In Solothurn hat illegales Glücksspiel ein aufwendiges Gerichtsverfahren verursacht. Im aktuellen Prozess geht es um sechs Angeklagte, die sich nach Auffassung der Staatsanwaltschaft zur Aufgabe gemacht hatten, Problemspieler auszunehmen. Das aktuelle Verfahren ist der größte Prozess in der Schweiz zum illegalen Glücksspiel. Insgesamt gab es nach Angaben des Gerichts 120 Aktenordner mit den Daten und Fakten zum Verfahren. Im Kern ging es um Verstöße gegen des Spielbankengesetzes. Allerdings ist es interessant zu wissen, dass es um den Zeitraum von 2009 bis 2014 geht. Auch in der Schweiz mahlen die Mühlen der Justiz eher langsam. Aber bald soll es ein Urteil geben.

Illegales Glücksspiel in Solothurn im großen Stil

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Die Staatsanwaltschaft behauptet, dass die Angeklagten zwischen 2009 und 2014 Spielbanken betrieben hätten, aber weder eine Konzession noch eine Bewilligung vorhanden gewesen sei. Die Details sind recht interessant. Schon damals stellten die illegalen Anbieter ihren Kunden Geräte zur Verfügung, auf denen über das Internet Glücksspiele angeboten wurden. Insgesamt soll es unglaubliche 220 Spielautomaten gegeben haben, die in insgesamt 80 Hotels, Restaurants und Lokalen gestanden haben sollen. Somit umfasste das illegale Geschäft praktisch die gesamte Schweiz. Allerdings waren die Einnahmen gemessen am Aufwand dann doch überschaubar. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nahm die illegalen Glücksspielanbieter etwa so viel ein wie eine mittelprächtige Spielbank.

Ein Knackpunkt im Verfahren ist, ob es sich tatsächlich um Glücksspiele gehandelt hat. Die Verteidigung hat versucht darzulegen, dass es sich nach damaligen Recht nicht um Glücksspiele gehandelt habe. In einem früheren Verfahren vor dem Amtsgericht wurden die Angeklagten in diesem Punkt bereits mit Freisprüchen belohnt. Ob nun in der nächsten Instanz die Freisprüche bestehen bleiben, wird sich in naher Zukunft zeigen. Das Gericht hat angekündigt, dass die Urteile bald gesprochen werden sollen. Immerhin soll es um 3,2 Millionen Franken monatlich gegangen sein. Das ist für einen legalen Glücksspielanbieter nicht besonders viel, aber für eine illegale Glücksspielorganisation dann doch eine ganze Stange Geld. Die Staatsanwaltschaft hat für einige Angeklagte Haftstrafen und für andere Angeklagte Geldstrafen beantragt.

Wieso war das illegale Glücksspiel in der Schweiz erfolgreich?

Schaut man sich das aktuelle Verfahren in Solothurn an, fällt es einem neutralen Beobachter schwer nachzuvollziehen, warum ein Anbieter illegaler Glücksspiele fünf Jahre lang mehr oder weniger ungehindert agieren konnte. Warum sind die Schweizer Behörden nicht früher auf die problematischen Angebote aufmerksam geworden? Allein schon aufgrund der Verbreitung des illegalen Glücksspiels im aktuellen Fall hätte es doch frühzeitig auffallen müssen, dass vielleicht nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Zudem gibt es in solchen Fällen oft Tippgeber, die enttäuscht sind, weil sie viel Geld verloren haben. Dass ein illegaler Glücksspielanbieter, der zudem auch noch in mehr als 80 Lokalitäten aktiv ist, über fünf Jahre lang praktisch ungehindert Geschäfte betreiben kann, ist eine spannende Sache. Zudem ist es fraglich, ob sich potenzielle Täter davon abhalten lassen, dass relativ geringe Haftstrafen und Geldstrafen aufgerufen werden vor Gericht.

Der Kampf gegen das illegale Glücksspiel sollte in der Theorie im terrestrischen Bereich einfach sein. Immerhin kennen die Ordnungsbehörden die Lokalitäten vor Ort. Zudem ist, zumindest theoretisch, sehr schnell ein Zugriff möglich, wenn illegale Glücksspielanbieter aktiv sind. In der Praxis gibt es aber viele Hindernisse, die letztlich dazu führen, dass die illegalen Glücksspielanbieter nicht nur der Schweiz oft leichtes Spiel haben. Ein Problem ist, dass die Polizei auf mit anderen Aufgaben beschäftigt ist und nicht die nötigen Ressourcen hat, um illegale Glücksspielanbieter effektiv zu verfolgen. Dies gilt ganz besonders dann, wenn es sich um eine große kriminelle Organisation handelt.

Schwarzmarkt auch im Internet ein Problem

In der Schweiz gibt es legale Online Casinos, die zu den terrestrischen Spielbanken gehören. Aber es gibt auch einen riesigen Schwarzmarkt in der Schweiz. Zahlreiche Online-Glücksspielanbieter akzeptieren schweizerische Kunden. Es gibt zwar eine lange Liste mit gesperrten Online Casinos in der Schweiz, aber die Wirksamkeit dieser Liste ist in der Praxis überschaubar. In Deutschland gibt es zwar einen regulierten Glücksspielmarkt, aber noch keine Lizenzen für seriöse Online Casinos. Die Lizenzen sind beantragt, aber in Deutschland fehlt derzeit noch eine leistungsfähige Glücksspielbehörde. Eines ist jedoch sicher: Weder in der Schweiz noch in Deutschland ist es einfach, den Schwarzmarkt beim Online-Glücksspiel wirkungsvoll zu bekämpfen.