Gibt es bald in den Niederlanden ein Verlustlimit in Online-Casinos? René Jansen, der Leiter der niederländischen Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit (KSA) hat angedeutet, dass dieses Thema diskutiert wird. Vorausgegangen sind diverse Berichte über Spieler in den Niederlanden, die große Summen verloren haben sollen. Diese Berichte nimmt die KSA zum Anlass, über die Einführung eines Verlustlimits zu diskutieren. Ob es am Ende ein einheitliches Limit geben wird, ist noch offen. Aber bemerkenswert ist, dass René Jansen unter anderem Deutschland als Vorbild zitiert. Vielleicht wäre es aber eine gute Idee, abzuwarten, wie sich das deutsche Einzahlungslimit in der Praxis bewährt.

Niederländischer Online-Casinos bald mit Verlustlimit?

Holland Niederlande Online Casinos

Vielen niederländischen Glücksspielgegnern ist es schon lange ein Dorn im Auge, dass es möglich ist, in Online Casinos beliebig hohe Summen einzuzahlen, solange der Glücksspielanbieter dies zulässt. Allerdings müssen die niederländischen Spieler bei der Kontoeröffnung selbst ein Einzahlungslimit einrichten. Doch dieses Limit ist nach oben unbegrenzt. Das könnte sich demnächst ändern. Was auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen mag, ist nach Einschätzung vieler Glücksspielexperten durchaus problematisch. Ein niedriges Einzahlungslimit oder Verlustlimit führt dazu, dass Spieler, die um hohe Beträge spielen möchten, den legalen Markt sehr häufig verlassen. Um das zu vermeiden, muss der Schwarzmarkt, den es neben dem regulierten Markt gibt, sehr wirkungsvoll bekämpft werden.

Allerdings ist es nicht einfach, den Schwarzmarkt zu bekämpfen, wenn gleichzeitig ein großer Druck aufgebaut wird auf High Roller. Die finanzstarken Spieler unternehmen einiges, um die gewünschten Umsätze machen zu können. Ein Verlustlimit sieht auf dem Papier gut aus, verändert in der Praxis aber nicht, dass Spieler viel verlieren. Besonders problematisch sehen viele Experten ein einheitliches Limit. Die finanziellen Möglichkeiten der Glücksspiel-Fans sind sehr unterschiedlich. Für viele Spieler sind Online Spielautomaten nur ein Hilfsmittel zur Freizeitbeschäftigung. Mal verlieren solche Spieler ein paar Euro, mal gewinnen sie ein paar Euro. Aber selten geht es um höhere Beträge. Das Gegenteil sind die High Roller, die immer um sehr hohe Beträge spielen und hohe Gewinne und hohe Verluste erleben. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es noch viele andere Spieler, die nicht immer einheitlich mit kleinen oder großen Einsätzen spielen.

Individueller Spielerschutz als optimale Lösung?

Viele Glücksspielexperten befürworten einen individuellen Spielerschutz. Wenn beispielsweise ein Spieler, der immer um kleine Beträge gespielt hat, plötzlich sehr hohe Beträge umsetzt, sollten die Alarmglocken einem Glücksspielanbieter läuten. In diesem Fall wäre es vielleicht sogar sinnvoll, ein individuelles Verlustlimit einzuführen, vielleicht auch nur für eine begrenzte Zeit. Allerdings ist es nicht ganz einfach, die Glücksspielanbieter an dieser Stelle mit ins Boot zu nehmen. Immerhin verdienen die Glücksspielanbieter damit Geld, dass Umsätze mit Glücksspielen gemacht werden. Der individuelle Spielerschutz wäre an dieser Stelle gleichbedeutend damit,, dass der Umsatz begrenzt würde. Dadurch entsteht ein Interessenkonflikt, der nicht leicht aufzulösen ist.

Ein einheitliches Verlustlimit würde dieses Problem lösen. Allerdings könnte die Kanalisierung nachhaltig beeinträchtigt werden. Wenn immer mehr Spieler sich dem Verlustlimit entziehen, weil es bei den nicht lizenzierten Glücksspielanbieter kein Verlustlimit gibt, ist das auch im Sinne des Spielerschutzes schlecht. Eine optimale Lösung gibt es wohl nicht. Aber viele Glücksspielexperten glauben, dass ein einheitliches Verlustlimit das Potenzial hat, am Ende mehr Schaden als Nutzen zu bringen. Vielleicht sollten die Niederlande sich anschauen, was in Deutschland mit dem neuen Einzahlungslimit in Höhe von 1.000 Euro pro Monat passiert. Im Grunde genommen ist dieses Einzahlungslimit so etwas wie ein Verlustlimit, auch wenn die Konstruktion im Detail ein bisschen anders ist.

Spielerschutz ist komplexes Thema

Bei Dienstleistungen und Produkten, die eine große Nachfrage erzeugen, und das Glücksspiel gehört definitiv dazu, ist es keine sinnvolle Lösung, das Angebot drastisch einzuschränken. Das Ergebnis wäre nur, dass der Schwarzmarkt gestärkt würde. Das kann nicht das Ziel der niederländischen Glücksspielbehörde sein. Entgegen allen Ankündigungen ist es auch in den Niederlanden bislang nicht gelungen, den Schwarzmarkt wirkungsvoll einzudämmen. Ein Verlustlimit könnte unter Umständen dazu führen, dass der Schwarzmarkt deutlich gestärkt wird. Vielleicht findet man bei der Kansspelautoriteit am Ende doch noch eine bessere Lösung als ein Verlustlimit für seriöse Online Casinos.