Die schwedische Glücksspielbehörde Spelinspektionen hat drei Glücksspielanbieter verwarnt wegen Verstößen gegen Informationspflichten. Bei den drei Unternehmen handelt es sich um Lottoanbieter. In letzter Zeit ist es eher selten vorkommen, dass Spelinspektionen Verwarnungen ausgesprochen hat. Oft ging es sofort um Geldbußen in respektabler Höhe. Besonders die Betreiber von Online Casinos waren in den letzten Monaten oft betroffen. In jedem Fall ist es aber gut, dass die schwedische Glücksspielbehörde aufmerksam ist und Verstößen nachgeht. Wie in jeder anderen Branche gibt es auch auf einem gut regulierten Markt immer Anbieter, die Grenzen ausloten oder auch aufgrund schlechter interner Strukturen Fehler machen. Wichtig für die Qualität des Gesamtmarkts ist, dass es eine starke Regulierungsbehörde gibt.

Fehlende Informationen auf Webseiten der Glücksspielanbieter

Online Casino | Schweden

Bei den aktuellen Warnhinweisen der Glücksspielbehörde in Schweden geht es nicht um große Sachen. Die drei Lottoanbieter, die betroffen sind, hatten auf ihren Webseiten nicht alle rechtlich vorgeschriebenen Informationen. Das ist ein Versäumnis, für das es keine vernünftige Entschuldigung geben kann. Normalerweise achten Glücksspielanbieter akribisch darauf, dass gerade auf der Homepage des Angebotes alle Details lückenlos stimmen. Doch bei den drei betroffenen Glücksspielanbietern in Schweden ist das derzeit nicht der Fall. Deswegen ist eine schnelle Nachbesserung nötig. Normalerweise sollte es nicht mehr als ein paar Stunden dauern, bis die entsprechenden Informationen auf die Webseiten eingefügt sind. Schon daran wird deutlich, dass es sich wohl mehr um Versäumnisse als um mutwillige Verstöße gehandelt haben dürfte. Formal ging es um Verstöße des Abschnitts 17 in der schwedischen Glücksspielregulierung. In der Praxis geht es jedoch vor allem darum, dass die Glücksspielanbieter an einer zentralen Stelle nicht gut aufgestellt sind. Wer sich noch daran erinnern kann, wie bei der Einführung der DSGVO plötzlich nahezu alle kommerziellen Webseiten einen entsprechenden Hinweis hatten, kann nur den Kopf darüber schütteln, dass es Glücksspielanbieter gibt, die ihre Informationspflichten auf der Homepage nicht erfüllen.

Bei den fehlenden Informationen ging es unter anderem um das geltende Einzahlungslimit und die Option, eine Eigensperre vorzunehmen über das schwedische Spielersperrsystem. Das sind zwei zentrale Punkte, die nicht erst gestern eingeführt worden sind. In Schweden gilt ein wöchentliches Einzahlungslimit, an das sich alle Glücksspielanbieter und Glücksspiel-Fans halten müssen. Die zentrale Sperrdatei ermöglicht es schwedischen Glücksspiel-Fans, sich selbst vom Spiel auszusperren. Jede seriöse Online Casino in Schweden muss Hinweise auf diese wichtigen Spielerschutz-Maßnahmen auf der Webseite haben. Für Lottoanbieter gibt es keine Ausnahme, denn auch Lotto ist am Ende nichts anderes als ein Glücksspiel. Unter dem Strich hat die schwedische Glücksspielbehörde die Verstöße der drei verwarnten Unternehmer als nicht schwerwiegend eingestuft. Aber gleichwohl hat die Behörde in ihren öffentlichen Verlautbarungen darauf hingewiesen, dass es bei derartigen Verstößen nicht die geringste Toleranz gibt. Zudem müssen die betroffenen Anbieter damit rechnen, dass die schwedische Glücksspielbehörde in Zukunft ganz genau hinschauen wird, auch bei anderen potenziellen Verstößen gegen die Glücksspielregulierung. Mit derartigen Verstößen sollte ein seriöser Glücksspielanbieter nicht nur in Schweden nicht auffallen.

Deutsche Glücksspielbehörde erst ab 2023 zuständig

Das Pendant zur schwedischen Glücksspielbehörde Spelinspektionen wird die deutsche Glücksspielbehörde in Sachsen-Anhalt. Es gibt nur ein Problem im Moment: Die neue Glücksspielbehörde ist noch nicht zuständig für das Glücksspiel, denn es gibt weder genügend Personal noch die passende Ausrüstung, um das Online-Glücksspiel wirksam zu kontrollieren. Aus diesem Grund haben sich die deutschen Bundesländer darauf verständigt, mit der Einführung des neuen Glücksspielstaatsvertrags am 1. Juli 2021 das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt zuständig zu machen für die Regulierung des Online-Glücksspiels. Genau muss es wohl heißen: Die Glücksspielaufsichtsbehörde von Sachsen-Anhalt, die ansonsten zuständig ist für landbasierte Glücksspiel, reguliert und kontrolliert nun auch übergangsweise das Online-Glücksspiel. Viele Experten sehen das kritisch. Ein Blick nach Schweden zeigt, dass es auch mit einer gut ausgestatteten Glücksspielbehörde nicht einfach ist, das moderne Online-Glücksspiel vernünftig zu regulieren und kontrollieren. Die schwedische Glücksspielbehörde musste zuletzt mehrfach vor Gericht Niederlagen hinnehmen. Diverse Glücksspielanbieter haben sich erfolgreich gegen hohe Geldbußen zur Wehr gesetzt. Ob ähnliche Verfahren auch in Deutschland drohen, lässt sich im Moment noch nicht abschätzen.

Die Glücksspielaufsichtsbehörde in Sachsen-Anhalt ist derzeit vor allem damit beschäftigt, Lizenzanträge für Online Casinos in Deutschland zu bearbeiten. Durch den neuen Glücksspielstaatsvertrag sind erstmals Lizenzen für Online-Glücksspielanbieter möglich. Doch das Lizenzierungsverfahren muss zunächst etabliert werden, damit ein einfacher und transparenter Prozess bei der Lizenzerteilung umsetzbar ist. Da die Vertreter der Bundesländer bei der Verhandlung des Glücksspielstaatsvertrags vorhersehen konnten, dass die Übergangsphase schwierig wird, ist eine Übergangsregelung geschaffen worden. Diese Übergangsregelung galt schon vor dem Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags. Erst wenn es problemlos möglich sein wird, eine Lizenz für ein Online Casino in Deutschland nach den geltenden Regeln zu bekommen, wird die Übergangsregelung auslaufen. Die meisten Experten erwarten, dass es bis dahin dauern könnte, bis die zuständige Glücksspielaufsichtsbehörde damit anfängt, Verwarnungen und Geldbußen zu verteilen an Glücksspielanbieter, die sich nicht an die Regeln halten. Sicher ist das aber nicht, denn die Regulierung des Online-Glücksspiels ist für Deutschland eine neue Sache. Nur in Schleswig-Holstein gab es in den letzten Jahren Lizenzen für Online Casinos. Aber eine bundesweite Regulierung hatte Deutschland für das Online-Glücksspiel vor dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 nicht.