In Schweden könnte der Spielerschutz in Online-Casinos bald besser werden. Die schwedische Regierung plant, die Datennutzung beim Online-Glücksspiel zu vereinfachen. Insbesondere geht es darum, mehr Kundendaten nutzbar zu machen für die Glücksspielanbieter. Auf diese Weise soll es den Casino-Betreibern leichter gemacht werden, Spielerinnen und Spieler zu entdecken, die ein unvorteilhaftes Verhalten entwickeln. Allerdings muss sich zeigen, ob die Pläne der schwedischen Regierung in Einklang zu bringen sind mit dem Datenschutz in der Europäischen Union. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder sollte sich die Entwicklung in Schweden näher anschauen, um gegebenenfalls ähnliche Möglichkeiten in Deutschland zu fordern.

Schweden will mehr Daten für besseren Spielerschutz

Schweden Online Casino

Die neuen Pläne der schwedischen Regierung sehen vor, dass Glücksspielanbieter Zugriff auf Kundendaten bekommen, die bislang zwar verfügbar, aber nicht zugänglich sind. Vornehmlich geht es dabei um Daten, die von den Kunden selbst angegeben werden. In Zukunft sollen Glücksspielanbieter die Möglichkeit haben, Angaben zur Gesundheit und zu Finanzen einzusehen. Beim Gesundheitsthema geht es vor allem darum herauszufinden, ob Vorerkrankungen vorliegen, die eventuell dazu führen könnten, dass schlechtes Spielverhalten begünstigt wird. Ein Einblick in die Finanzen der Kundinnen und Kunden wäre wichtig, um einschätzen zu können, ob sich eine Spielerin oder ein Spieler mutmaßlich in Gefahr bringt, etwa durch hohe Einzahlungen oder hohe Einsätze.

Unter Experten ist es unumstritten, dass guter Spielerschutz online nur über gute Daten funktioniert. Wie sollen Online-Glücksspielanbieter auch ohne Daten erkennen, ob eine Spielerin oder ein Spieler ein problematisches Verhalten entwickelt? In Zukunft wird vielleicht Software mit Künstlicher Intelligenz dabei helfen, ungünstiges Verhalten bei Kundinnen und Kunden in Online-Casinos zu entdecken. Aber aktuell müssen sich die Glücksspielanbieter noch darauf verlassen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter es schaffen, Spielerinnen und Spieler zu entdecken, die geschützt werden müssen. In Schweden soll die Kombination aus einer strengen Glücksspielregulierung und einer individuellen Überwachung der Spieler dazu führen, dass insgesamt ein guter Spielerschutz vorhanden ist. Ob das gelingt, muss immer wieder neu überprüft werden.

Spielerschutz auch in Deutschland wichtig

Die gesamte Regulierung des Online-Glücksspiels in Deutschland basiert auf der Idee, dass mit strengen Regeln dafür gesorgt werden soll, dass die Spielerinnen und Spieler nicht selbst schaden können, zumindest nicht in einem erheblichen Ausmaß. Dazu gibt es in Deutschland ein Spielersperrsystem, mit dem sich die Spielerinnen und Spieler freiwillig ausschließen können vom gesamten legalen Glücksspielmarkt. Nicht nur die legalen Online-Casinos sind in diesem System enthalten, sondern auch die Spielbanken und Spielhallen. Welche Daten die Anbieter der Online-Spielautomaten nutzen dürfen, ist nicht ganz klar. Können die Glücksspielanbieter in Deutschland mehr Daten nutzen als aktuell die Glücksspielanbieter in Schweden?

Eines scheint allerdings sicher. Durch das niedrige Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat ist der Spielerschutz in den lizenzierten Online-Casinos in Deutschland auf einem hohen Niveau. Auch wenn für manche Spielerinnen und Spieler ein Betrag von 1.000 Euro im Monat viel Geld ist, kann sich mit dieser Summe doch kaum jemand nachhaltig ruinieren. Insofern könnte man argumentieren, dass zusätzliche Maßnahmen nicht notwendig sind, um den Spielerschutz zu verbessern, zumindest nicht in den legalen Online-Spielhallen. Etwas anders ist die Situation aber in den Online-Casinos ohne Lizenz. Der Schwarzmarkt floriert in Deutschland, weil bislang kaum Gegenmaßnahmen stattfinden. Was nützt der beste Spielerschutz in den legalen Online-Spielbanken, wenn die Problemspielerinnen und Problemspieler gar nicht auf dem legalen Markt unterwegs sind?

Kein guter Spielerschutz mit großem Schwarzmarkt

Politikerinnen und Politiker gefallen sich in Schweden genauso wie in Deutschland dabei, immer wieder neue Maßnahmen für vermeintlich besseren Spielerschutz in legalen Online-Casinos zu fordern und umzusetzen. Aber es gibt eine einfache Wahrheit, an der niemand vorbeikommt: Wenn es einen attraktiven Schwarzmarkt als Konkurrenz zum streng regulierten Online-Glücksspielmarkt gibt, ist es weitgehend nutzlos, immer strengere Regeln auf dem legalen Markt umzusetzen. Gerade die Spielerinnen und Spieler, die gefährdet sind, werden den Weg auf den Schwarzmarkt suchen und finden. Vielleicht sollte die Politik in Schweden und Deutschland überlegen, wie dieses Problem wirkungsvoll gelöst werden könnte. Das wäre ein substanzieller Beitrag zum Spielerschutz. Gerade in Deutschland ist eine effektive Bekämpfung des Schwarzmarkts beim Online-Glücksspiel überfällig.