Abonnements bestimmen heute einen großen Teil unserer Konsumwelt – egal ob für Streamingdienste wie beispielsweise Netflix, Amazon Prime oder Sky, Tageszeitungen und Online Paper, Hörbücher, selbst Autos. Diese Liste kann man beliebig weit fortführen. Es gibt fast nichts, das man nicht durch Zahlung eines monatlichen Mietpreises erhalten und nach Bedarf auch wieder kündigen kann. Selbst in der Welt des iGaming ist dieses Bezahlmodell bereits angekommen. Xbox Games Pass, EA Pay, Google Stadia und viele andere bieten ein monatliches Paket an, in dem neue Spiele oder außergewöhnliche Games zur Verfügung stehen. Ob dies auch ein lohnendes Geschäftsmodell für die Online Casinos wäre haben wir uns einmal näher angeschaut.

Abonnements auch in der Glücksspiel-Industrie in Aussicht

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Laut Definition ist ein Abonnement der regelmäßige Bezug einer Leistung, oftmals gegen ein Entgelt. Der Ursprung liegt im Französischen, wo sich der Begriff seit dem 18. Jahrhundert etablierte und in welchem  s’abonner à quelque chose für „eine wiederkehrende Leistung bestellen“ steht. Dieses Modell wird international immer beliebter. War es anfangs nur auf Tageszeitungen begrenzt, so erhält man es inzwischen, wie eingangs erwähnt, auch für zahlreiche andere Konsumgüter. Das Online Glücksspiel verzeichnet jährlich sehr hohe Zuwachsraten. Was liegt also näher, als zwei erfolgreiche Modelle zusammen zu bringen? Und genau das wird in der Zukunft wohl auch geschehen. In der Regel sieht es bis dato noch so aus, dass eine Spielerin oder ein Spieler Geld einzahlen muss, um an Online Glücksspielen teilzunehmen – sofern man einmal von den attraktiven Boni absieht, die viele Anbieter ihren Kunden offerieren. Dazu gehören neben dem fast schon obligatorischen Willkommensbonus oftmals auch ein Online Casino Bonus mit Startguthaben oder ein Online Casino Bonus ohne Einzahlung. Als Problem empfindet die Kundin oder der Kunde häufig, dass sie oder er oft nur schwer vorhersagen kann, wann das nächste Mal eine Einzahlung notwendig ist und dadurch wird eine Planbarkeit des eigenen Spiels oftmals erschwert. Um dieses Problem zu umgehen wäre ein möglicher Ansatzpunkt zum Beispiel ein Abonnement für das Glücksspiel. Aber wie sollte dies nun in der Praxis funktionieren? Ein bestimmter monatlicher Betrag könnte beispielsweise vom Kunden selbst festgelegt werden.

In der Regel weiß der Nutzer ja über seine eigenen finanziellen Ressourcen am besten Bescheid. Für den einen sind es 10,- Euro im Monat, die er regelmäßig einsetzen möchte, für den anderen vielleicht aber auch 100,- Euro. Für diese Summe würde man definierte Leistungen erhalten, wie u. a. x Spins für alle Slots der Angebotsseite. Vereinfacht würde auch der Bezahlvorgang, da alle Online Spielautomaten  bisher mit unterschiedlichen Mindest- und Maximal-Limits ausgestattet sind. Selbst das gewollte persönliche Risiko könnte direkt in einem Abo festgelegt werden, indem der Spieler oder die Spielerin nur Spins zu je -,10 Cent kauft. Um neue Kunden zu generieren, wäre es ebenfalls denkbar, dass bestimmte Slots nur in einem Abonnement zu erhalten sind oder das Neuerungen ein paar Wochen vor der allgemeinen Zugänglichkeit exklusiv für Abonnenten zur Verfügung stehen. Wie bei allen anderen Abonnements wäre es dabei natürlich angenehm und benutzerfreundlich, eine monatliche Kündigung zu ermöglichen. Man hat inzwischen festgestellt, dass Kunden bereit sind lieber einen kleinen Betrag im Monat mehr zu zahlen, als sich über einen langen Zeitraum zu binden, wie dies leider häufig bei Handy- oder Fitnessstudioverträgen Gang und Gäbe ist. Wie gut das Abonnementsystem in einem verwandten Bereich funktioniert, zeigen die Dienste für Gaming-Abos auf.

Gaming Abonnements voll im Trend

Aller Anfang ist schwer! Das galt auch für die Gaming Abo-Dienste. Mittlerweile wachsen allerdings das Interesse und auch die Kunden rasant an. Im letzten Jahr gab es schon mehr als acht Millionen User in Deutschland – das ist fast jeder Fünfte – die ein Abo abgeschlossen hatten. Dabei wächst die Anzahl der Anbieter rasant und der Markt wird immer umkämpfter. Sehr zur Freude der Nutzer, da die Preise sinken bzw. Angebote ausgebaut und erweitert werden. Bei den Gamern sind mehr als Dreiviertel auf alle Fälle sehr zufrieden, wie eine Umfrage von YouGov im Auftrag des Branchenverbands Game ergab. „Gerade auch für kleinere Entwickler-Studios sind Abo-Modelle interessant. Denn während es häufig schwer ist, aus dem riesigen Angebot von Games herauszustechen, werden bei den kuratierten Angeboten der Abo-Dienste gerade auch die besonders kreativen Titel kleinerer Entwickler-Teams besser gefunden und häufiger ausprobiert", erläuterte game-Geschäftsführer Felix Falk.

Die User sehen viele Vorteile für sich in den angebotenen Diensten. Sie schätzen es, mehr Spiele ausprobieren zu können oder sehen auch einen finanziellen Vorteil, da nicht jedes Game einzelnen erworben werden muss. Wenn sich die Games, wie bei einigen Anbietern möglich, dann auch noch in der Cloud nutzen lassen, können sie damit auf jedem Gerät gespielt werden. Und das ist es, was einen besonderen Vorteil birgt. Die Preise für die Dienste schwanken beispielsweise zwischen 4,50 Euro pro Monat bei Humble Choice Lite und 130,- Euro einmalig sowie anschließend 10,- Euro monatlich bei Google Stadia. Für jeden Nutzer gibt es demnach ein entsprechendes Angebot, das seinen Vorlieben und seinem Geldbeutel entspricht. Wann dies dann auch im Online Glücksspielsektor möglich sein wird, lässt sich derzeit noch nicht vorhersagen, aber kommen, wird es bestimmt.