Die Malta Gaming Authority hat den Jahresbericht 2020 vorgelegt. Im Krisenjahr musste die maltesische Glücksspielbehörde einige neue Herausforderungen meistern. Neben einer detaillierten Aufarbeitung der Arbeit des gesamten Jahres liefert der Report auch einen Ausblick auf die anstehenden Herausforderungen für die renommierte Glücksspielbehörde. Malta konnte teilweise davon profitieren, dass das Online-Glücksspiel in Europa trotz Gesundheitskrise gut gelaufen ist. Aber der Ausblick in die Zukunft ist nicht ganz ungetrübt, denn Malta hat einige Schwierigkeiten, die eine baldige Lösung erfordern. Für die Glücksspiel-Fans in Deutschland wird die maltesische Glücksspielbehörde in Zukunft weniger wichtig sein als bisher, da es nun auch eine Regulierung des Online-Glücksspiels in Deutschland gibt.

Malta Gaming Authority im Jahr 2020 sehr aktiv

MGA Malta

Im Jahr 2020 hat die maltesische Glücksspielbehörde 69 Verwarnungen ausgesprochen und drei Lizenzen vorübergehend ungültig gemacht. Insgesamt wurden zwölf Lizenzen vollständig entzogen. Zudem hat die maltesische Glücksspielbehörde 24 Geldbußen verhängt aufgrund von Verstößen gegen die Lizenzbedingungen. Diese Zahlen zeigen, dass Malta viel Aufwand betreibt, um die lizenzierten Glücksspielanbieter unter Kontrolle zu behalten. Es ist enorm wichtig, dass die maltesische Glücksspielbehörde dazu in der Lage, Lizenzen zu entziehen und empfindlichen Geldbußen zu verhängen. Geldbußen und andere Aktionen müssen eine abschreckende Wirkung haben. Ansonsten könnten sich Lizenznehmer dazu eingeladen fühlen, die Regeln vielleicht nicht ganz so streng einzuhalten, wie dies von der Glücksspielbehörde vorgegeben wird. Tief im Jahresbericht 2020 wird auch erwähnt, dass acht Personen und Unternehmen nicht akzeptiert wurden als Vertreter von Lizenznehmern. Was bedeutet das? Die maltesische Glücksspielbehörde überprüft bei jedem Lizenzantrag, ob die Person und Unternehmen eine saubere Weste haben. Wenn das nicht der Fall ist, kann es zu einer Abstimmung kommen. Es ist ein gutes Zeichen, dass dies insgesamt achtmal im Jahr 2020 passiert ist. Insgesamt wurden 1.475 Überprüfungen von Personen und Unternehmen im Jahr 2020 durchgeführt. Das sogenannte „Fit & Proper Committee“ sorgt dafür, dass nur geeignete Person und Unternehmen mit Lizenzen belohnt werden.

Das Thema Geldwäsche ist beim Glücksspiel immer wichtig. Auch Malta betreibt viel Aufwand, um Geldwäsche zu verhindern. Im Jahr 2020 wurden insgesamt 27 Untersuchungen durchgeführt bei Lizenzinhabern. Es ist nicht klar, ob es einen konkreten Anlass für die Untersuchungen gab. Aber in jedem Fall ist es positiv, dass die Malta Gaming Authority mit den Untersuchungen auch den anderen Unternehmen, die nicht betroffen waren, signalisiert hat, dass es nicht den geringsten Spielraum für Geldwäsche gibt. Auch die Umsetzung der Werberichtlinien wird regelmäßig überprüft. Im Jahr 2020 wurden zehn Werbekampagnen von Lizenzinhabern unterbunden, da die Werbung nach Einschätzung des zuständigen „Commercial Communication Committee“ nicht den Lizenzbedingungen entsprach. Im Jahr 2020 haben sich 5.625 Spieler an die Malta Gaming Authority gewendet, um Schwierigkeiten mit einem Glücksspielanbieter zu melden. Genau für diesen Zweck gibt es die „Player Support Unit“. In der Regel werden solche Fälle auf einfache Weise geschlichtet. Die Malta Gaming Authority überprüft die Ansprüche der Kunden und sorgt gegebenenfalls dann dafür, dass die Lizenznehmer die Ansprüche erfüllen. Auch andere Glücksspielbehörden schätzen die Arbeit der Malta Gaming Authority. Im Jahr 2020 gab es 67 Anfragen von Glücksspielbehörden in anderen Ländern. In den meisten Fällen ging es dabei um Background-Checks von Personen und Unternehmen.

Was kann deutsche Glücksspielbehörde von MGA lernen?

Die Malta Gaming Authority hat einen sehr guten Ruf unter Glücksspielexperten. Im Laufe der letzten Jahre ist die Regulierung deutlich strenger geworden, auch weil der Glücksspielmarkt wesentlich größer und professioneller ist als noch vor einem Jahrzehnt. Kann die deutsche Glücksspielbehörde von der Malta Gaming Authority vielleicht lernen, wie es gelingt, einen erfolgreichen Glücksspielmarkt zu führen? Die Malta Gaming Authority hat mehr Erfahrung mit europäischen Glücksspielanbietern im Internet als jede andere Glücksspielbehörde. Deswegen wäre es eine gute Idee, wenn die deutsche Glücksspielbehörde, die ab 2023 die Regulierung übernimmt, eine Delegation nach Malta schicken würde, um von den Fachleuten der MGA zu lernen. Viele andere Glücksspielbehörden haben sogar offizielle Vereinbarungen mit der Malta Gaming Authority, um einen regelmäßigen Informationsaustausch zu gewährleisten.

In Deutschland haben bereits viele Glücksspielanbieter eine Lizenz beantragt, die auch eine Lizenz der Malta Gaming Authority haben. Schon aus diesem Grund wäre es sinnvoll, auf die Erfahrungswerte der Malta Gaming Authority zurückzugreifen. Allerdings muss auch erwähnt werden, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland völlig anders sind als in Malta. Deswegen muss die Glücksspielbehörde in Deutschland auch anders arbeiten und andere Kriterien anwenden bei der Beurteilung und Bewertung von Lizenznehmern. Aber der grundsätzliche Umgang mit Glücksspielanbietern ändert sich nicht dadurch, dass zum Beispiel in Deutschland ein Einzahlungslimit umgesetzt werden muss. Es sollte darum gehen, zusammen mit den seriösen Glücksspielanbietern in Deutschland vernünftige Regelungen zu finden und umzusetzen, die einen hochwertigen Spielerschutz gewährleisten. Die Malta Gaming Authority hat viel dazu beigetragen, dass seriöse Online Casinos in Europa entstehen konnten. Nun muss die deutsche Glücksspielbehörde zeigen, dass sie dazu in der Lage ist, die strenge deutsche Glücksspielregulierung umzusetzen, ohne dabei die Kanalisierung des Online-Glücksspiels zu gefährden.