Die Casinos in Australien sind wieder einmal geschlossen. Fast alle Glücksspielanbieter mussten aufgrund der unvorteilhaften Entwicklung in der Gesundheitskrise in den letzten Tagen und Wochen die Tore schließen. Für die Glücksspielbranche ist das eine sehr schlechte Entwicklung, denn seit Beginn der Krise im letzten Jahr gab es mehrere Phasen mit kompletten Schließungen. Aber immerhin gibt es die Hoffnung, dass die Schließungen in einem überschaubaren Zeitraum wieder aufgehoben werden. Doch langfristig wird Australien eine bessere Lösung finden müssen, als bei jeder kleinen Verschärfung die Glücksspielbranche und andere Branchen zu Schließungen zu verdonnern. Zum Problem könnte werden, dass Experten schätzen, dass die Impfkampagne in Australien noch fast ein Jahr dauern wird.

Australische Glücksspielbranche hadert mit Schließungen

Spielhalle geschlossen

Australien gehört zu den Ländern, die bislang die Gesundheitskrise vergleichsweise gut gemeistert haben. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern hat Australien die Zahlen sehr niedrig gehalten. Für die gesamte Bevölkerung ist das aus gesundheitlicher Sicht ohne jeden Zweifel ein Vorteil. Aber wirtschaftlich hat Australien mit einigen Härten zu kämpfen, nicht nur in der Glücksspielbranche. Die zahlreichen Schließungen auf breiter Ebene, die es in Australien im Laufe der letzten 16 Monate gegeben hat, haben Spuren hinterlassen. Viele Unternehmen der Glücksspielbranche sind finanziell längst am Limit. Deswegen sind die aktuellen Schließungen ein riesiges Problem, zumal es keine Hoffnung gibt, dass eine schnelle Lösung ohne Schließungen kommt. Auch in Zukunft wird Australien kaum eine andere Wahl haben, als schnell und unverzüglich Schließungen zu veranlassen, wenn sich die Gesundheitskrise verschärft. Immerhin reagiert Australien aber wesentlich schneller bei Verschärfungen als die meisten anderen Länder. Deswegen gibt es auch bei der aktuellen Schließungsanordnung die Hoffnung, dass schon in wenigen Wochen alles wieder halbwegs normal funktioniert.

Ein Blick nach Europa zeigt, dass es keine bessere Lösung ist, die Gesundheitskrise laufen zu lassen und darauf zu hoffen, dass sich alles von selbst regelt. Tatsächlich scheint dies sogar der deutlich schlechtere Weg zu sein. Australien hat allerdings ein großes Problem, gerade im Vergleich mit Europa und den USA. In Australien läuft die Impfkampagne nur sehr schleppend an. Experten kritisieren, dass Australien bei der Beschaffung des Impfstoffs nicht schnell und entschlossen gehandelt habe. Deswegen geht mittlerweile sogar die australische Regierung davon aus, dass es noch mindestens elf Monate dauern wird, bevor die Impfkampagne die gesamte erwachsene Bevölkerung erreicht hat. Das könnte noch für viele Branchen zum Problem werden, aber auch und gerade für die Glücksspielbranche. Schon jetzt scheint absehbar, dass es im Laufe des Jahres noch weitere Schließungen geben wird. In Australien könnte sich die Gesundheitskrise unter Umständen weit in das Jahr 2023 hineinziehen. Die Glücksspielanbieter sind gut beraten, sich entsprechend vorzubereiten. Besonders betroffen sind die zahlreichen Angestellten in der Glücksspielindustrie. Allerdings ist die Glücksspielbranche nicht allein betroffen. Doch genauso wie in anderen Ländern ist es auch in Australien so, dass die Glücksspielindustrie nicht weit oben auf der Prioritätenliste der Regierung steht.

Online Casinos in Australien kein großes Thema

Wenn von Glücksspiel in Australien die Rede ist, geht es in erster Linie um das landbasierte Glücksspiel. Zwar haben die Australier teilweise auch die Möglichkeit, in internationalen Online Casinos zu spielen. Aber eine umfassende Regulierung des Online-Glücksspiels, so wie sie gerade in Deutschland eingeführt worden ist, gibt es in Australien nicht. Was bedeutet das für die Glücksspiel-Fans, die aktuell wieder einmal mit flächendeckenden Schließungen umgehen müssen? In der Regel wird dies bedeuten, dass eine Phase des Verzichts begonnen hat. Allerdings könnte es auch sein, dass das illegale Glücksspiel in den nächsten Wochen floriert. In den letzten Monaten hat es aus Australien, aber auch aus vielen anderen Ländern immer wieder Berichte darüber gegeben, dass die illegalen Glücksspielanbieter sich keineswegs an Schließungsanordnungen halten. Wie groß das Problem in Australien ist, lässt sich schwer beurteilen. Die meisten Glücksspiel-Fans werden wohl geduldig warten, bis die Casinos wieder öffnen. Dann könnte es wie bei der letzten Wiedereröffnung zu einem großen Run kommen.

Genauso wie in anderen Ländern sind auch die Glücksspiel-Fans in Australien nicht leicht davon zu überzeugen, dass es eine gute Idee sein könnte, alle Angebote landesweit zu schließen. Aber manchmal gibt es eben doch Dinge, die noch wichtiger sind als Glücksspiele. Zumindest können sich die australischen Glücksspielanbieter mit der Erkenntnis trösten, dass die Nachfrage nach Glücksspiel auch in der Krise nicht gesunken ist. Wenn nach Schließungen die Casinos wieder öffnen durften, gab es gleich einen kleinen oder großen Boom. Auch nach den aktuellen Schließungen werden viele Glücksspiel-Fans wieder freudig in die Casinos laufen. Langfristig dürfte die australische Glücksspielbranche ohnehin gut aufgestellt sein. Die Nachfrage ist riesig und anders als in den meisten europäischen Ländern gibt es keine nennenswerte Konkurrenz im Internet. Das ist eine gute Basis, um auch in den nächsten Jahren, wenn die Gesundheitskrise kein Thema mehr ist, gute Geschäfte zu machen. Bis dahin könnte aber der eine oder andere australische Glücksspielanbieter aus finanziellen Gründen dazu gezwungen sein, das Geschäft aufzugeben.