Neue Glücksspielregulierungen führen derzeit zu zahlreichen Veränderungen in Europa, aber auch in den USA und Kanada. Für Glücksspielanbieter ergeben sich neue Herausforderungen, aber auch neue wirtschaftliche Risiken. Auch in Deutschland ist eine neue Glücksspielregulierung eingeführt worden. Die aktuelle Übergangsregelung wird von vielen Experten kritisch gesehen. Doch auch in anderen Ländern funktionieren neu eingeführte Glücksspielregulierungen nicht auf Anhieb gut. Eines scheint sicher: Die Zeiten, in denen Glücksspielanbieter im Internet mehr oder weniger ungehindert ihre Angebote aufbauen und zur Verfügung stellen konnten, sind vorbei. Der Trend geht eindeutig zu regulierten Märkten. Für die Glücksspiel-Fans ist das mit einigen Vorteilen verbunden.

Deutschland reguliert Online-Glücksspiel zum ersten Mal

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In Deutschland ist das Online-Glücksspiel lange Zeit ignoriert worden vom Gesetzgeber. Das hat die Glücksspielanbieter aber nicht davon abgehalten, in Deutschland gute Geschäfte zu machen. Vor allem die Glücksspielanbieter mit EU-Lizenzen konnten sich jahrelang über steigende Umsätze freuen. Doch durch die neue Glücksspielregulierung, die mit dem Glücksspielstaatsvertrag am 1. Juli 2021 eingeführt worden ist, haben sich die Spielregeln komplett verändert. In Deutschland sind nun ausschließlich virtuelle Spielautomaten zugelassen, jedenfalls in einer bundesweiten Regelung. Online-Tischspiele sind nur dann zulässig, wenn die Bundesländer entsprechende Konzessionen schaffen. Darüber hinaus hat Deutschland ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat eingeführt, das für alle Anbieter übergreifend gilt.

Auch die Einsatzhöhe wird vom Gesetzgeber vorgegeben. Mehr als 1 Euro dürfen die Spieler nicht pro Runde setzen. Das Einzahlungslimit soll demnächst für High Roller auf 10.000 Euro und 30.000 Euro gesetzt werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Aktuell gibt es jedoch kein legales Angebot für High Roller in Deutschland. Das ist ein großes Problem, mit dem gerade alle Glücksspielanbieter, die in Deutschland unter einer Übergangsregelung aktiv sind, kämpfen. Vielleicht wird sich die Situation aber den nächsten Monaten deutlich verbessern, insbesondere wenn die Ausnahmeregelungen für High Roller geschaffen werden. Einstweilen entsteht allerdings der Eindruck, dass die Umsetzung der Glücksspielregulierung in Deutschland nicht besonders gut vorbereitet worden ist.

Komplett neuer US-Glücksspielmarkt im Internet

Während das Online-Glücksspiel in Europa in den letzten Jahrzehnten florierte, konnten die Glücksspiel-Fans in den USA nur neidvoll über den Atlantik schauen. Doch das hat sich geändert. Seit 2018 ist es möglich, in den USA Online-Glücksspiele und Online-Sportwetten ohne große Einschränkungen in den einzelnen Bundesstaaten zuzulassen. Vorher gab es rechtliche Hürden, die behindert haben, dass ein Online-Glücksspielmarkt in den USA entstehen konnte. Seit diese Hürden weg sind, haben zahlreiche Bundesstaaten bereits Glücksspielgesetze eingeführt, mit denen es möglich ist, Online-Casinos und Online-Buchmacher über ein Lizenzierungsverfahren zu genehmigen.

Die Glücksspiel- und Sportwetten-Fans in den USA nehmen die neuen Angebote mit Freude an. Der Markt ist jetzt schon riesig und Analysten gehen davon aus, dass gigantische Wachstumsraten in den nächsten Jahren zu beobachten sein werden. Der Nachholbedarf ist gewaltig und nahezu alle großen Glücksspielanbieter in den USA versuchen, einen Teil des neuen Marktes zu erobern. Dadurch entsteht ein riesiger Wettbewerb, der letztlich dazu führt, dass die Qualität der angebotenen Produkte und Dienstleistungen schon jetzt sehr hoch ist. Zudem haben die USA den Vorteil, dass Europa als Vorbild mit einem gut entwickelten Online-Glücksspielmarkt vorhanden ist.

Großbritannien verbietet Kreditkarten

In Großbritannien ist es seit letztem Jahr nicht mehr möglich, Kreditkarten beim Online-Glücksspiel zu verwenden. Der Grund ist einfach: Der Gesetzgeber möchte verhindern, dass Glücksspiel-Fans Geld einsetzen, das sie noch gar nicht besitzen. Das ist eine gute Sache, die vor allem die Problemspieler davon abhalten soll, Unsinn zu machen. Allerdings gibt es das Problem, dass es auch in Großbritannien einen Schwarzmarkt gibt, auf dem Kreditkarten nach wie vor akzeptiert werden.

Schweden und Schweiz regulieren Online-Glücksspiel

In den letzten Jahren sind in Schweden und der Schweiz neue Gesetze eingeführt worden, um das Online-Glücksspiel zu regulieren. Schweden hat eine vergleichsweise liberale Regulierung eingeführt, die es vielen Glücksspielanbietern ermöglicht, Online-Glücksspiele zur Verfügung zu stellen unter einer schwedischen Lizenz. Die Schweiz ist hingegen mit einem sehr restriktiven Glücksspielgesetz an den Start gegangen. In der Schweiz dürfen nur die staatlich lizenzierten Spielbanken im Internet Glücksspiele anbieten. Spannend ist, dass sowohl in Schweden als auch in der Schweiz die Kanalisierung nicht besonders gut funktioniert. Nach wie vor gibt es in beiden Ländern viele Glücksspielanbieter auf dem Schwarzmarkt, die sich über die geltenden Regeln hinwegsetzen. Mit diesem Problem haben allerdings alle regulierten Online-Glücksspielmärkte zu kämpfen.