Wie gut ist der Spielerschutz in österreichischen Online Casinos? Das Salzburger Institut für Glücksspiel und Abhängigkeit hat einen Konsumentenschutztest durchgeführt, bei dem herausgekommen ist, dass der Spielerschutz an vielen Stellen noch nicht optimal ist. Konkret geht es dabei um den legalen Online-Glücksspielanbieter win2day. In Österreich gilt aktuell noch das staatliche Glücksspielmonopol in weiten Teilen, sodass private Glücksspielanbieter keine Lizenzen bekommen können. Nur Casinos Austria hat eine Lizenz für Online-Glücksspiele und win2day ist die Plattform, auf dem diese Glücksspiele im Internet präsentiert werden. Insgesamt gab es zum Zeitpunkt des Tests des Salzburger Instituts 72 Online-Glücksspiele bei win2day neben Lotto, Toto und Sportwetten.

Spielerschutz in Österreich beim Online-Glücksspielen nicht optimal

Spielerschutz Online Casino

Bei win2day ist es möglich, bis zu 800 Euro in jeder Woche zu verlieren. Höhere Verluste sind nicht möglich. Zudem wird eine Spielerschutz-Software eingesetzt, mit der Problemspieler frühzeitig erkannt werden sollen. Bei einem problematischen Verhalten soll eine direkte Warnung an die Spieler herausgehen. Diese Software funktioniert komplett automatisiert. Allerdings hat das Salzburger Institut beim Konsumentenschutztest festgestellt, dass die Spielerschutz-Software standardmäßig überhaupt nicht aktiviert ist. Darüber hinaus sei es den Tester gelungen, mehrere Konten anzulegen. Das ist ein großes Problem, denn mit mehreren Konten wäre es sehr einfach möglich, das vorgegebene Verlustlimit zu überschreiten. Die Tester bemängelten auch, dass es schwierig sei, die Spielerschutz-Software zu aktivieren, da nicht auf den ersten Blick ersichtlich sei, wie das überhaupt funktioniere. Spielerschutz-Software kann letztlich nur funktioniert, wenn die Software eingeschaltet ist. Zumindest sollte es möglich sein, die Software sehr leicht zu aktivieren, wenn schon der Kunde die Möglichkeit hat, diese Spielerschutz-Option freiwillig zu wählen.

Beim Test sei es gelungen, innerhalb von drei Minuten einen Betrag von 500 Euro zu verspielen. Das Salzburger Institut kritisiert diese Möglichkeit. Nach Einschätzung der Tester sei es keine gute Idee, hohe Spieleinsätze und kurze Spielzeiten zu verbinden. Wenn ein Spiel nur eine Sekunde dauere und in dieser einen Sekunde dann ein Verlust von 25 Euro möglich sei, wäre das übertrieben. Darüber hinaus kritisierten die Experten vom Salzburger Institut auch, dass das Einzahlungslimit von 800 Euro zu hoch angesetzt sei für viele Spieler. Grundsätzlich empfiehlt das Salzburger Institut, die Spielerschutz-Software standardmäßig zu aktivieren. Zudem müsse sichergestellt werden, dass kein Spieler mehr als ein Konto eröffnen könnte. Darüber hinaus kritisierten die Tester, dass alle Glücksspiele im Angebot von win2day über ein einziges Konto abgerechnet würden. Das ist allerdings vor allem eine rechtliche Frage, die eher weniger mit dem Spielerschutz zu tun hat.

Casinos Austria positioniert sich zu Kritik am Spielerschutz

Bei Casinos Austria nimmt man die Kritik zum Teil an. Insbesondere wurde klargestellt, dass die eingesetzte Spielerschutz-Software schon im Dezember standardmäßig eingeschaltet werde. An dieser Stelle findet somit eine schnelle Verbesserung statt. Beim Verlustlimit sei es hingegen so, dass die entscheidende Instanz das Finanzministerium sei. Ohne politische Vorgaben wird sich dieses Verlustlimit wohl nicht ändern in Österreich. Zudem weist Casinos Austria darauf hin, dass es neben dem legalen Glücksspielanbieter win2day auch noch zahlreiche Anbieter auf dem grauen oder schwarzen Markt gibt. Bei diesen Anbietern gebe es oft gar kein Einzahlungs- oder Verlustlimit. Zudem würden durchschnittlich nur ungefähr 200 Kunden überhaupt das Verlustlimit regelmäßig erreichen. Bei insgesamt 800.000 Kunden sei das nur ein sehr geringer Prozentsatz. Dass es möglich gewesen sei, mehrere Konten unter einem Namen anzulegen, sei ein Fehler gewesen, der mittlerweile aber behoben sei. Grundsätzlich sei das gesamte System darauf ausgelegt, jeder Person nur ein einziges Konto zuzugestehen. An einem Punkt gab es deutlichen Widerspruch von Casinos Austria: Gerade durch die Zusammenlegung von Online-Glücksspielen, Sportwetten, Lotto und Toto sei es möglich, für all diese Glücksspiele ein einheitliches Verlustlimit umzusetzen. Genau das sei der große Vorteil des einheitlichen Kontos. Dieses Argument ist durchaus bedenkenswert, denn wenn für alle vier Glücksspielarten unterschiedliche Konten genutzt würden, müssten wohl auch neue Limits eingeführt werden, um eine ähnliche Wirkung zu erzielen.

Das Salzburger Institut hat mit dem Konsumentenschutztest einen wichtigen Beitrag geleistet, um den Spielerschutz bei win2day zu verbessern. Das lässt sich anhand der gefundenen Probleme und auch anhand der Reaktion von Casinos Austria schon jetzt feststellen. Aber das Kernproblem auf dem österreichischen Online-Glücksspielen Markt ist nicht das Angebot von Casinos Austria. Vielmehr gibt es einen unregulierten Online-Glücksspielmarkt, der zwar im Moment massiv bekämpft wird, aber nach wie vor den Glücksspiel-Fans in Österreich zur Verfügung. Experten schätzen, dass etwa 60 Prozent des gesamten Umsatzes mit Online-Casinos jenseits von win2day erzielt werden. Wenn es wirklich darum ginge, den Spielerschutz zu verbessern, müsste dieses Problem dringend adressiert werden. Viele Glücksspielexperten fordern, dass Österreich dem Beispiel Deutschlands folgt und ein Lizenzierungssystem für Online-Casinos einführt. Doch bislang gibt es keine politische Mehrheit für diese Forderung. Das Problem ist: Auch wenn der Spielerschutz bei win2day perfekt wäre, wären die Problemspieler nach wie vor nicht besonders gut geschützt, da es zahlreiche Alternativen mit einem deutlich schlechteren Spielerschutz gibt. Vielleicht sollte sich das Salzburger Institut beim nächsten Konsumentenschutztest die privaten Glücksspielanbieter ohne Lizenz in Österreich anschauen und einen Vergleich mit win2day machen.