Die Malta Gaming Authority hat einen spannenden Bericht veröffentlicht, in dem es um die Aktivitäten im ersten Halbjahr 2022 geht. Die erstaunlichste Erkenntnis: Die Spielerzahlen sind deutlich gewachsen bei den maltesischen Online-Casinos. Insgesamt gab es im ersten Halbjahr 2022 genau 19,3 Millionen Spielerkonten in den Online-Spielhallen, die von der maltesischen Glücksspielbehörde reguliert werden. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war dies ein Anstieg von 8,7 Prozent. Schaut man noch ein Jahr weiter zurück, liegt der Anstieg sogar bei 25 Prozent innerhalb von zwei Jahren. Das sind bemerkenswerte Zahlen, die auch die neue deutsche Glücksspielbehörde nicht unbeachtet lassen sollte.

Malta Gaming Authority meldet wachsende Spielerzahlen

Malta Gaming Logo

Der neue Bericht der maltesischen Glücksspielbehörde belegt, dass das Online-Glücksspiel in Europa ungebrochen auf Wachstumskurs ist. Die EU-Lizenzen der Malta Gaming Authority waren lange Zeit der Goldstandard in zahlreichen Ländern. Obwohl mittlerweile viele europäische Länder nationale Glücksspielregulierungen erlassen haben, scheint die Malta-Lizenz nach wie vor bedeutsam zu sein. Zum näheren Verständnis: In Deutschland sind seit Mitte 2021 Online-Casinos mit Malta-Lizenz theoretisch nicht mehr gestattet. Praktisch gab es aber eine lange Übergangsphase, weil die Überprüfung der Lizenzanträge nicht im gewünschten Tempo stattfand. Deswegen gab es auch im ersten Halbjahr 2022 noch zahlreiche Online-Casinos mit Malta-Lizenz in Deutschland.

Viele Glücksspielanbieter, die in Deutschland aktiv sind, haben mittlerweile eine deutsche Lizenz erhalten. Aber nach wie vor warten diverse Casino-Betreiber auf ihre deutschen Lizenzen. Deswegen gibt es nach wie vor einige Glücksspielanbieter, die eine Malta-Lizenz nutzen, um in Deutschland Spiele anzubieten. Doch wenn die offenen Lizenzanträge abgeschlossen und die Lizenzen erteilt wurden, sollte sich das eigentlich ändern. Die Malta Gaming Authority kann keine Lizenz für Deutschland ausstellen. Nur die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat diese Befugnis. Allerdings muss sich erst noch zeigen, ob die maltesische Glücksspielbehörde in der gewünschten Form kooperiert. Wenn ein Lizenznehmer aus Malta in Zukunft deutsche Glücksspiel-Fans als Kunden akzeptiert, sollte das zumindest theoretisch zu Sanktionen bis zum Lizenzentzug führen. Ob es aber dazu kommen wird, darf zumindest bezweifelt werden.

Spannende Zahlen der maltesischen Glücksspielbehörde

Wer spielt in den maltesischen Online-Casinos? Der neue Bericht gibt ausführlich Auskunft. Demnach sind 39 Prozent aller Kundinnen und Kunden zwischen 25 und 34 Jahre alt. Spielerinnen und Spieler zwischen 35 und 54 Jahren machen 30 Prozent der Kundschaft aus. Die Spielerinnen und Spieler im Alter von 18-24 Jahren umfassen 25 Prozent der Kundenbasis. An den Zahlen wird deutlich, dass die Kundschaft in den maltesischen Online-Casino zwar tendenziell jünger ist als in Spielbanken und Spielhallen. Aber es ist keineswegs so, dass nur junge Glücksspiel-Fans online unterwegs sind. Da das Internet immer mehr zur Normalität wird, dürfte der Anteil der älteren Spielerinnen und Spieler in den nächsten Jahren wachsen.

Auch zum Spielerschutz kann die Malta Gaming Authority interessante Zahlen vorlegen. Nach eigenen Angaben wurden im ersten Halbjahr 2022 genau 2.579 Spielerinnen und Spieler auf unterschiedliche Weise unterstützt. Zudem hat die maltesische Glücksspielbehörde die Überwachung der Lizenznehmer deutlich verschärft und teilweise empfindliche Strafgelder verhängt. Ferner wurde eine Lizenz im ersten Halbjahr 2022 wegen Verstößen gegen die Lizenzbedingungen entzogen. Insgesamt zeichnet der Bericht zum ersten Halbjahr 2022 ein Erfolgsbild der maltesischen Online-Glücksspielbranche. Ob das positiv ist für die anderen europäischen Länder, darf zumindest hinterfragt werden. Die meisten Kunden in den maltesischen Online-Casinos sind schließlich nicht in Malta ansässig.

Malta-Lizenzen Problem für deutsche Glücksspielbehörde?

Wenn bei der deutschen Glücksspielbehörde von illegalem Glücksspiel die Rede ist, geht es in erster Linie um Lizenzgeber, die außerhalb Europas angesiedelt sind. Aber es ist eine offene Frage, ob die Malta Gaming Authority ihre Lizenznehmer dazu bringen wird, keine deutschen Kunden und Kundinnen zu akzeptieren. Sollte dies nicht der Fall sein, hat die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder ein echtes Problem. Wenn die maltesischen Online-Casinos, die deutlich großzügigere Lizenzbedingungen haben, weiterhin in Deutschland verfügbar blieben, wären diese den legalen Online-Casinos klar überlegen. Es wird spannend sein zu sehen, wie die neue Glücksspielbehörde mit dieser Problematik umgeht. Die wachsenden Spielerzahlen in den maltesischen Online-Casino sollten zumindest als Warnhinweis gedeutet werden, dass Malta auch weiterhin eine wichtige Rolle in der europäischen Glücksspielbranche spielen will.