Bereits vor gut fünf Jahren hatte die PEGI (Pan European Game Information) einiges mehr an Härte bei ihren Regelungen eingeführt. Jeder Titel, bei dem es auch um Inhalte aus dem Bereich Glücksspiel ging, wurden fortan mit dem Alters-Rang 12+ versehen. Der Grund hierfür waren neue Regeln, die damals für das Glücksspiel galten. Nun hat die PEGI ihre Regelungen abermals verschärft.

Glücksspiel-Gameplay erst ab 18+

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Im Jahre 2016 führte die PEGI neue Richtlinien und Bewertungen ein. Das fiel insbesondere bei den Pokémon-Spielen auf. Für diese Role Playing Games wirkte die Altersstufe ab 12 Jahren im Vergleich zu anderen Spielen dieser Reihe, ziemlich hoch. Doch da bei Pokémon u.a. auch ein Einarmiger Bandit auftauchte, erhielten die Games Pokémon Blau, Rot und Gelb das 12+-Rating. Bei Gameplays, deren Fokus komplett auf dem Glücksspiel lag, galt selbstverständlich automatisch die Regelung „nur für Erwachsene“, so wie in einem seriösen Online Casino auch. Vor einigen Wochen hat die PEGI nun erneut andere Regelungen herausgegeben. Ab sofort erhält jedes Spiel die Bewertung 18+, sofern es Glücksspiel-Gameplay anbietet. In einer Pressemeldung nimmt die PEGI zu dieser Entscheidung Stellung: „Im Jahr 2020 wurden die PEGI-Kriterien dahingehend geändert, dass künftig alle Spiele mit bewegten Bildern, die ‚die Nutzung von Glücksspielen lehren und/oder verherrlichen, die als traditionelles Mittel des Glücksspiels gespielt/ausgeführt werden‘, mit PEGI 18 bewertet werden. Dies bezieht sich auf Arten von Wetten oder Glücksspielen um Geld, die normalerweise in Casinos, Spielhallen oder auf Rennbahnen gespielt oder durchgeführt werden. Dies gilt nicht für Spiele, bei denen Wetten oder Glücksspiele einfach Teil der allgemeinen Handlung sind. Das Spiel muss dem Spieler tatsächlich beibringen, wie man spielt oder wettet, und/oder das Glücksspiel verherrlichen. Dazu gehören z. B. Spiele, bei denen der Spieler lernt, wie man Kartenspiele spielt, bei denen normalerweise um Geld gespielt wird, oder wie man bei Pferderennen die Quoten ausspielt.“

Im Klartext heißt das, dass demnach sämtliche Pokémon-Spiele, die aus der Hauptreihe stammen und die als virtuelle Konsolen-Titel auf den Markt kamen, in Zukunft nur noch von volljährigen Spielerinnen und Spielern genutzt werden dürfen. Nachträglich sollen einmal gefällte Entscheidungen jedoch nicht verändert werden. Dies hatte die Pan European Game Information bereits bestätigt. Sofern Titel unverändert und ohne Korrektur auf einer beliebigen Plattform zur Verfügung gestellt werden, bleibt es bei der „alten“ Alterseinstufung. Die neuen Regelungen greifen nur dann, wenn Verbesserungen oder anderweitige Veränderungen zu erkennen sind und es sich daher aus technischer Sicht um ein neues Spiel handelt. Sollte also jemals auf irgendeinem Portal Pokémon Lila, Rosa, Blattgrün, Pink oder Türkis angeboten werden, dann sind das vermutlich die ersten Taschenmonster-Spiele, die nur für Erwachsene zur Verfügung stehen. Vermutlich würde der Hersteller Nintendo diese Games allerdings schnell wieder entfernen. Dies hatte das Unternehmen nachträglich bei Pokémon Perl und Diamant ebenfalls getan.

Seit knapp 20 Jahren ein einheitliches Alterseinstufungs-System in Europa

Bei der Pan European Game Information, im normalen Sprachgebrauch PEGI genannt, handelt es sich um ein europaweites System zur Alterseinstufung von Computer- und Videospielen. Casino-Spiele fallen jedoch nicht unter die Bewertung der PEGI, die von der interaktiven Software-Föderation Europas (ISFE) verwaltet wird. Verantwortlich für die praktische Umsetzung des sogenannten PEGI-Systems zeichnet NICAM in den Niederlanden, ein Institut für die Klassifizierung audiovisueller Medien. Entwickelt wurde PEGI Anfang der 2000er Jahre von einer Arbeitsgruppe, deren Mitglieder aus unterschiedlichen Ländern stammten und aus Regierungsvertretern, Verbänden und Unternehmen der Spiele-Industrie zusammengesetzt wurde. PEGI wurde entworfen, um ein europaweites Software-Einstufungssystem herzustellen und den Spieleverkauf europaweit zu vereinfachen. Darüber hinaus wurde das Ziel verfolgt, Prüfzeiten deutlich zu verkürzen und die Kosten der Softwarehersteller zu senken. Im April 2003 wurden dann die bisherigen nationalen Einstufungssysteme abgeschafft und PEGI offiziell in Europa eingeführt. In einigen Ländern sind diese Einstufungen allerdings nicht verbindlich, da sie nur Empfehlungen aussprechen, die sich in erster Linie an die Eltern und an die Käufer richten. Diese Empfehlungen sind farblich gekennzeichnet: Rot steht für 18+ (eine Regelung, die im Übrigen grundsätzlich auch für Online Casinos gilt), Gelb steht sowohl für 12+ als auch für 16+ und Grün steht für 3+ sowie für 7+. Neben der Altersempfehlung bietet das PEGI-System auch eine Beurteilung des Inhalts an. Beides wird durch unterschiedliche Symbole auf der Verpackung des Spiels gekennzeichnet.

Die Spiele-Industrie nimmt den Bewertungsvorgang selbstständig vor, indem sie entsprechende Bewertungsbögen ausfüllt. Allerdings können sie dies nur, wenn sie bereits dem PEGI-System angehören und sich an den vorgegebenen Verhaltenskodex halten. Dieser verpflichtet sie, den Eltern und Käufern „... objektive, wahrheitsgemäße Informationen über die passende Alterseinstufung ihrer Spiele zu geben.“ Außerdem verpflichten sich die Hersteller zu einer entsprechenden Anpassung der Werbung für diese Produkte. Erst dann wird ihnen durch die NICAM eine Lizenz zur Verwendung des Logos erteilt.

Bei Online Spielen und Apps gilt ein anderes Verfahren, für das die International Age Rating Coalition (IARC) zuständig ist, die eng mit der PEGI zusammenarbeitet.