Die Spielhallen und Spielbanken sind genauso wie die Wettbüros in Bayern wieder geöffnet. Für die Glücksspiel-Fans im schönen Bundesland Bayern endet damit eine lange Durststrecke. Doch völlige Entwarnung gibt es noch nicht. In den letzten Wochen hat sich die Lage in Bayern insgesamt entspannt. Die Gesundheitskrise ist deutlich abgeschwächt worden. Deswegen hat Ministerpräsidenten Söder grünes Licht gegeben für die Wiedereröffnung der Spielhallen und Spielbanken. Abhängig von der Inzidenz müssen die Kunden dann damit rechnen, dass sie vorab einen Test machen müssen. Auch eine Impfung soll ausreichen, um Spielbanken und Spielhallen zu besuchen. Wenn die Inzidenz unter 50 fällt, ist es sogar möglich, ohne Test Gäste zu empfangen. Für die Betreiber der Spielhallen und Spielbanken in Bayern ist die Wiedereröffnung eine große Sache.

Stationäres Glücksspiel wieder möglich in Bayern

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Nachdem schon das Jahr 2020 zu großen Teilen ein wirtschaftliches Fiasko war, gab es auch in den letzten Monaten große Schwierigkeiten durch Zwangsschließungen. Doch mit den Wiedereröffnungen der Spielhallen und Spielbanken könnte nun das letzte Kapitel auf einem langen Leidensweg geschlossen werden. Die große Hoffnung der Glücksspielanbieter in Bayern ist, dass es in den nächsten Monaten möglichst wird, auf sämtliche Einschränkungen zu verzichten. Erst dann wird es machbar sein, wieder die alten Umsätze zu erreichen. Aber zumindest sollte es möglich sein, in der zweiten Jahreshälfte die Bilanz für das Jahr 2021 deutlich aufzubessern. Besonders schwierig ist die Situation für viele Betreiber kleiner Spielhallen. Die Spielbanken-Betreiber sind hingegen in einer vergleichsweise komfortablen Situation. Spielhallen werden in Bayern ausschließlich von privaten Unternehmen betrieben. Das ist in Bayern nicht anders als im Rest von Deutschland. Aber bei den Spielbanken ist die Situation anders. Die bayerischen Spielbanken werden vom Staat betrieben. Deswegen hat es auch in der Krise bislang keine Entlassungen oder gar Insolvenzen gegeben. Die Spielbanken in Bayern sind wirtschaftlich gut aufgestellt und haben durch den Start im Rücken eine große Reserve. Durch Kurzarbeit und andere Unterstützungsmaßnahmen war es möglich, den gesamten Personalbestand zu halten. Bei den privaten Spielhallen-Betreibern war die Situation aber mitunter anders. Wer nicht ich das Glück hatte, einen verständnisvollen Vermieter zu haben, musste unter Umständen schon im letzten Jahr die Pforten schließen.

Ohne Einnahmen ist es schlicht und ergreifend nicht möglich, eine Spielhalle auch nur kostendeckend zu betreiben. Teilweise werden sehr hohe Mieten verlangt. Zumindest die großen Spielehersteller sind den Spielhallen-Betreibern aber deutlich entgegengekommen, sodass zum Beispiel die Mieten für Spielgeräte oft erheblich reduziert wurden. Aber letztlich waren die letzten 15 Monate für nahezu alle Spielhallen-Betreiber in Bayern ein dickes Minusgeschäft. Die entgangenen Einnahmen kann kein Spielhallen-Betreiber kompensieren durch künftige Einnahmen. Aber es gibt zumindest die Hoffnung, dass sich das Geschäft wieder in Richtung der Zahlen aus dem Jahr 2019 bewegen wird. Doch nicht einmal das ist sicher, auch weil eine neue Konkurrenz durch Online Casinos entsteht.

Vollständige Erholung für Spielhallen und Spielbanken in Bayern?

In den nächsten Monaten wird es aufwärts gehen für die Betreiber der Spielhallen und Spielbanken in Bayern. Das scheint weitgehend sicher zu sein. Zwar kann sich die Gesundheitskrise immer noch einmal in eine ungünstige Richtung entwickeln. Aber das ganz große Fiasko erwarten die meisten Gesundheitsexperten nicht mehr. Trotzdem könnte es noch einmal zu kleineren oder größeren Einschränkungen kommen. Vollständige Schließungen sind aber eher unwahrscheinlich. Doch selbst nach einer vollständigen Rückkehr zur Normalität ist keineswegs sicher, dass die Spielhallen und Spielbanken in Bayern wieder die alten Zahlen erreichen werden. Warum ist das so? Zum 1. Juli 2021 tritt der neue Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland in Kraft. Mit diesem Glücksspielstaatsvertrag wird es erstmals Lizenzen für Online Casinos in Deutschland geben. Das ist eine kleine Revolution, denn zwar gab es bisher auch schon Online Casinos, aber nur mit EU-Lizenz oder mit Lizenzen von Ländern außerhalb der Europäischen Union.

Viele Glücksspielexperten glauben, dass die Glücksspiel-Fans in Deutschland in Zukunft noch deutlich mehr online spielen werden als bisher. Das ist nicht nur der generelle Trend beim Glücksspiel, der durch die Gesundheitskrise noch verstärkt worden ist. Es ist auch anzunehmen, dass es viele Glücksspiel-Fans geben wird, die durch die neue Rechtssicherheit, die mit den deutschen Lizenzen für Online Casinos geschaffen wird, erst recht Lust darauf haben, online zu spielen. Vor allem die etwas jüngeren Spielhallen-Besucher werden in Zukunft vielleicht öfter zu Hause bleiben oder auf dem Smartphone unterwegs spielen. Es wird sich schnell zeigen, ob die neue Glücksspielregulierung dazu führt, dass weniger Menschen in Spielhallen und Spielbanken aktiv sind. Die Spielbanken sind dabei noch gesondert zu betrachten, da sie ein besonderes Ambiente und auch noch das klassische Spiel bieten können. Die Spielhallen stehen hingegen direkt in Konkurrenz zu den Online Casinos. Alles, was herkömmliche Spielhallen aus Stein und Beton bieten können, gibt es auch im Internet, nur in wesentlich größerer Auswahl und in Kombination mit mehr oder weniger lukrativen Bonusangeboten. Die Zeiten bleiben wohl schwer für die Betreiber der Spielhallen, auch nach der Wiedereröffnung.