2020 war kein gutes Jahr für die stationären Spielbanken in der Schweiz, was nicht zuletzt an der weltweit anhaltenden Gesundheitskrise und deren Auswirkungen lag. Allerdings waren auch schon in den Vorjahren die Einnahmen zurückgegangen, da viele eidgenössische Spielerinnen und Spieler das Online Zocken für sich entdeckt und favorisiert hatten. Die Popularität der Online Casinos wächst auch in der Schweiz immer weiter an, so dass die daraus resultierenden Einnahmen möglicherweise die stationären Spielbanken retten können.

Umsätze nicht mit den Vorjahren vergleichbar

Schweiz Online Casino

Presseberichten zufolge sollen sämtliche namhaften Spielbanken der Schweiz im Geschäftsjahr 2020 enorme Umsatzeinbußen verbucht haben. Die Einnahmen sollen bis zu vierzig Prozent gesunken sein, was natürlich ein enormes Minus darstellt. Allerdings ist das auch kein Wunder, da die Spielstätten an insgesamt 132 Tagen des letzten Jahres geschlossen bleiben mussten. In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass alle vier Standorte der Swiss Casinos ein Minus von 50 Mio Schweizer Franken gemacht haben. Beim Casino Luzern war es ein Minus von etwas mehr als 13 Mio Schweizer Franken und beim Casino Interlaken betrug das Minus rund fünf Mio Schweizer Franken. Insgesamt verzeichneten die stationären Spielstätten in der Schweiz ein Minus von rund 290 Mio Schweizer Franken. Dem gegenüber stehen die eidgenössischen Online Casinos deutlich besser da. In der Schweiz sehen die Glücksspielgesetze ganz anders aus, als beispielsweise in der BRD. Dort dürfen Online Spielbanken nur von Anbietern betrieben werden, die auch eine stationäre Spielbank besitzen. Daher gelang es, die Verluste des stationären Glücksspielmarkts auszugleichen, dennoch waren die Gewinne keinesfalls mit den Vorjahren vergleichbar. Aufgrund der monatelangen Schließung verzeichneten die Online Casinos mit ihrer großen Auswahl an virtuellen Spielautomaten einen enormen Zulauf und konnten sich über einen Umsatz von rund 187 Schweizer Franken freuen. Den Bärenanteil davon erzielten die vier Swiss Casinos mit mehr als 45 Mio Schweizer Franken.

So bildete in 2020 das Online Geschäft quasi einen „Rettungsanker“ für den landbasierten Glücksspielmarkt, und für die Branche insgesamt bedeutete das zum Teil sogar Gewinne. Die Gruppe um das Stadtcasino Baden erwirtschaftete somit knapp vier Mio Schweizer Franken und die Swiss Casinos immerhin noch 1,5 Mio Schweizer Franken. Dennoch schrieben nicht alle schwarze Zahlen. Luzern lag beispielsweise bei einem Minus von 340.000,- Schweizer Franken, Bern schrieb sogar mehr als acht Mio Schweizer Franken an roten Zahlen, und Interlaken lag bei einem Minus von 1,6 Mio Schweizer Franken. Damit wird deutlich, welchen Stellenwert das Online Spielen heutzutage einnimmt. Ganz klar sieht man das am Beispiel Bern. Die Casino-Gruppe ist erst seit September vergangenen Jahres im Besitz von Online Spielstätten. Andere Anbieter, die immerhin kleine Gewinne verzeichnen konnten, verfügen schon länger über Online Lizenzen.

Das Schweizer Glücksspielgesetz vs. Deutschland und Österreich

Der Unterschied zwischen den Schweizer Glücksspiel-Regelungen und dem anderer Länder ist deutlich. Da die Eidgenossen nicht zu den EU-Mitgliedsstaaten zählen, müssen sie ihre Gesetze auch nicht denen der Europäischen Union angleichen und sind dadurch in der Lage, ausländische Betreiber außen vor zu lassen und gegen sie Netzsperren zu verhängen. Aus diesem Grund können die inländischen Online Casinos in einer Art „geschütztem Raum“ agieren. Wie bereits eingangs beschrieben, werden Online Lizenzen grundsätzlich nur an eidgenössische Betreiber vergeben, die bereits im Besitz einer stationären Spielbank sind, sofern das Angebot an Online Casino-Spielen dem der jeweiligen Spielbank nicht entgegensteht. Ausländische Anbieter erhalten nur unter ganz bestimmten Umständen eine Lizenz. Sie müssen einen Firmensitz in der Schweiz nachweisen, bereits ein stationäres Casino betreiben und finanziell gut aufgestellt sein. Österreich und Deutschland hingegen unterliegen dem EU-Recht. Die Dienstleistungsfreiheit darf somit nicht ausgeschlossen und ausländische Betreiber nicht verboten werden.

Allerdings ist das Glücksspiel in zwei Bereiche unterteilt: Casino-Spiele und Sportwetten, wobei für letzteres meist laschere Regelungen gelten. In Österreich unterliegen selbst Online Buchmacher ziemlich geringen Vorschriften, Casinos sind hingegen nicht erlaubt. Ausschließlich die Casinos Austria AG (CASAG) darf sowohl stationäres, als auch online Glücksspiel anbieten. Diesem Gesetz steht allerdings das EU-Recht gegenüber. In der BRD wurden bis zum 1. Juli dieses Jahres erst gar keine Online Lizenzen ausgegeben. Nur die Sportwetten waren davon schon etwas länger ausgenommen. Bis der neue Glücksspielstaatsvertrag in Kraft trat, durften ausschließlich lizenzierte Lottogesellschaften und eine Reihe von Sportwetten-Veranstaltern legal auf dem bundesdeutschen Markt agieren. Das ist nun endlich anders geworden. Wer die strengen Auflagen erfüllt, kann sich um eine Online Lizenz bewerben. Lediglich das Lottospielen bleibt weiterhin staatlich und läuft unter der Aufsicht der einzelnen Bundesländer und ihrer Lottogesellschaften.

Online Geschäft wird immer wichtiger

Das Schweizer Beispiel macht den Zusammenhang zwischen landbasiertem und Online Glücksspiel sehr klar deutlich. Eine Spielbank in Frankfurt oder in Graz kann keine Gegenüberstellung anbieten, während die eidgenössischen Betreiber es schwarz auf weiß haben, wie die Gewinne anteilig erwirtschaftet wurden. An den Zahlen ist deutlich zu erkennen, wie wichtig das Online Geschäft inzwischen geworden ist. Und man sollte nicht davon ausgehen, dass Spielerinnen und Spieler, die mittlerweile seriöse Online Casinos favorisieren, zu ihren alten Gewohnheiten zurückkehren und wieder häufiger landbasierte Spielstätten aufsuchen.