Die Spielbank Bad Neuenahr könnte durch die Flutkatastrophe für alle Zeiten verloren sein. Immerhin ist weder ein Mitarbeiter noch ein Kunde bei dem Hochwasser-Drama vor wenigen Wochen ums Leben gekommen. Aber das Verwaltungsgebäude der Spielbank Bad Neuenahr ist komplett zerstört worden. Der Abriss hat bereits stattgefunden. Der Saal mit den Spielautomaten wurde vollständig geflutet und sämtliche Geräte wurden zerstört. Im Obergeschoss konnte noch einiges gerettet werden. Aber der Gesamtschaden liegt nach aktuellen Schätzungen bei bis zu 10 Millionen Euro. Noch schwerwiegender als der Schaden, der zu großen Teilen wahrscheinlich durch Versicherungen ersetzt wird, ist die Erkenntnis, dass die Spielbank Bad Neuenahr am gleichen Standort wohl nicht wieder aufgebaut werden kann.

Spielbank Bad Neuenahr fällt der Flut zum Opfer

Bad Neuenahr Spielbank

Die Flutkatastrophe hat eine gigantische Tragödie im Ahrtal ausgelöst. Langsam zeigt sich, wie groß der Schaden wirklich ist. Erschreckend viele Menschen haben ihr Leben verloren. Anderen Menschen hat die Flut die wirtschaftliche Existenz komplett genommen. Angesichts derartiger Dramen ist es verständlich, dass die Spielbank Bad Neuenahr erst in den letzten Tagen auch medial zum Thema geworden ist. Was ist passiert? Das Gebäude der Spielbank Bad Neuenahr ist weitgehend zerstört worden durch die Flut. Die Spielbank-Leitung hat glücklicherweise gut reagiert am Abend der Flut und die Spielbank vorzeitig geschlossen. Dadurch konnten sich alle Gäste rechtzeitig in Sicherheit bringen. Aber es ist zum aktuellen Zeitpunkt kaum vorstellbar, dass die Spielbank Bad Neuenahr noch einmal öffnen wird. Bemerkenswert ist, dass es Maßnahmen gegen Hochwasser gab. Der Schutz hätte gut funktioniert, wenn der historische Höchststand vor der Flut nicht um mehr als 25 Zentimeter überschritten worden wäre. Doch die Flutkatastrophe hat gezeigt, dass die Natur nicht so berechenbar ist, wie sich diese viele Politiker und Wirtschaftsleute vorstellen. Das Aus für die Spielbank Bad Neuenahr hat zunächst keine Folgen für die 75 Mitarbeiter. Bislang ist niemand entlassen worden und der Betreiber hat auch nicht vor, Entlassungen vorzunehmen.

Wird die Spielbank Bad Neuenahr in irgendeiner Form an einem anderen Standort überleben? Vorstellbar ist das. Dahingegen ist es nur schwer vorstellbar, dass der historische Standort erhalten bleibt. Die Vorkehrungen, die nötig wären, um bei einer ähnlichen Flutkatastrophe gewappnet zu sein, wären kostenmäßig wahrscheinlich kaum zu stemmen. Zudem ist es auch fraglich, ob es möglich wäre, angemessene Versicherungen abzuschließen. Am Standort der Spielbank Bad Neuenahr dürften die Versicherungsprämien in die Höhe schießen. Für die vielen Glücksspiel-Fans, die seit Jahren oder Jahrzehnten die Spielbank Bad Neuenahr besuchen, ist der Verlust des traditionsreichen Casinos ein Drama mitten in einem noch viel größeren Drama. Es gibt andere Spielbanken und auch Spielhallen und Online Casinos können eine Alternative sein. Aber die Spielbank Bad Neuenahr hatte ein ganz besonderes Flair, das sich nicht einfach ersetzen lassen wird. Seit 1948 konnten die Glücksspiel-Fans in Bad Neuenahr Roulette, Blackjack, Spielautomaten und andere Glücksspiele erleben. Damit ist nun Schluss.

Plünderer machen auch vor Spielbank nicht Halt

Es ist unfassbar, aber mitten in der Flutkatastrophe hat es diverse Plünderungen und Diebstähle gegeben. Man sollte annehmen, dass sich auch kriminell veranlagte Menschen zu schade dafür sind, mitten in einer Hochwasserkatastrophe vom Leid andere Menschen zu profitieren. Aber offenbar stimmt das nicht. Auch die Spielbank Bad Neuenahr ist zum Ziel eines dreisten Diebstahls geworden. Drei junge Männer wollten von der dramatischen Situation profitieren und hatten einen einfachen Plan: In der Spielbank gab es jede Menge unbeaufsichtigte Jetons, die viel Geld wert waren. Am Ende ging es um 125.500 Euro. Allerdings hatten die Diebe die Rechnung ohne die cleveren Spielbanken-Mitarbeiter im Casino am Nürburgring gemacht. Der Betreiber des Casinos am Nürburgring ist auch der Betreiber der Spielbank Bad Neuenahr. Deswegen werden die gleichen Jetons genutzt. Doch ein Mitarbeiter wurde aufmerksam, als einer der Diebe versuchte, Jetons im Wert von 15.100 Euro einzutauschen. Die Polizei war schnell vor Ort und konnte die dreisten Diebe verhaften. Zwei Beschuldigte sitzen bereits in Untersuchungshaft. Gegen den dritten Tatverdächtigen fehlen im Moment noch die nötigen Beweise, sodass ein Haftbefehl vorerst nicht ausgestellt werden konnte.

Da es um einen schweren Diebstahl geht, drohen den Beschuldigten hohe Haftstrafen. Bei derartigen Verfahren profitiert meist der Beschuldigte, der als Erstes die gesamte Geschichte erzählt. Deswegen spricht einiges dafür, dass auch der Dritte, der zunächst noch ungeschoren davongekommen ist, am Ende einen hohen Preis für den Diebstahl bezahlen muss. Das ist auch nicht mehr als richtig. Wer in einer Flutkatastrophe vor allem an den eigenen wirtschaftlichen Vorteil denkt, zeigt sich damit als Mensch von schlechtem Charakter. Auch wenn es sich bei den Beschuldigten um junge Männer handelt, sollte doch jedem Volljährigen klar sein, dass es keine gute Idee ist, mitten in einer Naturkatastrophe auf Beutejagd zu gehen. Allerdings waren die Beschuldigten offenbar nicht besonders clever, denn ansonsten hätten sie mit dem ein Tausch der Jetons noch eine ganze Weile gewartet. Die Polizei und die zuständigen Staatsanwaltschaften haben schon früh klargestellt, dass Plünderungen und Diebstähle, die während der Flutkatastrophe stattgefunden haben, mit aller Härte verfolgt werden.