Der bekannte Streamer MontanaBlack steht wieder mal heftig in der Kritik. Es geht um Werbung für Online-Casinos auf Twitch. In den letzten Jahren ist Montana, der mit bürgerlichem Namen Marcel Eris heißt, nicht nur in der Presse mehrfach unangenehm aufgefallen mit diesem Thema. Im Jahr 2019 gab es sogar eine Hausdurchsuchung bei dem erfolgreichen Streamer, bei der Vorwürfe wegen illegalen Glücksspiels im Raum standen. Mit der Zahlung einer Geldbuße wurden das Verfahren am Ende abgeschlossen. Das Geschäft mit dem Online-Glücksspiel ist für einige Streamer allerdings enorm lukrativ. Es geht um Millionensummen und deswegen soll sich MontanaBlack nun eine neue Methode überlegt haben, um auch weiterhin von Online-Glücksspiel profitieren zu können.

MontanaBlack empfiehlt andere Casino-Streamer?

Montana Black Online Streams

Aufgrund der juristischen Schwierigkeiten, die MontanaBlack bereits in Deutschland hatte, scheint der Twitch-Streamer nun eine neue Methode entwickelt haben, um eventuell doch indirekt von Casino-Streams profitieren zu können. Worum geht es? Aktuell gibt es Berichte, dass MontanaBlack in seinen Gaming-Streams die Glücksspiel-Fans angeblich darauf hinweist, dass sie den Kanal des Twitch-Streamers Ishmael „Roshtein“ Schwartz besuchen sollen. Warum ist das relevant? Dieser Streamer ist nicht in Deutschland ansässig, sondern in Malta. Malta hat deutlich liberalere Gesetze, wenn es um Online-Glücksspiele geht. Zahlreiche Glücksspielanbieter, die im Internet ihre Games anbieten, sind schon seit vielen Jahren in Malta lizenziert. Auch Casino-Streams funktionieren wohl deutlich unkomplizierter in rechtlicher Hinsicht im Malta. MontanaBlack soll Millionensummen verdient haben mit Casino-Streams und der Vermittlung von Zuschauern an Online-Casinos. Das geht jedenfalls aus einem aktuellen Twitch-Leak hervor. Bei den aktuellen Vorwürfen wird eine entscheidende Frage bislang nicht beantwortet: Profitiert MontanaBlack finanziell von der Empfehlung des Twitch-Streamers Ishmael „Roshtein“ Schwartz? Dann könnte es durchaus sein, dass auch die deutschen Behörden wieder aktiv würden.

Aber solange dies nicht geklärt ist, handelt es sich um Vorwürfe, die mit Vorsicht zu genießen sind. Völlig klar dürfte aber sein, dass Twitch-Streamer, die in den letzten Jahren Millionen mit ihren Streams verdient haben, dieses Feld nicht einfach aufgeben werden. Zumindest dürften die Top-Streamer versuchen, die Grenzen der rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um auch in Zukunft viel Geld zu verdienen. Solange die Grenze nicht überschritten wird, ist das zumindest juristisch auch völlig in Ordnung. Schwierig wird es immer dann, wenn Minderjährige gefährdet werden. Twitch hat ein sehr junges Publikum. Deswegen wird die Werbung für Online-Casinos auf Twitch regelmäßig kritisiert. Kürzlich hat Twitch sogar Links zu Online-Casinos sogar verboten.

Werbung für Online-Casino nicht unproblematisch

Während sich die deutsche Politik darauf konzentriert, das Online-Glücksspiel überhaupt erst einmal zu lizenzieren und zu regulieren, gibt noch viele offene Felder, die bearbeitet werden müssten. Auch die Tätigkeiten von Streamern wie MontanaBlack sollten näher unter die Lupe genommen werden. Warum soll es nicht möglich sein, klare und nachvollziehbare Regeln zu schaffen für Twitch-Streamer, wenn es um Online-Glücksspielwerbung geht. Vielleicht wäre es sogar sinnvoll, diese Werbung nicht komplett zu verbieten, sondern stattdessen klare Richtlinien zu schaffen. Was würde ein komplettes Verbot bewirken? Dann würden die deutschen Streamer erheblich benachteiligt gegenüber den Streamern in anderen Ländern. Es wäre wohl eine Illusion zu glauben, dass das Geschäftsmodell komplett verschwinden würde, nur weil in Deutschland ein Verbot ausgesprochen wurde. Auch das zeigt das aktuelle Beispiel von MontanaBlack sehr deutlich, denn ein Streamer, der nicht in Deutschland ansässig ist, muss sich wahrscheinlich auch nicht mit behördlichen Schwierigkeiten in Deutschland auseinandersetzen.

Für MontanaBlack hat sich das Online-Glücksspiel im Laufe der Jahre zu einer wichtigen Einnahmequelle entwickelt. Aber ursprünglich war MontanaBlack ein Videospiel-Streamer. Doch es ist nachvollziehbar, dass ein populärer Streamer wie MontanaBlack die Sparten bedient, die besonders lukrativ sind. Immerhin schauen Millionen zu, wenn MontanaBlack online spielt. Mit Online-Casinos werden in Europa Milliarden umgesetzt. Auch in Deutschland handelt es sich um ein gigantisches Geschäft, das erst seit Mitte des Jahres überhaupt reguliert wird. Deswegen ist es ein Stück weit vielleicht auch Schuld der deutschen Politik, dass es nach wie vor keine vernünftigen Regeln für Streamer wie MontanaBlack gibt. Solange es einen breiten Graubereich gibt, ist davon auszugehen, dass viele Streamer diesen Graubereich nutzen werden, um viel Geld zu verdienen.

Glücksspielregulierung mit Nachholbedarf in Deutschland

Die Regulierung der Online-Casinos wird schon seit vielen Jahren von zahlreichen Experten gefordert. Die deutschen Bundesländer, die zuständig sind für die Regulierung des Glücksspiels, haben sich im letzten Jahr auf einen neuen Glücksspielstaatsvertrag geeinigt, der das Online-Glücksspiel umfasst. Auch die Werbung für Online-Glücksspiel wird im Glücksspielstaatsvertrag, der am ersten Juli 2021 in Kraft getreten ist, thematisiert. Allerdings wird die Ausgestaltung der Werberichtlinien am Ende entscheidend sein. Dafür ist die neue Glücksspielbehörde, die gerade in Sachsen-Anhalt entsteht, zuständig. Übergangsweise reguliert das Landesverwaltungsamt in Sachsen-Anhalt das Online-Glücksspiel. Noch gibt es aber nicht einmal Lizenzen für Online Casinos, denn die ersten Lizenzierungsverfahren laufen noch. Deswegen wird es wohl noch eine Weile dauern, bis es zu Fortschritten bei der Regulierung der Werbung für Online-Glücksspiele kommen wird. Es wird spannend sein zu sehen, welchen Bewegungsspielraum Streamer wie MontanaBlack in Zukunft noch haben werden. Aber zumindest ist es interessant, dass MontanaBlack und andere Streamer sich aktuell wohl nicht mehr trauen, offen Werbung für Online-Casinos auf Twitch zu machen.