Der schwedische Glücksspielanbieter Betsson wird in Großbritannien in Zukunft nur noch eine einzige Marke nutzen. Damit konsolidiert Betsson den britischen Markt, um effizienter arbeiten zu können. Absichten, den britischen Markt komplett zu verlassen, gibt es nach Auskunft von Betsson aktuell nicht.

Betsson entscheidet sich für Rizk in Großbritannien

BetssonDer britische Glücksspielmarkt ist für den schwedischen Glücksspielanbieter Betsson schon seit vielen Jahren ein wichtiges Standbein. In den letzten Jahren ist das Geschäft aber zunehmend schwieriger geworden. Bei Betsson ist man nun zu der Überzeugung gelangt, dass ein Grund für den nicht ganz optimalen Erfolg in den letzten Jahren die Nutzung von zu vielen Marken war. Deswegen wird Betsson in Zukunft nur noch unter der Marke Rizk in Großbritannien aktiv sein. Unter dieser Marke werden jetzt schon Sportwetten und Glücksspiele im Netz angeboten. Die Hausmarke Betsson wird hingegen in Großbritannien in Zukunft nicht mehr verfügbar sein. Das gesamte Geschäft wird auf die Marke Rizk fokussiert. Das hat viele Vorteile für Betsson, denn in Zukunft wird es nicht mehr nötig sein, das Marketing für viele verschiedene Marken parallel zu betreiben. Die Konzentration auf eine Marke dürfte aber auch viele damit zu tun haben, dass in Großbritannien die Glücksspielregulierung wahrscheinlich deutlich verschärft wird. Schon aus Compliance-Gründen könnte es deswegen hilfreich sein, nicht mehr mit mehreren Marken auf dem britischen Markt aktiv zu sein. Bislang hatte Betsson neun Marken und drei verschiedene Plattformen in Großbritannien. Um diese neun Marken und drei Plattformen zu nutzen, musste Betsson vier verschiedene Lizenzen haben. Jeder, der sich ein bisschen mit dem Glücksspielgeschäft auskennt, kann abschätzen, wie viel Arbeitsaufwand notwendig ist, um allein die Lizenzen zu bekommen und zu behalten. Das allein wäre vielleicht noch kein Grund, alles auf eine Marke zu begrenzen. Aber die vielen kleinen und großen Notwendigkeiten, die für die Nutzung vieler Marken und Plattformen anfallen, werden in Zukunft größtenteils überflüssig. Die Fokussierung auf eine einzige Marke bedeutet auch, dass Betsson das komplette Personal in Großbritannien dafür einsetzen kann, die Marke Rizk noch populärer und erfolgreich zu machen. Erstaunlich ist allerdings, dass Betsson sich in Großbritannien für Rizk und nicht für die Hausmarke Betsson entscheidet. Das hat vermutlich aber damit zu tun, dass Rizk in den letzten Jahren in Großbritannien gut gelaufen ist. Letztlich ist wohl ganz nüchtern abgeschätzt worden, mit welcher Marke es in Zukunft am einfachsten sein wird, in Großbritannien erfolgreich zu arbeiten.

Britische Glücksspielregulierung bald wesentlich strenger?

Wie wird sich die britische Glücksspielregulierung ändern? Wie wirken sich Änderungen auf das Geschäft von Betsson in Großbritannien aus? Das sind zwei wesentliche Fragen, die mit Sicherheit eine Rolle gespielt haben bei der Entscheidung, nur noch eine Marke in Großbritannien einzusetzen. Im Moment deutet vieles darauf hin, dass die Glücksspielregulierung deutlich schärfer wird. Beispielsweise diskutiert die UK Gambling Commission im Moment die Einführung eines Verlustlimits in Höhe von 100 Pfund pro Monat. Ein derart niedriges Limit würde wahrscheinlich auch die Geschäfte von Betsson in Großbritannien beeinträchtigen. Aber auch andere Vorschläge, die Glücksspielregulierung in Großbritannien zu verändern, deuten darauf hin, dass strengere Regeln kommen werden. Für die legalen Anbieter mit Lizenz könnte das bedeuten, dass das Geschäft kleiner wird. Im ungünstigsten Fall wird dann das Geschäft für die Anbieter, die ohne Lizenz in Großbritannien aktiv sind, attraktiver. Aber das ist eine Frage, die am Ende die Politik in Zusammenarbeit mit der UK Gambling Commission entscheiden muss. Für einen Glücksspielanbieter wie Betsson kann es nur darum gehen, auf die bestehenden Rahmenbedingungen zu reagieren, um das bestmögliche Geschäftsergebnis zu erreichen. Das macht Betsson mit dem Abzug von acht Marken vom britischen Glücksspielmarkt. Die britischen Glücksspiel-Fans, die Moment bei Anbietern von Betsson aktiv sind, die demnächst nicht mehr verfügbar sein werden, müssen sich keine Sorgen machen. Selbstverständlich wird es eine ordnungsgemäße Abwicklung geben. Schon jetzt ist es nicht mehr möglich, bei diesen Anbietern Einzahlungen zu machen. Bevor die Online-Spielhallen und Sportwetten-Angebote geschlossen werden, erhalten die betroffenen Kunden sämtliche Einlagen zurück. Zudem hat die UK Gambling Commission für diesen speziellen Fall Regeln, die es sogar dann einem Glücksspielanbieter untersagen, das Geld zu behalten, wenn der Kunde nicht erreichbar und die Bankverbindung nicht mehr funktioniert. In diesem Fall würde dann die UK Gambling Commission einspringen und das Geld als Treuhänder verwahren, bis der Kunde sich meldet. Es wird spannend sein zu sehen, ob andere Glücksspielanbieter in Großbritannien dem Beispiel von Betsson folgen werden. Wenn sich die Glücksspielregulierung deutlich verändern sollte, könnte das die gesamte Branche beeinträchtigen. Freuen würden sich am Ende wahrscheinlich nur die Anbieter, die ohne Lizenz britische Glücksspiel-Fans mit Slots, Sportwetten und diversen Games beliefern. Ob das dann ein Erfolg wäre, darf bezweifelt werden.