Die schwedische Glücksspielbehörde Spelinspektionen hat einen Bericht vorgelegt, in dem das temporäre Einzahlungslimit, das im Rahmen der Gesundheitskrise eingeführt worden ist, untersucht wird. Allerdings kommt die Glücksspielbehörde zu keinem klaren Ergebnis. Es sei schwierig, die Wirkung des temporären Limits genau zu ermitteln, da viele unterschiedliche Effekte gleichzeitig wirkten. Schweden hat im Juli 2020 ein Einzahlungslimit von 5.000 Schwedischen Kronen pro Monat (480 Euro) eingeführt. Dieses Limit galt bis November 2021. Allerdings galt dieses Limit für jeden Glücksspielanbieter individuell. Darüber hinaus gab es zur gleichen Zeit auch ein Bonuslimit in Höhe von 100 Schwedischen Kronen (9,60 Euro).

Schwedische Glücksspielbehörde bewertet Einzahlungslimit

Schweden Online Casino

Das temporäre Einzahlungslimit für Online Casinos in Schweden hat im Jahr 2020 und auch noch im Jahr 2021 für einige erhitzte Debatten gesorgt. Für die Glücksspielanbieter in Schweden war es ein erhebliches Problem, dass plötzlich nur noch Einzahlungen in Höhe von 5.000 Schwedischen Kronen möglich waren. Allerdings lässt sich im Nachhinein nur schwer klären, welche Wirkung dieses Limit hatte. Trotz intensiver Analysen und Beratungen mit diversen Institutionen aus der Branche ist es der schwedischen Glücksspielbehörde Spelinspektionen nicht gelungen, die Wirkung des Einzahlungslimits zu belegen. Die Theorie war, dass das Einzahlungslimit den Spielerschutz verbessern würde. In der Praxis lässt sich das aber zumindest nicht einfach nachweisen.

Die schwedischen Online-Glücksspielanbieter unterliegen seit 2019 einer Glücksspielregulierung. Durch die Gesundheitskrise sah sich die schwedische Regierung dazu veranlasst, die Regulierung deutlich zu verschärfen. Allerdings gibt es viele Beobachter, die diese Verschärfungen kritisch sahen und sehen. Insbesondere sei der Schwarzmarkt durch die neuen Limits gestärkt worden. Verlässliche Daten zur Kanalisierung gibt es allerdings für den schwedischen Glücksspielmarkt im Moment nicht. Auch an dieser Stelle wird deutlich, dass es für eine erfolgreiche Glücksspielregulierung wichtig ist, umfangreiche Studien zu machen und wichtige Daten zu sammeln. Ansonsten lässt sich der Erfolg einer Maßnahme nicht messen. Aber viele Kritiker glauben ohnehin, dass es der schwedischen Regierung bei den eingeführten temporären Limits vor allem um Ideologie gegangen sei.

Spelinspektionen bringt deutsche Variante des Einzahlungslimits ins Spiel

Nach Einschätzung der Experten der schwedischen Glücksspielbehörde Spelinspektionen sei es problematisch gewesen, dass das Einzahlungslimit nur für jeden Anbieter individuell gegolten habe. Wenn ein Glücksspiel-Fan das Limit erreicht hatte, konnte er problemlos zu einem anderen Glücksspielanbieter wechseln und erneut bis zum Limit einzahlen. Für das Bonuslimit galt dies in gleicher Weise. Deswegen wäre es aus Sicht der schwedischen Glücksspielbehörde zumindest sinnvoll darüber nachzudenken, ein anbieterübergreifendes Limit einzuführen. Dieses Limit könnte dann aber eventuell etwas höher sein. Zumindest würde damit eine harte Grenze eingeführt, die allerdings nur auf dem legalen Markt relevant wäre.

In Deutschland gibt es ein anbieterübergreifendes Limit, aber es fehlen noch Daten und Erfahrungsberichte, denn dieses Limit gilt erst seit Mitte 2021. In Deutschland ist zudem die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, die das Online-Glücksspiel langfristig regulieren und kontrollieren soll, noch nicht einsatzfähig. Und bislang hat auch noch kein Online Casino eine deutsche Lizenz bekommen, denn das übergangsweise zuständige Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt ist leider nicht so schnell wie erhofft. Somit wäre es vielleicht aus strategischer Sicht sinnvoll, auf Erfahrungen aus Deutschland zu warten, um dann irgendwann zu entscheiden, ob es sinnvoll sein könnte, in Schweden Limits einzuführen, die für alle Anbieter übergreifend gelten.

Niedrige Limits begünstigen Schwarzmarkt

Wenn ein Glücksspiel-Fan nicht zufrieden ist mit dem Einzahlungslimit, das auf dem legalen Markt zu finden ist, wird er sich wahrscheinlich umschauen und diverse Anbieter auf dem Schwarzmarkt finden. Das ist aktuell in Deutschland so und war auch in Schweden zur Zeit der temporären Limits nicht anders. Die Bekämpfung des Schwarzmarkts funktioniert in Schweden allem Anschein nach nicht besonders gut. In Deutschland soll selbstverständlich alles viel besser werden, denn die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder will ab Mitte 2022 mit IP-Blocking und Payment Blocking dafür sorgen, dass der Schwarzmarkt minimiert wird. Falls das gelingt, kann auch das anbieterübergreifende Einzahlungslimit funktionieren. Sollte aber ein attraktiver Schwarzmarkt bestehen bleiben, könnte sich das Einzahlungslimit sogar als Problem erweisen, denn dann würden sich gerade die High Roller wohl in großer Zahl vom legalen Markt zurückziehen und bei den nicht ganz so seriösen Glücksspielanbietern auf dem Schwarzmarkt aktiv werden.