Die saarländische Regierung hat einen Entwurf für ein neues Spielhallen-Gesetz eingebracht. Wenn dieses Gesetz verabschiedet werden sollte in der aktuellen Form, können die Spielhallen-Betreiber im Saarland demnächst weder Speisen noch Getränke anbieten. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass in den Spielhallen nicht einmal unentgeltlich Speisen und Getränke zur Verfügung gestellt werden sollen. Die Zielrichtung ist klar: Die saarländische Regierung will die Spielhallen unattraktiver machen für Glücksspiel-Fans. Ob sich durch eine Diät für Glücksspiel-Fans der Spielerschutz verbessern lässt, darf bezweifelt werden.

Keine Speisen und Getränke in saarländischen Spielhallen mehr?

Spielhalle

Das Saarland lernt von Bremen, aber nicht unbedingt in einer guten Art und Weise. In Bremen dürfen die Spielhallen-Betreiber schon jetzt keine Speisen und Getränke mehr anbieten. Auch im Saarland soll dies künftig nicht mehr möglich sein. Der neue Gesetzentwurf zur Regulierung der Spielhallen sieht vor, dass die Betreiber weder gegen Entgelt noch unentgeltlich Speisen und Getränke zur Verfügung stellen dürfen. Bedeutet dies nun, dass die Glücksspiel-Fans in den Spielhallen verdursten und verhungern müssen? Die Realität ist eine andere. Wer glaubt, dass sich auch nur ein Glücksspiel-Fan von dieser Regelung davon abhalten lassen würde, eine Spielhalle zu besuchen, ist vom richtigen Leben weiter entfernt als der Mond von der Erde.

Besonders bemerkenswert ist, dass Spielbanken im Saarland auch in Zukunft Speisen und Getränke anbieten dürfen. Somit geht es der saarländischen Regierung offenbar nicht darum, das Glücksspiel generell einzuschränken, sondern vor allem das Glücksspiel in den Spielhallen. Falls überhaupt ein Effekt entstehen sollte durch die neue Regelung, würden die Spielbanken und die legalen Online-Casinos profitieren. Dass auch nur ein einziger Glücksspiel-Fan auf sein Hobby verzichtet, weil es keine Speisen und Getränke mehr gibt, lässt sich nahezu ausschließen. Schlimmstenfalls werden sich die Glücksspiel-Fans gelegentlich für ein paar Minuten nach draußen verziehen. Die Raucher machen das ohnehin schon. Demnächst müssen dann auch die Spieler, die essen oder trinken wollen, vor die Türe.

Gängelung der Spielhallen-Betreiber nimmt zu

Es ist einigermaßen bemerkenswert, wie viel Mühe sich die Politik teilweise macht, um Spielhallen-Betreiber zu gängeln. In diversen Bundesländern wird die Anzahl der Spielhallen seit Jahren konsequent reduziert. Dadurch gehen Arbeitsplätze verloren und der Staat verliert Einnahmen aus Abgaben und Steuern. Hinter diesem Vorgehen steckt die Idee, dass das Angebot reduziert werden muss, um den Spielerschutz zu verbessern. Doch stimmt das wirklich? Oder ist es nicht beim Glücksspiel so, dass die Nachfrage maßgeblich ist. Auf einem abgeschlossenen Markt, der sich gut kontrollieren ließe, wäre es wahrscheinlich tatsächlich so, dass sich über die Reduzierung des Angebots auch die Nachfrage reduzieren ließe. Doch der Glücksspielmarkt ist nicht abgeschlossen.

Im terrestrischen Glücksspiel gibt es seit Jahren große Probleme mit illegalen Glücksspielanbietern. Wenn das legale Angebot unattraktiver wird oder ganz verschwindet, entstehen auf dem Schwarzmarkt Angebote, die der Staat nicht kontrollieren kann. Zudem fehlt es vielerorts auch an den nötigen personellen Möglichkeiten, um konsequent gegen Anbieter auf dem terrestrischen Glücksspielmarkt jenseits der Legalität vorzugehen. Unter Experten ist es völlig unumstritten, dass die illegalen Glücksspielanbieter auf dem terrestrischen Markt ein riesiges Problem darstellen. Die Spieler sind bei diesen Anbietern in einer völlig unkontrollierten Umgebung und können innerhalb kurzer Zeit enorm viel Geld verlieren. Das ist in Spielhallen mit Konzession in Deutschland nicht möglich. Und darüber hinaus gibt es auch noch das Problem, dass es mittlerweile zahlreiche legale Online-Spielhallen gibt, die jederzeit als Alternative zur Verfügung stehen.

Zu Hause auf dem Sofa spielen, anstatt in der Spielhalle zu hungern?

Was ist der Plan der saarländischen Landesregierung? Sollen die Glücksspiel-Fans dazu gebracht werden, zu Hause auf dem Sofa zu spielen, mit den passenden Snacks und Getränken ausgerüstet? Oder dürfen die Glücksspiel-Fans demnächst auch nicht mehr zu Hause trinken und essen? Es kann nicht sein, dass die Spielhallen-Betreiber gegängelt werden mit immer restriktiveren Vorschriften, während gleichzeitig das Online-Glücksspiel floriert und die Spielbanken im Saarland Speisen und Getränke nach Lust und Laune anbieten dürfen. Auch bei der Glücksspielregulierung sollten die Gesetze der Logik nicht völlig unbeachtet bleiben. Ansonsten könnte man auf die Idee kommen, dass es den zuständigen Politikern gar nicht um Spielerschutz geht.