Ein spektakulärer Spielhallen-Raub in Bochum ist nach 30 Jahren aufgeklärt worden. Das Landeskriminalamt in Nordrhein-Westfalen hat nach drei Jahrzehnten einen Tatverdächtigen festgenommen. Die Festnahme fand in Bremerhaven statt, denn der Mann, der vor 30 Jahren ein brutales Verbrechen begangen haben soll, arbeitete zuletzt auf einem Schiff. Zum Zeitpunkt der Tat war der festgenommene Mann 25 Jahre alt. Für den 55-Jährigen dürfte der Besuch der Polizei nach 30 Jahren eine große Überraschung gewesen sein. Der Haftbefehl lautet auf versuchten Mord. Die Staatsanwaltschaft erläuterte ausführlich, dass eine DNA-Spur letztlich zur Festnahme führte. Nun gilt es in weiteren Ermittlungen zu klären, ob eine Anklage wegen versuchten Mords erfolgen kann.

Spielhallen-Raub nach 30 Jahren aufgeklärt

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Durch die deutlich besseren technischen Möglichkeiten hat die Polizei heutzutage oft die Chance, alte Fälle zu lösen. In Nordrhein-Westfalen gibt es eine spezielle Datenbank, in der ungelöste Fälle gesammelt werden. Sobald sich neue Indizien oder neue Möglichkeiten bei der Aufklärung ergeben, werden diese Fälle wieder bearbeitet. Im aktuellen Fall gab es die Möglichkeit, über eine DNA-Spur auf Tätersuche zugehen. Beim Abgleich diverser Datenbanken konnte schließlich der festgenommene Tatverdächtige ermittelt werden. Bei der Festnahme gab es nach Auskunft der Staatsanwaltschaft keine Schwierigkeiten. Der Mann habe sich ohne Widerstand und Diskussion festnehmen lassen. Ob das ein Hinweis darauf ist, dass es sich tatsächlich um den Täter handelt, der vor 30 Jahren eine Spielhalle in Bochum überfallen hat, lässt sich allerdings nicht sagen.

Beim Spielhallen-Raub, um den es in dem 30 Jahre alten Fall geht, ging der Täter brutal vor. Der Mann war mit einem Hammer bewaffnet und fügte einer Angestellten schwere Kopfverletzungen zu. Die Dame, die zum Zeitpunkt der Tat 48 Jahre alt war, ist mittlerweile bedauerlicherweise verstorben. Deswegen kann die Dame auch nicht mehr zur Aufklärung des Verbrechens beitragen. Aber vielleicht ist es für die Nachkommen des Opfers trotzdem eine Erleichterung zu wissen, dass der mutmaßliche Täter gefasst worden ist. Nun muss sich allerdings zeigen, ob eine Verurteilung möglich ist. Sicher ist das nicht, auch wenn die DNA-Spur ein starkes Indiz ist. Aber es müssen weitere Ermittlungen erfolgen, um sicherzustellen, dass die richtige Person verhaftet worden ist. Ein einfaches Beispiel: Wenn der Tatverdächtige nachweisen könnte, dass er vor 30 Jahren nicht in Bochum war, wäre das ein einwandfreies Alibi.

Geständnis wäre einfachster Weg zur Aufklärung

Wenn der festgenommene Tatverdächtige sich umfassend einließe zum Verbrechen, das vor 30 Jahren stattgefunden hat, wäre das ideal für die Staatsanwaltschaft und das Gericht, aber auch für die Nachkommen des Opfers. Die Frage ist allerdings, ob der Täter sich zu einem Geständnis bewegen lässt. Vieles wird davon abhängen, ob es der Staatsanwaltschaft gelingt, eine lückenlose Begründung für die Schuld des Tatverdächtigen zu finden. Dann könnte ein Geständnis am Ende eventuell strafmildernd wirken. Aber vielleicht treibt den mutmaßlichen Täter auch das schlechte Gewissen dazu, vorzeitig ein Geständnis abzulegen. Möglich ist vieles in solchen Fällen.

In jedem Fall ist es bemerkenswert, dass das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen es geschafft hat, einen Fall aufzuklären, an denen sich nur noch die unmittelbar Betroffenen erinnern dürften. Aber im Sinne der Gerechtigkeit wäre es eine großartige Sache, wenn die aktuelle Festnahme letztlich zu einer lückenlosen Beweiskette und einer Verurteilung führen würde. Genauso muss allerdings auch sichergestellt werden, dass nicht die falsche Person verurteilt wird. Eine DNA-Spur allein genügt einem Gericht in der Regel nicht. Es müssen auch noch andere Belege angeführt werden in einem Gerichtsverfahren, um eine Verurteilung, die wahrscheinlich mit einer längeren Haftstrafe verbunden ist, zu erreichen.

Spielhallen häufig Ziel von Kriminellen

Vor 30 Jahren waren Spielhallen ein beliebtes Ziel von Kriminellen, die schnell Bargeld erbeuten wollten. Aber auch heute gibt es erstaunlich oft Kriminelle, die Spielhallen überfallen. Dabei hat sich in den letzten drei Jahrzehnten einiges getan. Die meisten Spielhallen-Besitzer achten penibel darauf, dass nie viel Bargeld in den Spielhallen verfügbar ist. Das war vor 30 Jahren vielleicht teilweise noch anders. Aber bei den Menschen, die Spielhallen überfallen, handelt es sich in der heutigen Zeit oft um Personen, die um jeden Preis Geld erbeuten möchten. Vernunft spielt dabei nicht immer eine Rolle, denn welcher vernünftiger Mensch würde es riskieren, für eine dreistellige oder vierstellige Beute jahrelang ins Gefängnis zu gehen?