Die Online-Casinos in der Schweiz erreichen langsam ihr wirtschaftliches Limit. Nachdem im Jahr 2019 ein neues Geldspielgesetz eingeführt wurde, konnten Schweizer Spielbanken exklusiv Online-Glücksspiele anbieten. Alle internationalen Glücksspielanbieter wurden vom schweizerischen Markt ausgesperrt. Das Ergebnis ist, dass es heute elf Online-Casinos auf dem schweizerischen Glücksspielmarkt gibt. Aktuell zeigt sich, dass das Wachstum deutlich nachlässt. Eine große Überraschung ist dies nicht, denn der Schweizer Glücksspielmarkt ist vergleichsweise klein. Somit ist es nicht möglich, beliebig viele neue Spielerinnen und Spieler als Kunden neu zu werben. Allerdings belegt ein Blick auf die Zahlen auch, dass das schweizerische Online-Glücksspiel ein großer Erfolg ist.

Online-Casinos in der Schweiz stoßen an Wachstumsgrenzen

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Im Jahr 2021 konnten die schweizerischen Online-Casinos einen Bruttospielertrag von 234,4 Millionen CHF erzielen. Das ist eine bemerkenswerte Zahl, wenn man berücksichtigt, dass die landbasierten Spielbanken in der Schweiz einen Umsatz von 405,6 Millionen CHF im gleichen Zeitraum erzielen konnten. Somit erreichen die Online-Casinos in der Schweiz einen Umsatz, der deutlich über der Hälfte des Umsatzes der Spielbanken liegt. Die legalen Online-Casinos sind somit ein großer wirtschaftlicher Erfolg. Allerdings gilt das nicht für alle Spielbanken. In den neuesten Zahlen zeigt sich, dass gerade die Online-Casinos, die schon früh verfügbar waren, besonders hohe Umsätze erzielen. Die drei größten schweizerischen Online-Casinos erzielen zusammen ungefähr einen Umsatz von mehr als 180 Millionen CHF. Der wirtschaftliche Erfolg der Anbieter, die nicht sofort im Jahr 2019 ein Online-Casino an den Start gebracht haben, ist teilweise erstaunlich gering.

Das erfolgreichste Online-Casino in der Schweiz wird vom Casino Luzern betrieben. Aber auch das Casino Pfäffikon und das Casino Baden sind sehr erfolgreich im Internet. Doch bei allen Online-Glücksspielanbietern in der Schweiz zeigt sich in den aktuellen Zahlen, dass die Wachstumsrate deutlich nach unten gegangen ist. Die schweizerischen Glücksspiel-Fans, die online spielen möchten, machen dies bereits größtenteils. Deswegen dürfte es schwierig sein, viele neue Spielerinnen und Spieler zu gewinnen für die Online-Angebote. Für die aktuell weniger erfolgreichen Betreiber von Online-Casinos gibt es allerdings durchaus Wachstumsmöglichkeiten, und zwar durch eine Erhöhung des Marktanteils. Dass der gesamte Markt in den nächsten Jahren weiter in hohem Tempo wachsen wird, ist jedoch höchst unwahrscheinlich.

Schwarzmarkt bleibt Problem für Schweizer Online-Casinos

Wenn aktuell davon gesprochen wird, dass der Online-Glücksspielmarkt in der Schweiz gesättigt sei, geht es um den legalen Glücksspielmarkt. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Kanalisierung in der Schweiz nur mäßig funktioniert. Zahlreiche Online-Casinos ohne schweizerische Lizenz akzeptieren nach wie vor Spieler mit schweizerischem Wohnsitz. Die Schweizer nutzt zwar zwei Internetsperren, um internationale Glücksspielanbieter davon abzuhalten, schweizerische Glücksspiel-Fans zu erreichen. Aber in der Praxis funktioniert das nicht gut. Die Betreiber der Online-Casinos auf dem Schwarzmarkt sind schneller und cleverer als die schweizerischen Behörden.

Ein deutliches Wachstum des schweizerischen Online-Glücksspielmarkts wäre durchaus vorstellbar, wenn es gelänge, den Schwarzmarkt besser einzudämmen. Wenn alle Glücksspiel-Fans, die im Moment in Online-Casinos ohne schweizerische Lizenz spielen, dazu gezwungen würden, nur noch die legalen Online-Casinos in der Schweiz zu nutzen, würde dies wohl dazu führen, dass der Umsatz noch einmal deutlich in die Höhe ginge. Aber aktuell gibt es keine Bestrebungen, den Kampf gegen den Schwarzmarkt in irgendeiner Form zu verändern oder zu intensivieren. Insofern ist wohl davon auszugehen, dass die aktuelle Situation zum neuen Standard definiert wird. Problematisch ist das für die vielen Glücksspiel-Fans, die außerhalb des schweizerischen Glücksspielmarkts online aktiv sind und in der Regel keinen hochwertigen Spielerschutz genießen können.

Deutscher Online-Glücksspielmarkt weit entfernt von Wachstumsgrenze

Deutschland hat zwei Jahre später als die Schweiz die Glücksspielregulierung geändert. In beiden Fällen ging es darum, das Online-Glücksspiel zu legalisieren. Die Schweiz hat allerdings einen anderen Weg beschritten als Deutschland. In der Schweiz dürfen nur die terrestrischen Spielbanken Online-Casinos betreiben. In Deutschland kann jedes Unternehmen, das die Voraussetzungen erfüllt, eine Lizenz für Online-Spielautomaten bekommen. Deutschland hat zwar bereits mehr Online-Casinos als die Schweiz. Aber der Markt ist wesentlich größer und viele Glücksspielanbieter warten noch auf ihre Lizenz. Somit ist davon auszugehen, dass das Wachstum in Deutschland in den nächsten Jahren auf dem Online-Glücksspielmarkt deutlich höher sein wird als in der Schweiz.