Sega steigt aus dem Spielhallen-Geschäft in Japan aus. Der japanische Videospiel-Hersteller hat bekannt gegeben, dass nach 55 Jahren alle Sega-Spielhallen geschlossen oder verkauft werden. Das ist eine Zäsur, die auch damit zusammenhängt, dass durch die Gesundheitskrise das Geschäft mit den Arcade-Spielen in Spielhallen eingebrochen ist. Aber schon vorher gab es einen negativen Trend. Sega sieht keine Chance, in naher Zukunft das Geschäft wieder in alte Höhen zu treiben. Aus diesem Grund zieht das legendäre Unternehmen die Reißleine. Viele japanische Spieler bedauern die Entscheidung von Sega, die aber aus wirtschaftlichen Gründen nachvollziehbar ist.

Sega will nichts mehr mit Spielhallen zu tun haben

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Wenn in Deutschland von Spielhallen die Rede ist, geht es meistens um Glücksspielanbieter. Aber es gibt auch in Deutschland viele Spielhallen, in denen Arcade-Spiele angeboten werden. Dabei handelt es sich um Videospiele, bei denen die Spieler keine Geldgewinne abräumen. Vielmehr geht es um aufregende Unterhaltung. Die Anbieter verdienen Geld, weil die Spieler Echtgeld-Einsätze zahlen müssen. Als Gegenleistung gibt es den Zugang zu den Spielen. Allerdings ist die Attraktivität der japanischen Spielhallen in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gesunken. In den meisten japanischen Haushalten stehen Spielkonsolen, die den Besuch in einer Spielhalle überflüssig machen. Das ist für ein Land, in dem die Spielhallen-Kultur ein außergewöhnlich hohes Niveau hatte in den letzten Jahrzehnten, eine einschneidende Veränderung.

Es gibt in den großen japanischen Städten ganze Straßenzüge, in denen lauter Spielhallen zu finden sind. Die große Zeit der Spielhallen war in den 1980er Jahren, als die besten Spiele auf dem Markt in den Spielhallen zu finden waren. Mittlerweile bieten die besten Konsolen auf dem Markt ein noch aufregender Spielerlebnis als die Highlights in den Spielhallen. All das trägt dazu bei, dass auch die japanischen Spiele-Fans immer seltener in Spielhallen eingehen. Wenn dann auch noch eine Gesundheitskrise hinzukommt, die das Geschäft für alle Betreiber von Ladengeschäften schwierig macht, trägt dies nicht dazu bei, dass die ohnehin schon kriselnden Spielhallen besser laufen.

Abschied von Sega hatte sich angekündigt

Schon im Jahr 2020 hat Sega 85 Prozent des Spielhallen-Geschäfts an Genda verkauft. Nun sind auch noch die restlichen 15 Prozent an dieses Unternehmen verkauft worden. Im ersten Quartal 2020 hatte Sega zwar noch einmal Gewinne vermelden können im Spielhallen-Geschäft. Aber seitdem sieht die Bilanz schlecht aus. Genda betreibt die alten Sega-Spielhallen unter dem Markennamen Gigo. Ob sich die Investition langfristig lohnt, muss sich zeigen. Sicher scheint, dass das Geschäft insgesamt angepasst werden muss an die neuen Rahmenbedingungen. Die Spielhallen-Betreiber müssen sich immer neue Attraktionen überlegen, um die japanischen Spiele-Fans anzulocken.

Sega wird weiterhin Videospiele und Konsolen produzieren. Aber das stationäre Spielhallen-Geschäft ist mit dem aktuellen Deal Geschichte. Sega hat eine sehr interessante Unternehmensgeschichte. Im Jahr 1940 gründeten zwei US-Amerikaner das Unternehmen. Die Umsiedlung nach Tokio fand im Jahr 1951 statt. Spannenderweise bestand das Geschäft anfangs aus Münzspielautomaten für US-Soldaten, die in Japan stationiert waren. Mit einem der ersten elektromechanischen Automaten überhaupt konnte Sega ab 1968 große Erfolge feiern. Auch im Bereich der Spielkonsolen hat Sega einige wichtige Meilensteine gesetzt. Das Sega Mega Drive kam im Jahr 1988 auf den Markt und war ein großer Verkaufsschlager. Für Nostalgiker ist es gut zu wissen, dass mit dem Sega Mega Drive Mini im Jahr 2019 ein Gerät auf den Markt gekommen ist, dass das alte Gerät simuliert und zahlreiche alte Spiele-Klassiker mit sich bringt.

Vom Konsolenhersteller zum Spieleentwickler

Sega hat in den letzten Jahrzehnten einen Wandel durchlaufen. Das japanische Unternehmen entwickelt keinen neuen Konsolen mehr als Konkurrenten für die Spitzengeräte von Playstation, Microsoft und Nintendo. Vielmehr hat sich Sega zu einem reinen Spielehersteller entwickelt. Dabei gibt es stets die Hoffnung, an die spektakulären Erfolge der legendären Videospielreihe „Sonic the Hedgehog“ anknüpfen zu können. Der Fairness halber muss allerdings erwähnt werden, dass Sega ein wenig den Anschluss an die Spitze verloren hat in den letzten beiden Jahrzehnten.