Die niederländische Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit (KSA) hat einen nicht namentlich genannten Glücksspielanbieter verwarnt, weil es Spiele im Portfolio gab, die ein Autoplay-Feature hatten. Das Autoplay-Feature haben viele Online-Spielautomaten. Mit diesem Feature ist es möglich, mit einem Knopfdruck dafür zu sorgen, dass automatisch Einsätze platziert werden. Je nach Slot und Spielehersteller kann es unterschiedliche Möglichkeiten geben, das Autoplay-Feature zu verwalten. Beispielsweise ist es oft möglich, die Anzahl der Runden, die automatisch absolviert werden sollen, einzustellen. Aber es gibt auch Slots, bei denen das Autoplay-Feature läuft, bis der Spieler das Feature abbricht oder kein Geld mehr auf dem Konto ist.

Niederlande will kein Autoplay-Feature in Slots

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Das Autoplay-Feature ist seit jeher unter Glücksspielexperten umstritten. Viele glauben, dass mit diesem Feature die Tendenz steigt, mehr Geld zu verlieren. Wie bei den meisten Glücksspielthemen fehlen fundierte wissenschaftliche Studien zu diesem Thema. Aber entscheidend ist, dass die niederländische Politik ein Autoplay-Verbot in die Glücksspielregulierung geschrieben hat. Deswegen hat die niederländische Glücksspielbehörde die Pflicht, Glücksspielanbieter, die sich an diese Regelung nicht halten, zu verwarnen. Nun hat der Glücksspielanbieter die Möglichkeit, die betroffenen Spiele aus dem Portfolio zu entfernen oder so zu modifizieren, dass die Autoplay-Funktion nicht mehr verfügbar ist.

Von Haus aus haben praktisch alle Spielautomaten, die in den letzten Jahren auf dem Markt gekommen sind, ein Autoplay-Feature. Dieses Standard-Feature ist bei vielen Glücksspiel-Fans beliebt. Nicht jeder Spieler hat Spaß daran, jede Runde mit einem Klick individuell zu starten. Aber genau das ist vielen Glücksspielgegnern ein Dorn im Auge. Wenn schon gespielt wird, soll jeder Spieler vor jeder Runde neu entscheiden, dass ein Einsatz platziert wird. Eine gewisse Logik lässt sich dieser Argumentation nicht absprechen. Aber für die Spielehersteller bedeutet das Autoplay-Verbot, dass die Spiele entsprechend angepasst werden müssen. Für den niederländischen Markt dürfen generell keine Spielautomaten mit Autoplay verwendet werden. Im aktuellen Fall ging es allerdings nur um drei Online-Slots.

Spielehersteller müssen Slots an Regulierung anpassen

Nicht nur in den Niederlanden gibt es ein Autoplay-Verbot. Auch in Deutschland dürfen die Glücksspielanbieter keine Spiele mit einem Autoplay-Feature anbieten. Somit lohnt sich für die Spielehersteller zumindest diese Modifikation der Spielautomaten, da wenigstens zwei Länder diese Vorschrift haben. Generell zeichnet sich in Europa immer mehr der Trend ab, dass jedes Land eigene Regeln bekommt und die Spielehersteller für jedes Land die Spiele individuell anpassen müssen. In Deutschland gibt es beispielsweise einen Höchsteinsatz von 1 Euro. Kein Spielautomat darf mit einem höheren Einsatz gespielt werden. Das funktioniert aber nur, wenn die Spielehersteller ein entsprechendes Limit in die Games einbauen. In den Niederlanden gibt es keinen Höchsteinsatz von 1 Euro.

Damit die Glücksspielanbieter und die Spielehersteller die nötige Motivation aufbringen, um die Spiele schnell zu verändern, hat die niederländische Glücksspielbehörde eine Strafe in Höhe von bis zu 300.000 Euro angekündigt. Wenn in der vorgegebenen Frist keine entsprechende Änderung erfolgt, könnte es teuer werden für den Glücksspielanbieter. Angesichts des Umstands, dass sie sich nur um drei Spielautomaten ging, ist wohl davon auszugehen, dass es sich um ein Versehen handelte. Wenn alle anderen Spielautomaten den Regeln entsprachen, bedeutet dies, dass bereits zahlreiche Games modifiziert worden sind.

Autoplay-Feature in Deutschland unter Kontrolle?

Die Glücksspiel-Fans in Deutschland müssen sich keine Sorgen machen, dass so etwas wie aktuell in den Niederlanden auch in Deutschland passieren könnte. Die deutschen Behörden gehen wesentlich gründlicher vor und überprüfen jeden Spielautomaten, der in einem Online-Casino mit deutscher Lizenz angeboten wird. Dabei wird der Spielautomat nicht einmal für alle Casinos überprüft, sondern jeder Spielautomat individuell bei jedem einzelnen Glücksspielanbieter. Auf diese Weise soll auch sichergestellt werden, dass das Autoplay-Feature nirgendwo zu finden ist. Noch ist nicht ganz klar, wie das aktuell zuständige Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt und die demnächst zuständige Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder die unzähligen Spielautomaten überprüfen will. Aber zumindest ist es geplant, keine Lücken zu lassen. Und wenn doch irgendwo ein Autoplay-Feature in einem seriösen Online-Casino auftauchen sollte, steckt dahinter kriminelle Energie oder ein Mitarbeiter in der zuständigen Behörde hatte einen Sekundenschlaf.