Die maltesische Glücksspielbehörde hat zwei tschechischen Anbietern die Lizenz entzogen. Die beiden betroffenen Unternehmen können keine Online-Casinos mehr mit der wichtigen EU-Lizenz anbieten. Die Malta Gaming Authority gibt als Gründe für die Lizenzentzüge Verstöße gegen die Lizenzierungsregeln an. Insbesondere soll es zu Verstößen gegen Compliance-Vorgaben gekommen sein. Darüber hinaus sollen auch Zahlungsverzüge eine Rolle gespielt haben. Die Konsequenz ist eindeutig: Die beiden Unternehmen, die zuletzt mit einer B2C- Lizenz Glücksspiele im Internet zur Verfügung stellen konnten, erleiden einen heftigen Imageschaden und können die maltesische Lizenz nicht mehr nutzen, um in EU-Ländern Glücksspiele anzubieten.

Tschechische Glücksspielanbieter vor dem Aus?

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Wenn die maltesische Glücksspielbehörde eine Lizenz entzieht, ist das in der Regel gleichbedeutend damit, dass der Glücksspielanbieter keine Chance mehr auf dem Glücksspielmarkt hat. Die EU-Lizenz der Malta Gaming Authority ist sehr bekannt. Wenn diese Lizenz plötzlich nicht mehr vorhanden ist, fällt das auch unerfahrenen Glücksspiel-Fans auf. Zudem fehlt den beiden betroffenen technischen Unternehmen nun in vielen Jurisdiktionen die nötige Voraussetzung, um überhaupt Glücksspiele im Internet anbieten zu können. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass tiefer liegende Probleme vorhanden sind. Wenn die beiden Unternehmen, die mit Lizenzentzug bestraft worden sind, gut aufgestellt wären, hätte es wohl eine vernünftige Lösung für das Problem gegeben. Ein Lizenzentzug ist immer das letzte Mittel für eine Glücksspielbehörde. In der Regel ist es möglich, durch andere Sanktionen und gezielte Kommunikation Fehler und Probleme zu beheben. Aber in diesem Fall ist es offenbar nicht gelungen, sodass der Lizenzentzug die zwingende Folge war, jedenfalls nach Darstellung der Malta Gaming Authority.

Von den beiden betroffenen technischen Unternehmen gibt es bislang keine Stellungnahmen. Aber es ist davon auszugehen, dass die beiden Unternehmen zumindest weitgehend vom Markt verschwinden werden. Vielleicht tauchen die beiden Lizenznehmer auch als Lizenznehmer bei anderen Glücksspielbehörden irgendwann auf. Allerdings wird sich jede größere Glücksspielbehörde ganz genau anschauen, warum die beiden Unternehmen die Lizenz der Malta Gaming Authority verloren haben. Zudem gibt es aktuell keinen adäquaten Ersatz für die Malta-Lizenz. Die Gibraltar-Lizenz ist zwar eine Option, aber nach dem Lizenzentzug in Malta dürfte es schwer sein, in Gibraltar eine Lizenz zu bekommen. Auch die nationalen Glücksspielbehörden, die Lizenzen ausstellen, unter anderem in Schweden, Spanien, Portugal und Deutschland, dürften sehr skeptisch werden, wenn ein Glücksspielanbieter die maltesische Lizenz verloren hat. Vieles spricht dafür, dass die beiden Unternehmen in der jetzigen Form nicht mehr auf dem Markt auftauchen werden. Für die deutschen Glücksspiel-Fans ist das allerdings nicht relevant, da auf dem deutschen Glücksspielmarkt in Zukunft nur noch Anbieter mit deutscher Lizenz zugelassen sind.

Maltesische Glücksspielbehörde greift hart durch

Grundsätzlich hat die maltesische Glücksspielbehörde ein großes Interesse daran, dass sich die Lizenznehmer seriös und korrekt verhalten. Immerhin stammen die Einnahmen der Glücksspielbehörde von den Lizenznehmern. Aber die Regeln sind streng und wer gegen die Regeln verstößt muss mit Sanktionen bis hin zum Lizenzentzug rechnen. Es ist richtig und wichtig, dass die Malta Gaming Authority die Lizenz der beiden tschechischen Unternehmen entzogen hat, wenn die veröffentlichten Vorwürfe stimmen. Am Ende wird die Qualität einer Glücksspielbehörde auch daran deutlich, wie konsequent die Vorschriften umgesetzt werden. Wenn ein Anbieter gegen wichtige Lizenzregeln verstoßen könnte ohne Konsequenzen, wäre das fatal. In Malta ist das augenscheinlich nicht möglich, denn sonst hätten die beiden tschechischen Unternehmen ihre Lizenzen behalten können.

Die Malta Gaming Authority hat im Jahr 2020 einen leichten Umsatzverlust erlitten. Durch die Gesundheitskrise ist der Umsatz um 5,3 Prozent gesunken. Das führt glücklicherweise aber nicht dazu, dass die Glücksspielbehörde auf Lizenzentzüge verzichtet. Während der Gesundheitskrise haben viele Unternehmen, die einen Lizenzantrag in Malta geplant hatten, die Entscheidung aufgeschoben. Niemand wusste ganz genau, wie sich die Situation entwickeln würde. Darüber hinaus dürfte es auch eine Rolle gespielt haben, dass immer mehr EU-Länder eigene Lizenzen für Online-Glücksspiele schaffen. In Deutschland brauchen die Glücksspielanbieter beispielsweise keine EU-Lizenz mehr, da eine deutsche Lizenz für Online-Glücksspiele geschaffen worden ist.

Kann deutsche Glücksspielbehörde von Malta lernen?

Nach Einschätzung vieler Experten muss die deutsche Glücksspielbehörde, die aktuell aufgebaut wird, nicht nur dazu in der Lage sein, Lizenzen zu vergeben. Auch der Lizenzentzug ist ein wichtiges Mittel für eine leistungsstarke Glücksspielbehörde. Was bedeutet das in der Praxis? Wenn ein Glücksspielanbieter in Deutschland einen Verstoß gegen die Lizenzregeln begeht, muss es Sanktionen geben. Bei besonders heftigen Verstößen ist ein Lizenzentzug auch eine Option. Es besteht kein Zweifel daran, dass die deutsche Glücksspielbehörde dazu in der Lage sein wird, Lizenzen zu entziehen, falls dies nötig sein sollte. Das oberste Ziel sollte es aber sein, ausschließlich seriöse Glücksspielanbieter mit Lizenzen auszustatten, damit möglichst wenige Probleme entstehen.

Trotzdem kann es passieren, dass ein Glücksspielanbieter eine Lizenz bekommt und dann, zum Beispiel durch einen Inhaberwechsel, vielleicht nicht mehr die hohen Anforderungen erfüllt, die von der Glücksspielbehörde vorgegeben werden. Deswegen ist es wichtig, nicht nur zum Zeitpunkt der Lizenzierung Prüfungen durchzuführen. Zur Regulierung gehört auch, dass eine kontinuierliche Überprüfung der Lizenznehmer stattfindet. Der personelle Aufwand dafür ist hoch. Das ist vielleicht die größte Herausforderung für die Glücksspielbehörde in Deutschland, die bislang nicht voll besetzt ist.