Bet-at-home hat Probleme. Obwohl sich der Markt für Glücksspiele und Sportwetten im Internet in Europa gut entwickelt hat, musste Bet-at-home einen Gewinnrückgang vermelden. Vor Steuern lag der Gewinn im ersten Halbjahr deutlich niedriger als im Vorjahreszeitraum. Die Situation ist nicht besorgniserregend, denn immerhin konnte Bet-at-home einen Gewinn von 5,4 Millionen Euro erzielen. Aber in Österreich könnten Sammelklagen dazu führen, dass eine Rückerstattung von Spieleinsätzen in Höhe von 11 Millionen Euro demnächst fällig wird. Bet-at-home hat schon bessere Zeiten erlebt. Aber es gibt auch den einen oder anderen Lichtblick, nicht zuletzt auch in Deutschland.

Bet-at-home muss mehrere Probleme lösen

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Für Bet-at-home ist die Situation auf den wichtigen Märkten in Deutschland und Österreich aktuell schwierig. In Deutschland sorgt die Übergangsregelung zum Glücksspielstaatsvertrag dafür, dass der Umsatz nach unten geht. Die seriösen Glücksspielanbieter halten sich an Regeln, die vergleichsweise streng sind. Deswegen haben die Anbieter auf dem Schwarzmarkt im Moment einen Vorteil. Schon im ersten Halbjahr 2020 galt diese Regelung in Deutschland. Viele seriöse Glücksspielanbieter mussten deswegen einen Rückgang beim Umsatz und zum Teil auch beim Gewinn melden. Allerdings gibt es die Hoffnung, dass die Regulierung des deutschen Glücksspielmarkts in naher Zukunft deutlich verbessert wird. Insbesondere hofft man bei Glücksspielanbietern wie Bet-at-home darauf, dass die deutschen Behörden ernst machen und den Schwarzmarkt bekämpfen. Das wäre die Voraussetzung dafür, dass Bet-at-home in Zukunft wieder gute Geschäfte in Deutschland machen kann. In Polen will Bet-at-home demnächst auch wieder gute Geschäfte machen. Allerdings hat sich Bet-at-home einstweilen komplett vom polnischen Markt zurückgezogen, da eine neue Glücksspielregulierung ansteht. Wenn Bet-at-home eine Konzession in Polen bekommen sollte, könnte schon im nächsten Jahr der polnische Glücksspielmarkt wieder einen wichtigen Beitrag zum Gesamtergebnis leisten.

Die größte Baustelle hat Bet-at-home aktuell in Österreich. Zahlreiche Kunden von Bet-at-home haben sich zusammengetan, um mit Sammelklagen eine Rückzahlung von insgesamt 11 Millionen Euro zu erreichen. Worum geht es? Nach Einschätzung der Anwälte, die mit den Sammelklagen betraut sind, hat Bet-at-home in den letzten Jahren ohne Erlaubnis in Österreich Sportwetten und Glücksspiele angeboten. Da dies ohne gesetzliche Basis und Lizenz geschehen ist, wollen die Spieler nun ihr Geld zurückhaben. Unter Juristen in Österreich ist umstritten, wie gut die Aussichten der Sammelklagen sind. Fakt ist aber, dass im Moment einige Glücksspielanbieter zittern müssen. Es kann durchaus sein, dass demnächst einige große Rückzahlungen stattfinden werden. Bei einem Gewinn von 5,4 Millionen Euro in einem Halbjahr wäre eine Rückzahlung von 11 Millionen ein heftiger Schlag für Bet-at-home. Gemessen am aktuellen Jahr würde das bedeuten, dass der komplette Jahresgewinn verloren wäre. Allerdings kann es noch eine ganze Weile dauern, bis die Verfahren entschieden sind. Zudem wird Bet-at-home versuchen, eventuelle Entscheidungen juristisch anzufechten. Freiwillig werden die Glücksspielanbieter, die in den letzten Jahren in Österreich Online-Glücksspiele und Online-Sportwetten angeboten haben, nicht Millionensummen zurückzahlen.

Starke Marke spricht für gute Prognosen

Die aktuellen Probleme von Bet-at-home sind nicht einfach zu lösen. Im Moment rächt sich ein bisschen, dass Bet-at-home zu den Online-Glücksspielanbietern gehört, die nur relativ wenige Märkte bedienen. Deswegen ist es gleich ein Problem, dass ein vergleichsweise kleiner Markt wie Polen plötzlich wegfällt. Aber Bet-at-home hat eine starke Marke, die in Österreich und Deutschland seit Jahrzehnten etabliert ist. Deswegen spricht einiges dafür, dass sich Bet-at-home mittelfristig wieder erholen kann. Vor allem in Deutschland sollte Bet-at-home gute Chancen haben, auf Dauer wieder ordentliche Ergebnisse zu erzielen. In Österreich ist die Situation schwierig, denn durch das staatliche Glücksspielmonopol könnte es sein, dass private Glücksspielanbieter demnächst komplett vom Markt ausgeschlossen werden. Wenn dann auch noch eine Rückzahlung von 11 Millionen Euro erfolgen muss an Spieler, die in den letzten Jahren Spaß mit den Online-Glücksspielen und den Online-Sportwetten von Bet-at-home hatten, wäre das ein kleines Drama. Aber Bet-at-home hat grundsätzlich auch immer die Chance, neue Märkte zu erschließen. Nirgendwo steht geschrieben, dass Bet-at-home nur in Deutschland, Österreich und Polen erfolgreich sein kann.

Österreich entwickelt sich zunehmend zu einem problematischen Markt für Online-Glücksspielanbieter. Genauso wie in Deutschland fehlt seit Jahren eine vernünftige Regulierung des Online-Glücksspiels. Das liegt nicht zuletzt daran, dass das staatliche Glücksspielmonopol zu unschönen politischen Verflechtungen geführt hat. Im Zentrum vieler Skandale der letzten Jahre stand Casinos Austria. Viele Glücksspielexperten drängen darauf, in Österreich ein Lizenzierungssystem für private Glücksspielanbieter wie Bet-at-home einzuführen. Das wäre eine gute Basis, um demnächst einen besseren Spielerschutz in Österreich umzusetzen. Warum ist das so? Wenn eine österreichische Glücksspielbehörde dafür Sorge tragen würde, dass in den Online Casinos und bei den Online-Buchmachern alles korrekt läuft, wäre es wesentlich einfacher, Einfluss zu nehmen. Im Moment sind die privaten Online-Glücksspielanbieter nicht in Österreich ansässig. Es ist auch keine österreichische Behörde zuständig für die Regulierung. In Deutschland hat man verstanden, dass es eine gute Idee ist, das Glücksspiel und die Sportwetten im Internet vernünftig zu regulieren. Vielleicht nimmt sich Österreich ein Vorbild an Deutschland und führt demnächst auch eine Glücksspielregulierung ein, die sich an der Realität orientiert. Die Realität ist eindeutig: Es gibt eine riesige Nachfrage nach Online-Glücksspiel.