Er zählt zu den Veteranen des „New Hollywood“-Kinos: Paul Schrader. Der US-amerikanische Regisseur hat nun endlich, nach unendlich vielen Verzögerungen, seinen neuesten Film „The Card Counter“ fertigstellen können, der sich rund um das Glücksspiel dreht. In der Hauptrolle des William Tell ist Oscar Isaac zu sehen. In weiteren Rollen spielen Tiffany Haddish, Tye Sheridan und Willem Defoe. Der Streifen gilt bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig schon jetzt als einer der Top-Favoriten für den „Goldenen Löwen“.  

Paul Schrader und sein „seltsamer Glücksspiel-Film“

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Am 10. September feiert „The Card Counter” seine US-Kinopremiere. Zuvor wird der Film bereits bei den 78. Internationalen Filmfestspielen von Venedig gezeigt, die vom 1. bis zum 11. September dieses Jahres am berühmten Lido stattfinden. Neben den Filmfestspielen von Cannes und der Berlinale gehört Venedig zu den drei größten und wichtigsten Festivals dieser Art auf der ganzen Welt. Drehbuchautor und Regisseur dieses Glücksspiel-Films ist Paul Schrader, der erst vor drei Jahren ein unerwartetes und viel beachtetes Comeback mit „First Reformed“ feierte – einem Streifen, der mittlerweile zu den „... besten US-Filmen der letzten Jahre“ zählt. Bei seinem aktuellen Werk „The Card Counter“ hatte er mit zahllosen Problemen zu kämpfen, die in erster Linie durch die weltweit anhaltende Gesundheitskrise und den daraus resultierenden Verboten und unvorhersehbaren Verschiebungen der Dreharbeiten entstanden. Inzwischen ist „The Card Counter“ abgedreht, und auch die Postproduktion ist abgeschlossen. Nicht nur Film- und Glücksspiel-Fans warten sehnsüchtig darauf, diesen lang erwarteten Thriller endlich sehen zu können, bei dem es um einen Ex-Soldaten geht, der zu einem passionierten Spieler wird. William Tell besucht zahlreiche stationäre Spielbanken in den Vereinigten Staaten von Amerika und macht dabei vermutlich auch gelegentliche Abstecher in Online Casinos, um seine Kenntnisse zu verfeinern, denn seine Leidenschaft gehört – wie der Name des Films bereits vermuten lässt – dem Kartenspiel.

Eines Tages wird William, gespielt von Oscar Isaac, von dem jungen Cirk (Tye Sheridan) angesprochen. Die beiden Glücksspieler und Pokerfans hecken einen gemeinsamen Plan aus. Sie wollen um jeden Preis das berühmteste Pokerturnier der Welt gewinnen – die World Series of Poker, die in Las Vegas stattfinden wird. Dabei wird William von La Linda protegiert, die von Tiffany Haddish gespielt wird. Die Rolle seines Ex-Vorgesetzten beim Militär hat Hollywood-Legende Willem Dafoe übernommen. Gedreht wurde vorwiegend in Biloxi, einer Stadt im US-Bundesstaat Mississippi. Die US-amerikanische Presse tituliert Oscar Isaac bereits als den „seltsamsten Pokerspieler aller Zeiten“. Andere Medien berichten sogar von dem „seltsamsten Glücksspiel-Film“, den es je gegeben hätte. Ausführender Produzent ist kein geringerer, als Meisterregisseur Martin Scorsese, der selbst das Glücksspiel, Spielbanken und Spielautomaten in zahlreichen berühmt-berüchtigten und mehrfach Oscar prämierten Filmen thematisiert hat. Der bekannteste von ihnen ist sicherlich „Casino“ mit Robert de Niro, Joe Pesci und Sharon Stone. Dabei handelt es sich um einen ganz klassischen Mafia-Film, in dem allerdings eine wahre Geschichte erzählt wird – die einer kriminellen Organisation aus Chicago, die im Las Vegas der 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts mehrere Casinos betrieben. „The Card Counter“ ist nicht die erste künstlerische Zusammenarbeit von Paul Schrader und Martin Scorsese. Mit „Wie ein wilder Stier“ und „Taxi Driver“ haben sie bereits gemeinsam Hollywood-Meisterwerke kreiert, die bis heute unerreichbar sind.  

Deutscher Kinostart derzeit noch nicht bekannt

„The Card Counter“ sorgte schon während der Dreharbeiten im vergangenen Jahr für jede Menge Schlagzeilen. Unter anderem auch deshalb, weil Drehbuchautor und Filmregisseur Paul Schrader seinem Zorn über die ständigen Verzögerungen beim Dreh in einigen sozialen Netzwerken Luft machte. Im Frühjahr 2020 postete er beispielsweise auf Facebook folgenden Wutausbruch: „Die Produktion wurde fünf Tage vor dem Wrap durch meine pussifizierten Produzenten eingestellt, weil ein LA-Dayplayer das Coronavirus hatte. Ich selbst hätte durch Höllenfeuer-Regen geschossen, um den Film fertigzustellen. Ich bin alt und asthmatisch. Wie kann man besser sterben als bei der Arbeit?“ Dem Himmel sei Dank, denn gestorben ist Paul Schrader dann doch nicht. Der letzte Drehtag fand am 12. Juni letzten Jahres statt.

Die Vertriebsrechte für „The Card Counter“ hat sich Focus Features gesichert, ein sogenanntes Indie-Studio, das zu den erfolgreichsten auf dem US-amerikanischen Markt gehört. Focus Feature-Chef Peter Kujawski ist stolz auf diese Kooperation. In einem Interview sagte er kurz nach Vertragsabschluss: „In einer Zeit, in der sich viele von uns fragen, ob es unsere Umstände sind, die Seelen korrumpieren, oder ob es korrupte Seelen sind, die die Umstände schaffen, kann niemand sicher sagen, aber hat jemand dies mehr im Film untersucht als Paul Schrader? Wir alle bei Focus Features können es kaum erwarten, zu hören und zu sehen, was Paul Schrader jetzt mehr denn je zu sagen hat, und wir sind sehr stolz darauf, ihm zu helfen, diese Geschichte in die Welt zu bringen."

Für die BRD liegen die Rechte für den bundesweiten Vertrieb aller Voraussicht nach bei Weltvertrieb. Über den deutschen Kinostart ist derzeit allerdings noch nichts bekannt.