Der Streamingdienst Twitch bekommt neue Konkurrenz. Der neue Anbieter Kick präsentiert sich als Alternative für Casino-Streamer, die auf Twitch nicht mehr gerne gesehen sind. Doch wer steckt hinter Kick? Zuletzt machten Gerüchte die Runde, dass ein großes Krypto-Casino hinter der Plattform steckt. Eindeutige Belege gibt es aber bislang nicht. Sicher ist nur, dass das Streaming-Problem nicht dadurch verschwunden ist, dass Twitch diverse Glücksspielanbieter als Sponsoren von der Plattform verbannt hat. Auch in Zukunft werden Casino-Influencer die lukrativen Möglichkeiten nutzen, die von diversen Online-Casinos zur Verfügung gestellt werden. Für die deutsche Glücksspielbehörde könnte das ein großes Problem werden.

Twitch bekommt mit Kick neue Konkurrenz

Twitch Online Streaming

Twitch ist eine Streaming-Plattform, die hauptsächlich durch Videospiel-Streams groß geworden ist. Aber den letzten Jahren haben die Casino-Streamer eine Nische aufgebaut, die für einzelne Akteure äußerst profitabel war. Auch diverse deutsche Casino-Streamer haben sich eine goldene Nase mit Casino-Streams verdient. Doch im vergangenen Jahr hat Twitch die Reißleine gezogen und diverse große Krypto-Casinos von der Plattform verbannt. Die großen Geldgeber der Szene wurden dadurch aus dem Spiel genommen. Doch es ist zu viel Geld im Spiel, als dass die Geschichte damit enden würde. Die neue Plattform Kick wird zunehmend zu einem Refugium für Casino-Streamer, die auf Twitch kein Geld mehr verdienen können. Die spannende Frage ist allerdings, ob Kick dazu in der Lage ist, ähnlich hohe Zuschauerzahlen zu generieren wie Twitch. Der große Vorteil von Twitch für Casino-Streamer war stets das riesige Publikum. Als größte Streaming-Plattform der Welt ist Twitch von vornherein gut geeignet, um ein breites Publikum anzuziehen. Ob andere Plattformen dazu in der Lage sein werden, die Casino-Fans in ähnlicher Form zu begeistern, ist eine völlig offene Frage.

Allerdings legt sich der Plattformbetreiber ins Zeug, denn die Konditionen für Casino-Streamer sollen dem Vernehmen nach außerordentlich gut sein. Bis zu 95 Prozent der Streaming-Einnahmen sollen direkt an die Casino-Streamer fließen. Das wäre deutlich mehr als bei Twitch. Allerdings hilft ein großer Anteil nicht viel, wenn der Topf am Ende nur klein ist. Doch zumindest sieht es so aus, als würden viele Casino-Streamer die neue Plattform Kick ausprobieren.

Neue Plattform Problem für Glücksspielbehörde?

Werbung für nicht lizenzierte Online-Casinos ist in Deutschland verboten. Es gibt keinen Graubereich, in dem die Casino-Streamer agieren könnten. Auch schon vor der Einführung der neuen Glücksspielregulierung galt diese Regel. Deswegen haben sich in den vergangenen Jahren viele deutsche Casino-Streamer aus Deutschland verabschiedet, um aus anderen Ländern Casino-Streams zu senden. Für die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder war es eine gute Sache, dass Twitch die Casino-Streams deutlich eingeschränkt hat. Aber grundsätzlich sollte man von der neuen Glücksspielbehörde erwarten dürfen, dass die Casino-Streams, die für ein deutsches Publikum gemacht werden, komplett beendet werden. Wie dies in der Praxis geschehen soll, ist allerdings eine offene Frage.

Werbung für legale Online-Casinos über Casino-Streams ist ebenfalls nicht erlaubt. Somit gibt es auch keine legale Lücke für Casino-Influencer in Deutschland. Aber wie setzt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder das Verbot durch? Es dürfte wohl kaum möglich sein, eine große Streaming-Plattform in Deutschland komplett zu sperren. Die Hürden dürften noch höher sein als beim IP Blocking illegaler Online-Casinos. Doch was bleibt dann noch? An vielen Stellen zeigt sich, dass eine nationale Glücksspielbehörde nur begrenzte Möglichkeiten hat, den Spielerschutz durchzusetzen. Vielleicht wäre es an der Zeit, eine europäische Lösung zu finden.

Streaming-Plattformen bleiben Problem für Glücksspielbehörden

Alle Glücksspielbehörden, die in Europa mit dem Online-Glücksspiel befasst sind, müssen ein großes Interesse daran haben, Streaming-Plattformen dazu zu bringen, keine Casino-Streams zu erlauben. Das gilt insbesondere für die Casino-Streams, in denen die Streamer für unlizenzierte Krypto-Casinos werben. Aber obwohl die Europäische Union alle möglichen sinnvollen und weniger sinnvollen Dinge reguliert, gibt es beim Glücksspiel keine europäische Initiative, um das Problem zu lösen. Gemeinsam könnte Europa auch große Streaming-Anbieter dazu bringen, europäische Gesetze einzuhalten. Einzelne Länder und Behörden kämpfen hingegen mit stumpfen Waffen. Diese Erkenntnis wird sich wohl auch in Deutschland durchsetzen, obwohl die Vertreter der neuen Glücksspielbehörde bislang in der Öffentlichkeit viel Optimismus verbreiten.