Ein neuer Bericht der European Gaming and Betting Association (EGBA) zeigt, dass es eine positive Entwicklung beim Spielerschutz in Europa gibt. Zum ersten Mal hat die EGBA einen umfassenden Report erstellt, in dem es um den Einsatz von Spielerschutz-Tools geht. Der Untersuchungszeitraum ist dabei das Jahr 2020. Im neuen Bericht wird deutlich, dass viele Glücksspiel-Fans die Spielerschutz-Tools nutzen. Das ist eine gute Sache, denn Spielerschutz ist das zentrale Thema für die gesamte Branche. Nur wenn das Spielerschutz-Niveau hoch ist, kann das Online-Glücksspiel auch in den nächsten Jahren eine positive wirtschaftliche Entwicklung nehmen. Nicht nur bei den Glücksspielanbietern, sondern auch bei den Glücksspiel-Fans ist das Bewusstsein für die Bedeutung des Spielerschutzes gewachsen.

Spielerschutz-Tools werden gut angenommen

EGBA Betting Association

Der neue Report der EGBA zeigt, dass 75 Prozent der Kunden von Online-Glücksspielanbieter im Jahr 2020 zumindest ein Spielerschutz-Tool genutzt haben. Das ist eine deutliche Steigerung zum Vorjahr, als nur 61 Prozent der Kunden Spielerschutz-Tools verwendet haben. Besonders populär waren die Einzahlungslimits. Immerhin haben 22 Prozent der Kunden, die Spielerschutz-Tools eingesetzt haben, ein Einzahlungslimit festgelegt. Das ist eine gute Nachricht, denn das bedeutet auch, dass es viele Glücksspiel-Fans gibt, die sich verantwortungsbewusst verhalten. Ein Einsatzlimit ist hilfreich zur Selbstkontrolle. Wer nicht im Eifer des Gefechts eine zu hohe Einzahlung machen möchte, ist gut beraten, ein adäquates Einzahlungslimit festzulegen. In den meisten Online Casinos ist das problemlos möglich. Besonders sinnvoll ist in den meisten Fällen ein monatliches Einzahlungslimit. Ein Glücksspiel-Fan kann sich zu Beginn des Monats überlegen, wie hoch das Budget für Glücksspiele ist und dementsprechend dann ein Einzahlungslimit definieren. Aber auch ein wöchentliches Einzahlungslimit oder ein tägliches Einzahlungslimit sind interessante Alternativen. Vieles hängt auch von den Spielgewohnheiten des Casino-Kunden ab.

Andere beliebte Spielerschutz-Tools, die nach den Angaben im Bericht der European Gaming and Betting Association ebenfalls häufig genutzt werden, sind Zeitlimits, Eigensperren und Produktsperren. Beim Zeitlimit geht es darum, die Spielzeit im Online Casino zu begrenzen. Das kann eine gute Alternative oder aber auch eine Ergänzung zu einem Einzahlungslimit sein. Die Eigensperre ist die nächste Stufe. Für Problemspieler ist die Eigensperre in einem Online Casino eine gute Sache. Wer sich selbst schützen möchte, kann sich temporär oder dauerhaft in allen seriösen Online Casinos sperren lassen. In manchen Casinos gibt es auch die Möglichkeit, bestimmte Produktklassen zu sperren. Wer beispielsweise ausschließlich Spielautomaten nutzen möchte, kann dies in vielen Ländern direkt im Online Casino einstellen. Es ist grundsätzlich eine gute Sache, dass die Betreiber der Online Casino ihren Kunden mittlerweile sehr viele Möglichkeiten bieten, einen vernünftigen Spielerschutz umzusetzen. Der aktuelle Report der EGBA zeigt, dass sich beim Spielerschutz einiges zum Positiven entwickelt hat. Das ist auch wichtig, denn zunehmend übernehmen in Europa nationale Glücksspielbehörden die Regulierung.

Spielerschutz-Tools im Rahmen der deutschen Glücksspielregulierung

In Deutschland müssen alle Glücksspielanbieter auf der Basis der neuen Glücksspielregulierung einen hochwertigen Spielerschutz gewährleisten. Zwei wichtige Neuerungen dürften dabei besonders wirkungsvoll sein. Zum einen gibt es ein Einzahlungslimit, das von allen Glücksspielanbieter mit deutscher Lizenz eingehalten werden muss. Zum anderen gibt es eine Spielersperrdatei, die nicht nur von Online Casinos, sondern auch von Spielhallen und Spielbanken beachtet werden muss. Das Einzahlungslimit wird in Deutschland zu Beginn bei 1.000 Euro liegen und anbieterübergreifend gelten. Es ist angedacht, höhere Limits für High Roller zu ermöglichen, die über angemessene Finanzen verfügen. Aber einstweilen wird es in Deutschland nicht möglich sein, mehr als 1.000 Euro in den Online Casinos mit deutscher Lizenz zu verlieren. Viele Glücksspielexperten bewerten dies positiv, denn ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit ist wesentlich effektiver als ein Einzahlungslimit, das nur in einem einzigen Online Casino gilt. Die Spielersperrdatei ist viel besser als eine Eigensperre in einem einzigen Online Casino. In Deutschland wird es in Zukunft keine Anbieter mehr mit einer deutschen Konzession oder einer deutschen Lizenz geben, die einen Spieler, der in der Spielersperrdatei steht, als Kunden akzeptieren dürfen. Allerdings ist auch der deutsche Spielerschutz in Zukunft nicht lückenlos, denn alle Regeln betreffen ausschließlich die zugelassenen Glücksspielanbieter.

Der deutsche Glücksspielmarkt braucht eine gute Kanalisierung, um auch beim Spielerschutz Erfolge möglich zu machen. Es kann leicht passieren, dass sich die High Roller vom Einzahlungslimit abschrecken lassen und deswegen nur noch in Online Casinos spielen, die keine deutsche Lizenz und dementsprechend auch kein niedriges Einzahlungslimit haben. Genauso könnten auch Spieler, die in der Spielersperrdatei stehen, auf die Idee kommen, einen Glücksspielanbieter auf dem Schwarzmarkt zu besuchen. Dieses Problem lässt sich auf der Basis der neuen Glücksspielregulierung nur dann lösen, wenn die deutschen Behörden massiv vorgehen gegen die Anbieter auf dem Schwarzmarkt. In welcher Form dies geschehen wird und ob die Maßnahmen erfolgreich sein werden, muss sich noch zeigen. Aber gemessen an den Erfolgen, die im EGBA-Bericht stehen, muss doch festgestellt werden, dass Deutschland insgesamt eine gute Lösung für den Spielerschutz gefunden hat. Nun geht es darum, diese gute Lösung praxisgerecht umzusetzen. Ein Problem dabei könnte allerdings sein, dass die deutsche Glücksspielbehörde erst ab 2023 die Glücksspielregulierung übernimmt. Bis dahin gibt es eine Übergangslösung, die vorsieht, dass die Glücksspielaufsichtsbehörde in Sachsen-Anhalt die Online Casinos reguliert.