Der schwedische Glücksspielanbieter LeoVegas hat eine neue Software mit Künstlicher Intelligenz in das eigene Angebot integriert. Mit der neuen Software soll es möglich sein, den Spielerschutz auf ein neues Niveau zu heben. Konkret geht es darum, dass die KI-Software Kunden kontaktiert, um schon frühzeitig ungünstige Entwicklungen beim Spielerverhalten positiv zu beeinflussen. Auf der Basis des individuellen Verhaltens der Spieler und des individuellen Risikoprofils findet automatisch eine Kommunikation statt, die dazu beitragen soll, dass die Spieler gar nicht erst in Schwierigkeiten geraten. Das Pilotprojekt führt LeoVegas in Großbritannien durch.

LeoVegas setzt auf KI-Software für Spielerschutz

Künstliche Intelligenz

Für LeoVegas ist das Thema Spielerschutz schon seit vielen Jahren weit oben auf der Prioritätenliste. Der schwedische Glücksspielanbieter will verhindern, dass die Kunden sich selbst schaden. Mit der neuen KI-Software, die LeoVegas in Großbritannien einsetzt, könnte ein wichtiger Schritt nach vorne beim Spielerschutz umgesetzt werden. Die Idee ist letztlich ganz einfach: Die Software erkennt frühzeitig, dass sich ein Spieler schlecht verhält und beginnt eine Kommunikation über ein Nachrichtensystem. Dabei kann es zu Beginn um ganz einfache Nachrichten gehen. Beispielsweise kann die KI-Software den Spieler darauf hinweisen, dass er mehr umgesetzt hat als in den letzten Tagen oder Wochen. Auch ein Hinweis auf erhöhte Aktivitäten beim Online-Glücksspiel könnten ein Anlass sein, einen Spieler darauf hinzuweisen, dass ein wenig Vorsicht geboten ist. Die direkte Kommunikation auf der Basis von Risikosignalen soll dazu führen, dass die Spieler frühzeitig erkennen, dass sie sich in eine unvorteilhafte Richtung bewegen. Studien zeigen, dass diese Art der Kommunikation in vielen Fällen dazu beiträgt, dass die Spieler ihr Verhalten ändern, bevor eine Eskalation stattfindet. Sollte die KI-Software nicht erfolgreich sein, werden Meldungen an den Kundenservice abgesetzt, sodass eine persönliche Überprüfung des Spielers stattfinden kann. Auch das ist ein wichtiges Element beim Spielerschutz. Wenn ein Spieler es nicht schafft, sich selbst vor Schaden zu schützen, muss der Glücksspielanbieter eingreifen.

Im Idealfall hätte LeoVegas genügend Personal, um jeden Spieler individuell zu betreuen. Aber es ist völlig undenkbar, dass sich ein Glücksspielanbieter einen derart hohen Personalaufwand leisten kann. Gerade online ist es deswegen wichtig, dass eine gute Software vorhanden ist, mit der die Spieler vor sich selbst geschützt werden können. Das Thema Künstliche Intelligenz steht noch ganz am Anfang. Aber es gibt bereits interessante Lösungen, wie auch das aktuelle Beispiel von LeoVegas zeigt. Die heutige KI-Software basiert vor allem auf der Erkennung von Mustern. Beim Spielerschutz könnte das aber schon genügen, denn letztlich geht es nur darum zu erkennen, wann ein Spieler sich selbst in Schwierigkeiten bringt. Wenn ein Spieler zum Beispiel mehrmals nacheinander in einer Session verliert und dann plötzlich anfängt, hohe Einzahlungen zu machen, kann das ein guter Anlass sein, um die Spieler zu kontaktieren. Eine KI-Software kann sehr viel schneller und sensibler reagieren auf kleine Signale, die einem menschlichen Mitarbeiter vielleicht gar nicht auffallen. Wie gut der Spielerschutz mit KI-Software bei LeoVegas funktionieren wird, hängt aber natürlich auch davon ab, wie gut die eingesetzte Software ist. In den nächsten Monaten muss sich zeigen, ob LeoVegas beim Spielerschutz Fortschritte macht. Völlig klar ist, dass am Thema Spielerschutz kein seriöser Glücksspielanbieter mehr vorbeikommt.

Spielerschutz ist großes Thema für Glücksspielbranche

Die langfristigen Erfolgsaussichten der Glücksspielbranche hängen wesentlich davon ab, wie gut das Thema Spielerschutz behandelt wird. Warum ist das so? An Ländern wie Deutschland und Großbritannien lässt sich gut zeigen, dass die Tendenz bei der Glücksspielregulierung in Richtung strengerer Regeln geht. Deswegen muss die Glücksspielbranche proaktiv arbeiten, um zu verhindern, dass mit einer immer strenger werdenden Regulierung irgendwann schwierig wird, gute Geschäfte zu machen. Spielerschutz bedeutet letztlich nichts anderes, als Respekt vor den Kunden zu haben. Die meisten Glücksspiel-Fans haben gelegentlich einmal Spaß mit Spielautomaten und anderen Glücksspielen. Ein kleiner Anteil der Kunden in Online-Spielbanken verliert jedoch die Kontrolle über das eigene Spielverhalten. Die berüchtigten Problemspieler können sich sehr leicht selbst schaden und am Ende dann auch Probleme für die Glücksspielanbieter verursachen. Das Bewusstsein für die Wichtigkeit des Spielerschutzes ist in der Branche mittlerweile sehr hoch. Das wird auch an der aktuellen Ankündigung von LeoVegas, KI-Software im Spielerschutz einzusetzen, deutlich.

Künstliche Intelligenz könnte die Basis sein, um den Spielerschutz langfristig auf ein bisher nie erreichtes Niveau zu heben. Wenn jeder Spieler automatisch von einer KI-Software überwacht wird, dürfte es für die Problemspieler schwierig sein, überhaupt noch problematisches Verhalten in nennenswertem Umfang zu praktizieren. Die Probleme beim Spielerschutz werden langfristig eher in einem anderen Bereich zu finden sein. Schon jetzt sind die seriösen Glücksspielanbieter beim Spielerschutz insgesamt gut aufgestellt, auch wenn es noch die eine oder andere kleine Lücke geben mag. Aber das größte Problem sind die Glücksspielanbieter auf dem Schwarzmarkt, die sich nicht um die geltende Regulierung scheren und auch beim Spielerschutz oft nur schlecht aufgestellt sind. Am Ende nutzt es nicht viel, wenn Glücksspielanbieter wie LeoVegas erstklassig beim Spielerschutz unterwegs sind, während gleichzeitig zahlreiche Glücksspielanbieter auf dem Schwarzmarkt verfügbar sind, die ohne Kontrollen und nennenswerten Spielerschutz zahlreiche Glücksspiele in unterschiedlichen Varianten anbieten. An dieser Stelle müssen die Glücksspielbehörden und die Politik aktiv werden.