Norsk Tipping wird wohl auch in Zukunft das Glücksspielmonopol in Norwegen haben. Ein Gerichtsurteil in Oslo legt nahe, dass Norwegen trotz der Mitgliedschaft im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) das staatliche Monopol beim Glücksspiel nicht abschaffen muss. Das Bezirksgericht von Oslo hatte im Jahr 2018 bereits festgestellt, dass das Monopol in Norwegen rechtskonform sei. Doch nun hat auch das zuständige Appellationsgericht das Urteil bestätigt. Ob das norwegische Glücksspielmonopol auf Basis dieser Gerichtsentscheidungen langfristig erhalten bleibt, ist noch nicht endgültig geklärt. Aber mittelfristig wird es in Norwegen wohl keinen privaten Glücksspielmarkt für seriöse Online Casinos geben.

Keine Chance für private Online Casinos in Norwegen?

Norwegen Online Casinos

Das aktuelle Urteil des Appellationsgerichts in Oslo bestätigt die norwegische Regierung beim Kampf gegen das private Online-Glücksspiel. Zwar gibt es auch in Norwegen einige Glücksspielanbieter, die Online-Glücksspiele anbieten. Aber nach Auffassung der norwegischen Regierung handelt es sich nicht um legale Angebote. Die Glücksspielanbieter vertreten hingegen die Auffassung, dass es mit EU-Lizenzen möglich sei, auch in Norwegen Online Casinos anzubieten. Die norwegischen Gerichte haben mehrfach in den letzten Jahren das Monopol des Staates bestätigt. Aber das bedeutet nicht zwangsläufig, dass dieses Monopol dauerhaft erhalten bleibt. Es kann durchaus sein, dass irgendwann die EU-Gerichte dafür sorgen werden, dass der Glücksspielmarkt in Norwegen privatisiert wird. Aktuell wird das Glücksspiel in Norwegen von Norsk Tipping kontrolliert. In der Praxis führt dies dazu, dass das Angebot für Online-Spieler sehr bescheiden ist. Es gibt allerdings einen großen Bedarf nach Online-Glücksspiel, sodass viele norwegische Spieler Online Casinos nutzen, deren Firmensitz nicht in Norwegen ist. Doch die norwegischen Behörden gehen zunehmend gegen Anbieter vor, die norwegische Glücksspiel-Fans auf der Basis einer EU-Lizenz als Kunden akzeptieren.

Zuletzt wurde der renommierte schwedische Glücksspielanbieter Betsson aufgefordert, den norwegischen Glücksspielmarkt im Internet zu verlassen. Wie diese Geschichte ausgeht, ist noch nicht völlig klar. Aber angesichts des aktuellen Urteils werden private Glücksspielanbieter wahrscheinlich gar keine andere Chance haben, als die Angebote in Norwegen einzustellen. Das betrifft zumindest die seriösen Glücksspielanbieter in der Europäischen Union. Eine ganz andere Sache ist es, die Offshore-Casinos mit Sitz außerhalb der EU vom norwegischen Glücksspielmarkt fernzuhalten. Die norwegische Regierung hat bislang keine überzeugende Strategie vorgelegt, wie das private Online-Glücksspiel im Internet dauerhaft eingedämmt werden soll. In den letzten Jahren bestand die Strategie darin, prominente Glücksspielanbieter individuell zu verfolgen, um dafür zu sorgen, dass die norwegischen Glücksspiel-Fans bei diesen speziellen Anbietern nicht mehr spielen können. Diese Strategie ist aufwendig und hat bislang auch nur mäßig funktioniert. Vielleicht wäre es an der Zeit, die Spielregeln für den norwegischen Glücksspielmarkt von einem EU-Gericht endgültig klären zu lassen. Der Hintergrund der aktuellen Diskussion: In der Europäischen Union sind Glücksspielmonopole nicht zulässig. Allerdings setzt die EU bislang diese Vorgabe nicht in allen Ländern optimal um. Österreich hat beispielsweise immer noch in weiten Teilen des Glücksspielmarkts ein staatliches Monopol.

Spielerschutz wichtiges Argument für Gericht

Das aktuelle Gerichtsurteil zum Glücksspielmonopol in Oslo ist in vielerlei Hinsicht interessant. Die Begründung des Gerichts, das Glücksspielmonopol aufrechterhalten, hebt unter anderem auch auf den Spielerschutz ab. Der Spielerschutz sei in staatlicher Hand besser als in privater. Warum soll das so sein? Ein staatlicher Glücksspielanbieter habe nicht den Anspruch, möglichst viel Geld zu verdienen. Private Glücksspielanbieter seien eher dazu bereit, den Spielerschutz zugunsten lukrativer Gewinnaussichten zu opfern. Das ist zumindest die Meinung des zuständigen Gerichts. In der Praxis lässt sich in Deutschland beobachten, dass vor allem die Behörden darüber entscheiden, wie gut der Spielerschutz ist. Beispielsweise werden die Spielhallen in vielen Bundesländern sehr engmaschig kontrolliert. Schon kleine Verstöße können zum Entzug der Konzession führen. Auch die privat geführten Spielhallen in Deutschland haben einen erstklassigen Spielerschutz. Nicht zuletzt werden die Online Casinos mit deutscher Lizenz, die demnächst verfügbar sein werden, auch beim Spielerschutz hervorragend aufgestellt sein. Letztlich sollte sich der Staat genauso wie in anderen Branchen darauf beschränken, die Spielregeln festzulegen.

Das Argument, dass der Spielerschutz nur bei einem staatlichen Glücksspielanbieter optimal sei, hält einer näheren Begutachtung kaum stand. Mit diesem Argument dürfte es zum Beispiel keinen privaten Lebensmittelhandel, keine privaten Autobauer und schon gar keine privaten Airlines geben. In vielen anderen Branchen geht es um deutlich mehr als beim Glücksspiel. Aber interessanterweise gibt es in Norwegen kein Monopol beim Lebensmittelhandel. Dabei ist es mittlerweile eine Binsenweisheit, dass gerade im Lebensmittelhandel ein hoher Anreiz besteht, durch das Unterlaufen von sinnvollen Standards die Gewinnspanne zu erhöhen. Wie wird das verhindert, nicht nur Norwegen? Durch strenge Regulierungen und zahlreiche Kontrollen! Aber vielleicht ist die Glücksspielbranche eine einfache Zielscheibe für Richter und Politiker, die nicht nachvollziehen können, warum es viele Menschen gibt, die Spaß daran haben, Spielautomaten und andere Glücksspiele zu erleben. Letztlich sollte es aber doch in der Freiheit jedes einzelnen Erwachsenen sein, die Freizeitgestaltung zu bestimmen. Für den einen bieten attraktive Novoline Spielautomaten im nächsten Online Casino die beste Unterhaltung. Für den anderen ist vielleicht ein Tag im Museum genau richtig. In einer freien Gesellschaft sollte sich der Staat nicht in das Privatvergnügen der Bürger einmischen.