Die Spielbanken in Bern funktionieren wieder gut. Das berichtet die Kursaal Bern AG, die ein großes Casino in Bern betreibt. Darüber hinaus ist das Unternehmen aber auch der Betreiber einer Spielbank in Neuenburg. Durch die Krise sind die Umsätze mit Casino-Spielen in den letzten Monaten in den Keller gegangen. Genauso wie viele andere stationäre Glücksspielanbieter musste auch die Kursaal Bern AG akzeptieren, dass staatlich angeordnete Schließungen und Beschränkungen zu Umsatzeinbrüchen geführt haben. Doch langsam verändert sich die Situation wieder. Bei den Spielbanken vermeldet die Kursaal Bern AG, dass die Glücksspiel-Fans schon wieder in ordentlichen Zahlen vorstellig werden. Die Erholung funktioniert deutlich schneller als erwartet. Beim Online-Glücksspiel hat die Kursaal Bern AG allerdings noch viel Nachholbedarf.

Kursaal Bern AG investiert in Online-Glücksspiel

Poker Online Casino

Das Online-Glücksspiel hat während der Gesundheitskrise in der Schweiz einen regelrechten Boom erlebt. Das kam durchaus überraschend, denn nach der Neuregulierung des Glücksspiels dürfen nur noch die Spielbanken in der Schweiz Online Casinos betreiben. Doch als sämtliche Spielbanken und Spielhallen schließen mussten, waren die Online Casinos plötzlich im Vorteil. Deswegen spielt es für viele schweizerische Glücksspiel-Fans plötzlich keine Rolle mehr, dass die Online-Spielbanken längst nicht so attraktiv sind wie früher. Im Laufe der letzten Monate hat sich zwar einiges getan, aber nach wie vor gilt, dass die schweizerischen Online Casinos nicht das Niveau der Online Casinos in Deutschland haben. Nach der neuen Regulierung des Glücksspiels mussten die Online-Spielbanken komplett neu aufgebaut werden. Die Kursaal Bern AG hat zwei Spielbanken-Lizenzen und darf deswegen auch zwei Online Casinos betreiben. Das Problem ist nur, dass das Unternehmen den Trend verschlafen hat. Erst seit September 2020 ist das Online Casino der Spielbank Bern live. Das Online Casino der Spielbank Neuenburg ist noch immer nicht verfügbar. Die Eröffnung soll aber bald stattfinden. Wenn die Kursaal Bern AG das Online-Glücksspiel schneller ausgebaut hätte, wäre es möglich gewesen, im Jahr 2020 und auch im ersten Halbjahr 2021 die Verluste, die im stationären Glücksspiel entstanden sind, deutlich besser zu kompensieren.

Die Online Casinos werden gerade in hohem Tempo in der Schweiz ausgebaut. Wer hätte gedacht, dass die Glücksspiel-Fans, die nicht in Spielbanken gehen können, plötzlich online spielen? Jedem Glücksspielexperten war das klar, aber vielleicht hat man in der Schweiz nach dem schleppenden Start des neuen regulierten Online Casinos auch vielerorts gedacht, dass der Markt ohnehin klein bleiben würde. Nun deutet vieles darauf hin, dass der Glücksspielmarkt im Internet in der Schweiz eine beträchtliche Größe erreichen wird. Es muss sich aber noch zeigen, wie sich der neue Online-Glücksspielmarkt entwickelt, wenn die Gesundheitskrise irgendwann beendet ist. Sobald es keine Einschränkungen mehr in den Spielbanken und Spielhallen gibt, könnte sich die Situation noch einmal umdrehen. Aber die meisten Experten erwarten, dass auch in Zukunft die Online Casinos in der Schweiz gute Zahlen liefern werden. Durch die Krise ist der Ausbau der Online-Spielbanken deutlich beschleunigt worden. Dadurch haben die schweizerischen Glücksspiel-Fans nun attraktive Optionen zur Verfügung, die es vorher nicht oder nur in sehr begrenztem Umfang gab. Unter anderem gibt es in einigen Online Casinos in der Schweiz mittlerweile auch die legendären Novoline Spielautomaten.

Kapitalerhöhung bei der Kursaal Bern AG

Die Kursaal Bern AG wird in diesem Jahr eine Kapitalerhöhung durchführen. Was bedeutet das? An den Börsen werden demnächst 40.781 zusätzliche Aktien für das Unternehmen zur Verfügung gestellt. Diese Aktien werden zum Preis von 350 bis 380 Franken angeboten. Das Ziel ist klar: Die Kursaal Bern AG möchte über diesen Schritt einem Betrag von 13,8 Millionen Franken erlösen. Auch Kleinanleger können zum Zuge kommen. Vom 11. Juni bis zum 24. Juni wird es möglich sein, die neuen Aktien zu zeichnen. Allerdings ist unklar, wie hoch das Interesse wirklich ist. Die Kursaal Bern AG hat aber schon vorsorglich darauf hingewiesen, dass es auch diverse institutionelle Investoren gibt, die zuschlagen, wenn sich während der Zeichnungsfrist nicht genügend Anleger für ein Aktienpaket einschreiben. Darüber hinaus werden auch die Großaktionäre wie Hansjörg Wyss und Willy Michel an der Kapitalerhöhung beteiligt, damit kein Nachteil für diese Investoren entsteht. Die spannende Frage ist allerdings: Wofür wird das Geld benötigt?

Mit den 13,8 Millionen Franken, die bei der Kapitalerhöhung generiert werden sollen, will die Kursaal Bern AG zum einen die Digitalisierung beschleunigen. Zum anderen soll die Gastronomie umfassend renoviert werden. Der Aufbau des Online-Glücksspiels gehört ebenfalls zum Paket, für das die Kapitalerhöhung gebraucht wird. Nur durch umfassendes Marketing können die Spielbanken in Bern und Neuenburg mit den bereits etablierten Online Casinos auf Augenhöhe kommen. In Zukunft soll die Kursaal Bern AG stärker als bisher von Kongressen profitieren, die in Bern veranstaltet werden. Aber auch andere Events sind angedacht. Die Kursaal Bern AG hat durch die beiden Casino-Betriebe eine besondere Attraktion, die nicht viele Veranstalter in der Schweiz bieten können. Die Aktionäre sehen die Kapitalerhöhung und die vorgestellten Pläne positiv. Kurz nach der Bekanntgabe stieg der Aktienkurs der Kursaal Bern AG deutlich.