Die Macau-Casinos erholen sich langsam von der Gesundheitskrise. Die Rahmenbedingungen sind nach wie vor schwierig, vor allem weil nach wie vor zu wenig Touristen kommen. Aber zumindest gibt es Grund für vorsichtigen Optimismus. Macau ist ähnlich wie Las Vegas darauf angewiesen, dass viele Glücksspiel-Fans ihren Urlaub in einem der attraktiven Casino-Hotels verbringen. Allerdings ist das im Moment nur sehr begrenzt möglich. Vor allem die Besucher aus Festlandchina lassen noch auf sich warten. Die Umsätze der Macau-Casinos werden nur noch eine ganze Weile auf einem überschaubaren Niveau bleiben. Von den alten Rekordumsätzen werden die Casino-Betreiber in Macau noch lange träumen. Aber entscheidend ist für viele Casino-Betreiber, dass es wieder möglich ist, ordentliche Geschäfte zu machen.

Milliardengrenze beim Umsatz wieder überschritten

Macao Casino Plaza Hotel

Im Juli hat Macau einen Bruttospielertrag in Höhe von 1,05 Millionen Dollar erwirtschaftet. Das ist ein wichtiger Meilenstein, auch wenn die Prognosen etwas höher lagen. Aber immerhin konnte das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 528,1 Prozent gesteigert werden. Das ist eine beeindruckende Zahl, die allerdings nicht mehr ganz so spektakulär klingt, wenn man sich vergegenwärtigt, dass im Juli 2020 die Casinos in Macau fast durchweg geschlossen waren. Der größte Unsicherheitsfaktor für Macau sind die Reisebeschränkungen für die Touristen vom Festland. Die Kunden aus Festlandchina sind fest eingeplant in den langfristigen Strategien der Casino-Betreiber. Durch die Gesundheitskrise ist diese langfristige Strategie jedoch erheblich ins Wanken geraten. Eines ist klar: Eine vollständige Erholung der Macau-Casinos wird nicht möglich sein ohne eine Lösung der Gesundheitskrise. Nur wenn die Festland-Chinesen wieder ohne Einschränkungen nach Macau reisen können, ist es überhaupt vorstellbar, dass Macau wieder die Umsatzzahlen erreicht, die vor der Krise verbucht wurden. Auch wenn die aktuellen Zahlen wesentlich besser sind als im Vorjahr, ist es doch noch ein weiter Weg zurück zu alten Glanzzeiten. Macau wird wahrscheinlich deutlich länger für die Erholung brauchen als Las Vegas, denn Las Vegas leidet deutlich weniger unter Reisebeschränkungen im internationalen Flugverkehr.

Casino-Standorte wie Macau galten lange Zeit als krisenfest. Die Umsätze waren mal ein bisschen höher und mal ein bisschen niedriger, aber wohl niemand hätte vor der Gesundheitskrise gedacht, dass Macau irgendwann einmal komplett unter die Räder kommen würde. Die Nachfrage ist beim Glücksspiel nie das Problem. Aber wenn die potenziellen Kunden die Angebote nicht nutzen können, zum Beispiel durch Reisebeschränkungen oder Hygienevorschriften, helfen auch die besten Angebote nicht. Viele Casino-Betreiber in Macau sind internationale Konzerne, die im Moment an diversen Standorten Probleme haben. Deswegen lässt sich im Moment beobachten, dass viele Glücksspielanbieter das Online-Glücksspiel erheblich ausbauen. In Macau gibt es keine legalen Online Casinos. Aber in vielen anderen Ländern der Welt ist es möglich, Online-Glücksspiele legal anzubieten. Das gilt mittlerweile auch für viele Bundesstaaten in den USA. Einige Glücksspielkonzerne, die Casinos in Macau betreiben, arbeiten im Moment täglich daran, dass Online-Glücksspiel auszubauen, um bei der nächsten Krise besser vorbereitet zu sein auf einen Zusammenbruch des stationären Glücksspiels.

Macau-Casinos und andere stationäre Glücksspielangebote unter Druck

Was kommt nach der Krise? Gibt es überhaupt irgendwann ein Ende der Krise? Ein Blick auf die aktuelle Situation zeigt, dass es noch Jahre dauern kann, bis sich die Situation weltweit wieder normalisiert. Vielleicht gibt es die alte Normalität auch nie wieder. Trotzdem wird es immer eine Nachfrage nach stationären Glücksspielanbietern geben. Dies wird auch daran deutlich, dass die Macau-Casinos mittlerweile wieder ordentliche Umsätze verzeichnen können. Auch in Las Vegas funktionieren die Casino-Hotels wieder auf einem respektablen Niveau. Doch solange es Reisebeschränkungen und Hygienevorschriften gibt, wird es enorm schwierig für die stationären Glücksspielanbieter, das alte Umsatzniveau zu erreichen. Bei den kleineren Glücksspielanbietern im stationären Geschäft könnte die aktuelle Krise sogar zunehmend zu Geschäftsaufgaben führen. Eine kleine Spielhalle hat eine ganz andere finanzielle Substanz als ein großer Glücksspielkonzern. In Deutschland lässt sich gut beobachten, dass viele Spielhallen-Betreiber mittlerweile finanziell am absoluten Limit sind. Teilweise mussten Spielhallen sogar schon geschlossen werden, weil die Betreiber sich den weiteren Betrieb nicht mehr leisten konnten.

Allerdings wird in Deutschland auch sehr schön deutlich, dass die Nachfrage nach Spielhallen und Spielbanken hoch ist. Seit die Spielhallen und Spielbanken nahezu flächendeckend wieder geöffnet sind, kommen auch die Kunden wieder. Es gibt zwar auch Glücksspiel-Fans, die sich unwohl fühlen mit den aktuellen Hygienevorschriften und lieber seriöse Online Casinos besuchen. Aber alles spricht dafür, dass sich die Nachfrage nach Glücksspiel durch die Gesundheitskrise an keiner Stelle verändert hat. Allerdings könnte es dazu kommen, dass das Online-Glücksspiel in Zukunft einen größeren Marktanteil hat. Dieser Effekt ließ sich schon während der Krise, als Spielhallen, Spielbanken und Casino Hotels geschlossen waren, in vielen Ländern beobachten. Beispielsweise haben die Online Casinos in der Schweiz während der Krise hervorragende Umsatzzahlen produziert. Auch in Deutschland sind die Online Casinos gut gelaufen, obwohl es noch keine deutschen Lizenzen gab. Das ändert sich aktuell, sodass in der nächsten Gesundheitskrise bzw. bei der nächsten Schließung von Spielhallen und Spielbanken auch der deutsche Staat profitieren kann. Aber wohl nicht nur die Betreiber der Spielhallen und Spielbanken hoffen, dass es nicht zu weiteren Zwangsschließungen kommen wird.