei großen Behörden, die mit vielen unterschiedlichen Unternehmen zu tun haben, sind es oft auch die kleinen Dinge, die einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass am Ende dann alles ein bisschen einfacher und unkomplizierter abläuft.

Vielen Glücksspiel-Fans ist nicht bewusst, dass die UK Gambling Commission nicht nur Lizenzen für Glücksspielanbieter vergibt. Es gibt auch so etwas wie persönliche Lizenzen für Manager in hohen Positionen. Bei diesen persönlichen Lizenzen geht es darum zu überprüfen, ob die Personen einen sauberen Hintergrund haben. Ein wichtiges Ziel der UK Gambling Commission ist es, Geldwäsche zu verhindern. Ein Beitrag dazu ist, dafür zu sorgen, dass keine zwielichtigen Personen in Führungspositionen in der Glücksspielbranche geraten. Die persönlichen Prüfungen sind ein wichtiger Bestandteil der Lizenzprüfungen. In der Praxis bedeutet dies aber auch, dass sehr viele individuelle Prüfungen nötig sind. Jede Vereinfachung des Verfahrens dürfte dazu beitragen, dass weniger Zeitaufwand nötig ist. Für die Lizenznehmer ist es wichtig, dass die Verfahren möglichst schnell durchgeführt werden, denn niemand möchte ewig auf eine persönliche Lizenz oder eine Glücksspiel-Lizenz warten. Letztlich geht es am Ende auch immer darum, möglichst schnell Geld zu verdienen, denn die meisten Glücksspielanbieter haben einen durchaus ansehnlichen Kostenapparat.

Auch landbasiertes Glücksspiel nur mit Lizenzen

Die UK Gambling Commission reguliert nicht nur das Online-Glücksspiel. Die renommierte Behörde kümmert sich auch um das landbasierte Glücksspiel. Was bedeutet das in der Praxis? Die landbasierten Glücksspielanbieter müssen besondere Lizenzen für Mitarbeiter in Schlüsselpositionen beantragen. Unter anderem müssen auch die Dealer an den Roulette-Tischen und dem Blackjack-Tischen eine Lizenz haben. Die Anzahl der Spielbanken ist in Großbritannien begrenzt, aber trotzdem gibt es eine ganze Reihe von Lizenzanträgen und Lizenzverlängerungen, die von der UK Gambling Commission bearbeitet werden müssen. Auch in diesem Bereich gibt es einige Verbesserungen beim Ablauf, sodass in Zukunft weniger Zeit erforderlich sein sollte, um zum Beispiel die Lizenz eines Dealers in einer britischen Spielbank zu verlängern.

Es ist auch geplant, den gesamten Lizenzierungsprozess transparenter zu gestalten. Unter anderem soll ein Tool in den Prozess eingebaut werden, mit dem die Lizenznehmer und die Antragsteller auf einfache Weise überprüfen können, in welcher Phase die Lizenzprüfung ist. Schon in der Vergangenheit hat es diverse Verbesserungen am System gegeben. Zuletzt konnte mit einem kompletten Systemwechsel eine Verkürzung der Bearbeitungszeit neuer Lizenzen von 53 Tagen auf zwölf Tage erreicht werden. Nun hofft man bei der Uk Gambling Commission, dass diese Frist noch einmal deutlich verkürzt werden kann. Die frei werdende Zeit können die Beamten der UK Gambling Commission dann eventuell nutzen, um den illegalen Glücksspielmarkt zu bekämpfen oder den Spielerschutz zu verbessern. Für eine Glücksspielbehörde gibt es vieles zu tun, auch wenn die Lizenzanträge im Mittelpunkt stehen.

Was kann Deutschland von Großbritannien lernen?

Aktuell warten zahlreiche Glücksspielanbieter in Deutschland darauf, dass das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt die ersten Lizenzen für Online-Glücksspielanbieter ausstellt. Die relativ lange Zeit für die ersten Lizenzprüfungen ist nicht unbedingt ein Indikator dafür, wie gut und effizient die Glücksspielaufsichtsbehörde in Sachsen-Anhalt arbeitet. Viel problematischer dürfte sein, dass die deutsche Glücksspielbehörde, die das Online-Glücksspiel regulieren soll, erst ab 2023 komplett arbeitsfähig sein wird. Das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt übernimmt diese Aufgabe nur übergangsweise.

In jedem Fall wäre es eine gute Idee für die deutschen Behördenleiter, nach Großbritannien zu schauen. Immerhin hat die UK Gambling Commission viele Jahre Erfahrung mit der Regulierung von Online-Glücksspielanbietern und Online-Buchmachern. Warum nicht von Behörden lernen, die viele Fehler bereits gemacht und korrigiert haben? Den deutschen Behördenleitern wäre auch ein Besuch der Glücksspielbehörde in Malta, die viele Jahre die wichtigste Glücksspielbehörde in der Europäischen Union war, zu empfehlen. Eines scheint sicher: Ganz ohne Reibungsverluste wird die neu eingeführte Regulierung des Online-Glücksspiels in Deutschland wohl nicht funktionieren.