Liechtenstein will nicht Las Vegas werden. Nachdem in den letzten Jahren die Anzahl der Casinos deutlich erhöht worden ist, gibt es nun in der Politik doch einige Bremser. Vor allem die Vaterländische Union (VU) ist gegen weitere Casinos in Liechtenstein. Schaut man sich an, wie viele Casinos pro Einwohner verfügbar sind, wird Liechtenstein bald Las Vegas überholen. Im Moment gibt es vier Casinos in Liechtenstein. Doch es gibt bereits fünf weitere Casinos, die in der Planungsphase sind. Im Jahr 2017 hat das Parlament in Liechtenstein beschlossen, dass Casinos genehmigt werden. Die zusätzlichen Einnahmen für den Staat waren dabei immer das Hauptargument. Nicht zuletzt bringen die Casinos viele Menschen aus den umliegenden Ländern nach Liechtenstein.

Liechtenstein hat bald neun Casinos

Liechtenstein Flagge

Doch nun scheint einigen Politikern der Ausbau der Casino-Landschaft zu weit zu gehen. Die Vaterländische Union hat vorgeschlagen, dass die Kosten für die Betreiber der Casinos erhöht werden. Zum einen sollen die Kosten für die Casino-Gründung steigen. Zum anderen sollen aber auch die laufenden Abgaben höher sein als bisher. Auf diese Weise will die VU dafür sorgen, dass Investoren in Zukunft ganz genau hinschauen, ob es wirklich sinnvoll ist, ein weiteres Casino zu bauen. Je höher die Kosten sind, desto schwieriger ist es, Profite zu erzielen. Allerdings ist durchaus umstritten, ob das der richtige Weg ist. Letztlich brauchen die Casino-Betreiber, die es im Moment bereits gibt, auch Planungssicherheit. Eine willkürliche Erhöhung von Steuern und Abgaben ist deswegen in Liechtenstein ein Streitthema. Aber es entsteht zunehmend ein Konsens, dass nicht noch mehr Casinos in Liechtenstein gebaut werden sollen. Doch gibt es wirklich keine anderen Möglichkeiten, als die Kosten für die Casino-Betreiber zu erhöhen? Liechtenstein hat im Jahr 2017 Casinos prinzipiell erlaubt. Das bedeutet aber auch, dass vorher Casinos in Liechtenstein nicht zugelassen waren. Normalerweise sollte es doch möglich sein, eine gesetzliche Regelung zu finden, die in der Praxis dazu führt, dass die Anzahl der Casinos begrenzt bleibt. Eine feste Anzahl von Casinos im Gesetz vorzugeben, ist wahrscheinlich nicht möglich. Aber beispielsweise wäre es denkbar, dass die Anforderungen an neue Casino-Standorte so hoch gesetzt werden, dass es in der Praxis kaum möglich ist, diese Anforderungen zu erfüllen.

In Deutschland wird dies beispielsweise im Bereich der Spielhallen-Genehmigungen in vielen Bundesländern seit Jahren praktiziert. Wahrscheinlich ist das Thema juristisch einigermaßen komplex, sodass der Kostenhebel die deutlich einfachere Variante wäre. Aber letztlich geht es auch darum, eine vernünftige Lösung zu finden, die am Ende nicht dazu führt, dass die seriösen Casino-Betreiber in Liechtenstein bestraft werden. In Liechtenstein hat man allem Anschein nicht damit gerechnet, dass eine große Nachfrage nach Casino-Lizenzen entstehen würde. Für ein kleines Land sind neun Spielbanken definitiv eine Hausnummer. Aber letztlich sollte auch berücksichtigt werden, dass die Spielbanken nur dann überleben können, wenn eine entsprechende Nachfrage vorhanden ist. Warum also eine gut florierende Branche einschränken?

Wie viele Casinos braucht Liechtenstein wirklich?

Bei Casinos Austria, einem der Betreiber der Spielbanken in Liechtenstein, geht man davon aus, dass langfristig in Liechtenstein nicht mehr als vier Casinos existieren werden. Aus diesem Grund sei es nicht nötig, eine zusätzliche Regulierung einzuführen, um den Bau weiterer Spielbanken zu verhindern. Letztlich regelt der Markt auf der Basis von Angebot und Nachfrage, ob ein Geschäft funktioniert. Wenn die Glücksspielanbieter in Liechtenstein feststellen, dass die Nachfrage nicht ausreicht für das eigene Angebot, könnte es sogar passieren, dass die Anzahl der Spielbanken in den nächsten Jahren sinkt. Im Moment geht die Tendenz aber in die gegenteilige Richtung. Das ist bemerkenswert, aber Liechtenstein profitiert von der günstigen Lage mitten in Europa. Vor allem viele schweizerische Glücksspiel-Fans nutzen oft die Gelegenheit, in Liechtenstein zu spielen. Warum das für den Staat Liechtenstein ein Problem sein soll, erschließt sich nicht unbedingt auf den ersten Blick. Aber zur aktuellen Debatte muss auch angemerkt werden, dass längst nicht alle politischen Parteien in Liechtenstein dafür sind, die Casino-Branche stärker zu begrenzen.

Generell ist Liechtenstein dem Glücksspiel gegenüber recht liberal eingestellt, zumindest in den letzten Jahren. Beispielsweise ist es in Liechtenstein möglich, Online Casinos zu besuchen, auch wenn die Online Casinos keine liechtensteinischen Lizenz haben. Da es keine liechtensteinische Lizenz für Online-Glücksspiele gibt, müssen die Glücksspiel-Fans entsprechend auf andere Anbieter ausweichen. Während es in Deutschland und den meisten anderen Ländern der EU in der Praxis meist eine großzügige Duldung der Online Casinos mit EU-Lizenz gab und gibt, hat Liechtenstein schon vor einigen Jahren verbindlich festgelegt, dass Spieler nicht belangt werden können, wenn sie in Online Casinos aktiv sind. Somit haben die liechtensteinischen Glücksspiel-Fans mittlerweile nicht nur zahlreiche neue Spielbanken, sondern auch eine kaum zu überblicken Auswahl an Online Casinos zur Verfügung. Bei den Online Casinos wird sich in den nächsten Jahren nichts prinzipiell ändern, denn auch in Zukunft wird der Bedarf nach Online-Glücksspielen hoch bleiben. Das gilt in Liechtenstein genauso wie in Deutschland und den meisten anderen Ländern, in denen Online Casinos verfügbar sind.