Der schwedische Glücksspielanbieter LeoVegas hat neue Spielerschutz-Optionen vorgestellt. In Großbritannien werden die Kunden von LeoVegas in Zukunft mit personalisierten Einzahlungslimits umgehen müssen. Was bedeutet das in der Praxis? LeoVegas wird ein Safer Gambling Toolkit nutzen, mit dem jeder Kunde auf der Basis eines Risikomodells eingestuft wird. Am Ende wird dann eine Bewertung vorgenommen, die zu einem individuellen Einzahlungslimit führt. Dieses Einzahlungslimit kann sich mit der Zeit verändern, beispielsweise wenn sich das Verhalten eines Spielers günstig oder ungünstig verändert. Um ein aussagekräftiges Risikomodell zu haben, wird LeoVegas auch Daten von anderen Unternehmen nutzen.

LeoVegas führt individuelles Einzahlungslimit in UK ein

Leo Vegas Online Spielbank

Spielerschutz ist ein wichtiges Thema für alle Glücksspielanbieter, nicht nur für LeoVegas. In Großbritannien droht aktuell eine Verschärfung der Glücksspielregulierung. Die Glücksspielbranche reagiert darauf, in dem in Eigeninitiative viele Verbesserungen umgesetzt werden. In diesem Lichte muss auch die Ankündigung von LeoVegas, individualisierte Einzahlungslimits einzuführen, gesehen werden. Grundsätzlich ist der Weg von LeoVegas allerdings richtig, denn das Risiko eines Spielers kann sehr unterschiedlich sein. Grundsätzlich sollte es immer darum gehen, mit einem vernünftigen Spielerschutz dafür zu sorgen, dass sich ein Spieler nicht selber in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen kann. Für den einen Spieler bedeutet dies, dass ein Einzahlungslimit von 500 Euro pro Monat genau richtig ist. Andere Spieler können problemlos mit einem Einzahlungslimit von 10.000 oder 30.000 Euro umgehen. Das Verhalten der Spieler ist dabei nur ein Faktor. Auch die finanziellen Möglichkeiten müssen in die Bewertung einbezogen werden. Wenn ein Milliardär einen fünfstelligen Betrag verliert, weil er sich unvernünftig verhält, wird dies sein Leben nicht verändern. Wenn ein Spieler, der einen ganz normalen Job hat, einen fünfstelligen Betrag verspielt, ist das hingegen oft mit erheblichen Auswirkungen verbunden.

Deswegen ist es wichtig, dass LeoVegas viele Daten einbeziehen wird in die Risikobewertung. Unter anderem wird LeoVegas auch Daten von Drittanbietern nutzen, um Spieler korrekt bewerten zu können. Insbesondere soll es dabei um das Konsumverhalten der Spieler gehen. Wer sich beim Einkaufen vernünftig verhält, kreditwürdig ist und alle Rechnungen pünktlich bezahlt, wird wahrscheinlich auch beim Online-Glücksspiel keinen Stress bekommen.

Sind individuelle Einzahlungslimit die beste Wahl?

In Deutschland gibt es beim Online-Glücksspiel aktuell ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das anbieterübergreifend umgesetzt werden soll. In der Praxis hakt es noch ein bisschen bei der Umsetzung, aber das Ziel ist klar: Kein Spieler soll mehr als 1.000 Euro pro Monat einzahlen können. Allerdings sind Ausnahmen geplant, damit Spieler, die mit höheren Beträgen spielen können und wollen, bis zu 10.000 Euro oder sogar 30.000 Euro pro Monat einzahlen können. Bis diese Ausnahmen in die Praxis umgesetzt werden, wird es allerdings noch eine Weile dauern. Die individualisierten Einzahlungslimits, wie sie LeoVegas aktuell in Großbritannien einführt, sind in Deutschland nicht umsetzbar. Aber es gibt durchaus eine individuelle Komponente, die auch in Deutschland relevant ist.

Das vorgegebene Einzahlungslimit ist in Deutschland ein Maximum. Die Glücksspielanbieter sollen aber dazu verpflichtet werden, bei jedem Kunden zu prüfen, ob dieses Einzahlungslimit sinnvoll ist. Das würde letztlich dann auch zu einer Individualisierung der Einzahlungslimits führen, allerdings mit einer Obergrenze. An dieser Stelle könnte LeoVegas dann mit dem System, dass nun in Großbritannien eingeführt wird, auch in Deutschland erfolgreich arbeiten. Die Frage ist aber, ob der deutsche Datenschutz bei der Umsetzung hilfreich wäre. Immerhin ist es für ein vernünftiges Risikoprofil notwendig, Daten aus vielen unterschiedlichen Quellen zu verwenden. Aber zumindest ist die Idee richtig, Kunden individuell zu prüfen, um vernünftige Limits zu setzen.

Attraktive Angebote für High Roller wichtig

In Deutschland gibt es aktuell das Problem, dass die seriösen Glücksspielanbieter, die das Einzahlungslimit von 1.000 Euro umsetzen, keine Möglichkeit haben, High Rollern ein gutes Angebot zu machen. Das führt dazu, dass viele High Roller sich verabschiedet haben von den seriösen Anbietern und auf dem Schwarzmarkt spielen. Für den Spielerschutz ist das fatal, denn selbstverständlich ist auf dem Schwarzmarkt der Spielerschutz längst nicht so gut wie auf dem regulierten Markt. Schon jetzt hat es sich als Fehler erwiesen, dass die angekündigte Einführung der Limits von 10.000 Euro und 30.000 Euro für besonders zahlungskräftige Kunden erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen soll. Mit den individualisierten Einzahlungslimits, die LeoVegas in Großbritannien einführt, wäre das nicht passiert. Vielleicht wäre es langfristig auch in Deutschland sinnvoll, über individuelle Risikoprofile nachzudenken, anstatt ein einheitliches Limit vorzugeben, das vielen Spielern nicht gerecht wird.