In Österreich spielt sich der Kampf gegen das illegale Glücksspiel zu. Die Kritik an der Untätigkeit der Regierung wächst. Sogar die Polizei übt mittlerweile öffentlich Kritik an den mangelhaften Kampf gegen illegale Glücksspielanbieter. Bei der aktuellen öffentlichen Diskussion geht es nicht um die Online Casinos, sondern um die illegalen Angebote im stationären Glücksspiel. In den letzten Jahren hat es immer wieder Aktionen gegen Anbieter auf dem Schwarzmarkt gegeben. Aber nach Einschätzung vieler Kriminalisten gibt es nach wie vor zu viel Bewegungsspielraum für Glücksspielanbieter, die jenseits des legalen Marktes agieren. Deswegen gibt es nun die Forderung, das illegale Glücksspiel zur Organisierten Kriminalität zu zählen. Dadurch könnten die Ermittler deutlich wirkungsvollere Methoden als bisher anwenden.

Illegales Glücksspiel bald Organisierte Kriminalität in Österreich?

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Für interessierte Beobachter ist es in den letzten Jahren oft erstaunlich gewesen, welchen Umfang das illegale Glücksspiel in Österreich mittlerweile angenommen hat. Es vergeht kaum eine Woche, in der es keine Polizeimeldung zum illegalen Glücksspiel gibt. Manchmal handelt es sich um ein kleines Hinterhof-Casino, das ausgehoben worden ist. Aber auch regelrechte Casino-Ketten sind auf dem österreichischen Schwarzmarkt bereits gesprengt worden. Trotz der öffentlichen Erfolge in den letzten Jahren fordern Ermittler des Bundeskriminalamts nun, dass das illegale Glücksspiel in Zukunft zur Organisierten Kriminalität gezählt wird. Was wäre die Folge? Die Polizei hätte die Möglichkeit, mit massiven Methoden gegen die Anbieter auf dem Schwarzmarkt vorzugehen. Beispielsweise wäre es bei einer Einstufung als Organisierte Kriminalität vergleichsweise einfach, eine Telefonüberwachung genehmigt zu bekommen. Im Moment haben die illegalen Glücksspielanbieter in Österreich den Vorteil, dass die Polizei nur mit relativ eingeschränkten Methoden vorgehen kann. Deswegen haben die Kriminellen immer wieder die Möglichkeit, neue illegale Casinos einzurichten. Nach Einschätzung vieler Polizisten, aber auch vieler Juristen und journalistischer Beobachter reicht die aktuelle Gesetzgebung nicht aus, um das Problem des illegalen Glücksspiels in den Griff zu bekommen.

Die Frage ist, ob es nicht noch eine Kompromisslösung geben kann. Die Einstufung in die Organisierte Kriminalität hätte weitreichende Folgen, die nicht nur positiv sein müssen. Zudem stellt sich auf die Frage, ob die dafür notwendige Gesetzesänderung im Einklang mit EU-Recht stünde. Auch in anderen Ländern ist das illegale Glücksspiel ein Problem. Aber warum es nicht möglich sein soll, mit den bisher zugelassenen Polizeimethoden das illegale Glücksspiel kunstvoll zu bekämpfen, erschließt sich nicht unbedingt bei einem Blick auf die Fakten. Immerhin ist es der österreichischen Justiz in den letzten Jahren oft gelungen, illegale Glücksspielanbieter ausfindig zu machen und am Ende auch zu bestrafen. Bei der Einstufung in die Organisierte Kriminalität würden die illegalen Glücksspielanbieter wahrscheinlich deutlich höhere Strafen bekommen als bisher. Ob dadurch aber eine abschreckende Wirkung entstehen würde, ist jedoch höchst fraglich. Immerhin ist es möglich, auf dem illegalen Glücksspielmarkt sehr viel Geld zu verdienen in kurzer Zeit. Menschen, die sich für diesen Lebensweg entscheiden, lassen sich eher nicht davon abschrecken, dass sie unter Umständen für lange Zeit ins Gefängnis müssen.

Auch illegale Online-Glücksspielanbieter Organisierte Kriminalität?

In Österreich werden im Moment die Glücksspielgesetze reformiert. Das Ziel ist es, den Spielerschutz zu verbessern. In den aktuellen Diskussionen spielt auch das Online-Glücksspiel eine wichtige Rolle. Viele Experten plädieren dafür, in Österreich ähnlich wie in Deutschland ein Lizenzierungssystem für private Glücksspielanbieter im Internet zu schaffen. Doch bislang gibt es keine Pläne der Regierung in die Richtung. Sollte das private Glücksspiel in Österreich weiter unreguliert bleiben, könnte eine Einstufung des illegalen Glücksspiels als organisierte Kriminalität am Ende auch dazu führen, dass die privaten Glücksspielanbieter im Internet unter diese Regelung fallen. Das hätte unter Umständen dramatische Folgen für die betroffenen Unternehmen. Insbesondere die Glücksspielanbieter, die mit EU-Lizenz in Österreich Online-Glücksspiele anbieten, müssten sich wahrscheinlich sehr genau überlegen, ob sie dieses Geschäftsmodell fortführen würden. Ohnehin sind die privaten Glücksspielanbieter mit EU-Lizenz bereits unter Druck geraten, denn in Österreich laufen Sammelklagen, in denen es darum geht, dass die Spieler ihre Einsätze in den Online Casinos erstattet bekommen wollen.

Österreich ist ein gutes Beispiel dafür, dass es nicht ausreicht, eine strenge Glücksspielregulierung zu beschließen. Die Bekämpfung des Schwarzmarkts muss parallel immer ein wichtiges Ziel sein. Wenn dieses Ziel nicht akribisch verfolgt wird, entsteht ein attraktiver Schwarzmarkt, der ganz ohne Spielerschutz speziell die Problemspieler anzieht. Österreich würde vermutlich von einem liberalisierten Glücksspielmarkt im Internet erheblich profitieren. Wenn die Glücksspiel-Fans die Möglichkeit hätten, jederzeit online stressfrei in Online Casinos mit österreichischer Lizenz zu spielen, hätten es die illegalen Glücksspielanbieter deutlich schwerer. Aber im Moment deutet vieles darauf hin, dass Österreich vor allem versuchen wird, mit restriktiven Maßnahmen gegen das illegale Glücksspiel online und offline vorzugehen. Die Einstufung des illegalen Glücksspiels als Organisierte Kriminalität könnte allerdings über das eigentliche Ziel hinausschießen. In den nächsten Wochen und Monaten muss sich zeigen, welchen Weg Österreich beim Glücksspiel geht. Das nach wie vor weitgehend intakte staatliche Glücksspielmonopol hat sich nicht unbedingt als Zukunftsmodell erwiesen. Nicht zuletzt hat es eine ungesunde Verflechtung von Staat und Glücksspiel gegeben, die in Österreich schon einige Skandale produziert hat.